interaktiv

Medizin studieren

Zurück im Parallelleben

Autor:
Johannes

Rubrik:
studium

18.09.2015

Nach den ersten zwei Wochen Famulatur ging es für mich direkt nach Frankreich. Morgens um halb vier startete ich in Münster mit meinem Bus, sammelte einen Freund und Kollegen, der ebenfalls Surflehrer in meinem Camp ist, in Köln auf und fuhr gemeinsam mit ihm an die französische Atlantikküste.
In den letzten vier bis fünf Jahren hatte ich immer sehr viel Glück, was den „Ankunftsswell“, also die Wellen bei meiner Ankunft, anging. Soll heißen, die Wellen waren immer groß und kraftvoll, sodass ich anfangs etwas überfordert war und erst mal reinkommen musste – aber dann jedes Mal direkt begeistert war. Nicht so dieses Jahr: Die Vorhersage sah schon nicht überragend aus, aber das Trauerspiel, das sich mir bei der Ankunft bot, suchte tatsächlich seinesgleichen! Traurigerweise zeichnete sich auch auf sämtlichen Vorhersagemodellen nichts, aber auch wirklich gar nichts in Richtung einer Besserung ab.

Glücklicherweise besteht das Dasein hier aber nicht ausschließlich aus Surfen, sondern zu einem großen Teil auch aus dem sozialen Miteinander im Team. Man versteht sich zwar nicht mit allen 25 Kollegen gleich gut, aber eine Handvoll netter Leute ist schon immer dabei, sodass neben dem Wellenreiten auch ausreichend andere freizeitfüllende Alternativen übrig bleiben. Und wenn keine Möglichkeit zum Surfen besteht, bleibt mehr Zeit für Dinge, die ich das ganze restliche Jahr über vernachlässige, wie beispielsweise Lesen, Gedanken machen und einfach mal die Ruhe genießen. Gleichzeitig weiß ich dabei aber immer ganz genau, dass der ganze Trip nur eine kurze Flucht vor der Realität ist. Früher oder später wird mich das schnelle Leben in Deutschland wieder einholen.

Aber bis es soweit ist, genieße ich jeden Atemzug!

 

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