interaktiv

Medizin studieren

Nachtschicht

Autor:
Thilo

Rubrik:
studium

16.11.2015

Um neben dem Studium noch ein bisschen Geld zu verdienen, bewarb ich mich zum Bereitschaftsdienst in einer Wohngemeinschaft für Demenzkranke. Mein Freiwilligendienst kam mir durchaus zu Gute, sodass ich recht schnell die Zusage erhielt. Beim Vorstellungsgespräch erhielt ich weitere Informationen über die Vergütung (90 Euro pro Nacht), die Anzahl der Bewohner (19) und die Arbeitstechniken und -weisen. Auch wurde mir gesagt, dass ich noch eine unbezahlte Probenacht ableisten müsse, bei der beide Seiten schauen, ob es auch wirklich passt.

Bei meiner Probenacht lernte ich Micha kennen, der ebenfalls in Münster studiert. Er zeigte mir, wie ich mit den Bewohnern umgehen muss und gab mir dabei einige nützliche Hinweise, die mir die Arbeit in Zukunft erleichtern werden.

Von nun an werde ich nachts alleine für die 19 Bewohner verantwortlich sein. Dazu gehört, dass ich am Anfang erst schaue, ob alle im Bett liegen und schlafen, ob jemand noch gebettet werden muss oder ob jemand nicht schlafen kann und beispielsweise eine Geschichte vorgelesen bekommen muss. Danach habe ich eine kurze Ruhephase, bis um 23 Uhr der erste Rundgang beginnt. Das gleiche gilt für den zweiten Rundgang um 4 Uhr nachts. Zwischen den Rundgängen kann es laut Micha aber durchaus sein, dass die Bewohner aufwachen, aufstehen und auf den Flur gehen, weil sie nicht genau wissen, wo sie sich befinden. Dann bin ich ihr Ansprechpartner und helfe ihnen, den Weg zurück zu finden.

Das ist eine wirklich sehr schöne Arbeit, wie ich finde, von der ich mir erhoffe, die Werte und Grundsätze, die ich mir während meines Freiwilligendienstes zurechtgelegt habe, weiter beibehalten zu können, um nach meinem Studium ein wirklich guter Arzt zu werden. Außerdem ist es eine Arbeit, die in meinen Augen einen wirklichen sinnvoll ist, bei der ich was bewegen kann und bei der ich anderen Menschen etwas gebe. Zwei Nächte pro Monat werde ich während des Semesters dort verbringen, in den Semesterferien hoffe ich, ein bisschen aufstocken zu können. Es wird hart, danach auch noch zur Uni zu müssen. Aber es wird auszuhalten sein. Schließlich weiß ich, wofür ich das mache. Und das ist das wichtigste.

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