interaktiv

Medizin studieren

Blick in den Kopf des Menschen

Autor:
Thilo

Rubrik:
studium

01.09.2016

Dies soll keine Horrorgeschichte sein und auch niemanden anwidern, sondern schlicht eine ehrliche Schilderung dessen werden, was ich mache, wenn ich präpariere. Ich finde, das sollte man wissen, wenn man vorhat, Medizin zu studieren.
Das erste Mal, seit ich an meiner Körperspende arbeite, wurde mir etwas schwindelig. Ich habe bereits das Herz in meinen Händen gehalten, den Darm ausgewaschen, jeden Muskel am Oberschenkel freigelegt, Fett entfernt, Nerven gesucht sowie Leber, Magen und Milz aus dem Körper entnommen und das hat mir alles nichts ausgemacht. Was sollte also noch kommen, das mich schockt? Es war der Moment, als ich den halben Kopf in die Hand nahm.
Er wurde mittig durchgeschnitten, sodass die linke und rechte Gesichtshälfte voneinander getrennt sind und alle im Kopf mittig gelegenen Strukturen zu sehen sind. Ich sah die Hälfte der Zähne, die halbe Zunge, die rechte Augenhöhle, ein Nasenloch, den halben Rachen, den halben Kehlkopf und den halben Schädel, in dem das Gehirn liegen würde, wäre es nicht schon zuvor entfernt worden. Es war eine wirklich tolle Möglichkeit, Anatomie noch einmal richtig zu begreifen.

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