interaktiv

Medizin studieren

Probe waschen

Autor:
Johannes

Rubrik:
studium

13.10.2016

Die erste Woche im Labor verging wie im Flug. Am Montag hatte ich noch Schonfrist. Ich wurde durch die Räumlichkeiten geführt und gefühlt 50 Leuten vorgestellt. Danach besprach ich mit meiner Betreuerin den Plan für die nächsten zwei Wochen, in denen eine intensive Einarbeitung stattfinden sollte. Der Dienstag ging dafür mit einem ordentlichen Knall los: Ich war tatsächlich neuneinhalb Stunden lang im Labor! Dadurch, dass ich aus dem Studium wenig bis keine Kenntnisse mitbringe, dauern gewisse Abläufe teils doppelt so lang, wie bei den erfahrenen Laboranten.
Ganz gravierend ist der Unterschied, wenn es um das Abarbeiten von Protokollen geht. Steht da beispielsweise „Probe waschen“, blinken in meinen Augen Fragezeichen, während meine Kollegen selbstverständlich wissen, dass das Zentrifugation, Überstand absaugen, resuspendieren und Auffüllen auf zehn Millimeter bedeutet. Daher bin ich momentan noch damit beschäftigt, mir die Protokolle „für Dumme“ zusammenzuschreiben, sodass ich, wenn ich es dann das nächste Mal alleine mache, weiß, welche Schritten beim Waschen von Milzzellen von Mäusen nötig sind. Klar, das alles kommt nach einiger Zeit von alleine. Aber momentan muss ich mich eben noch einarbeiten. Entsprechend geschlaucht war ich nach sieben Stunden im Labor und ein bis drei Stunden Protokolle schreiben jeden Tag.
Da kam das Wochenende wie gerufen, um sich nochmal zu sammeln, auszuruhen – und die Paper zu lesen, damit mir die Abläufe im Labor langsam aber sicher in Fleisch und Blut übergehen. Aber alles in allem hatte ich trotz intensiven Starts eine tolle Zeit. Das Team ist nett und das selbstverantwortliche Arbeiten könnte auch sehr toll werden – ich bin gespannt!

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