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Medizin studieren

Schönster Sonnenschein - doch nur laut App

Autor:
Johannes

Rubrik:
studium

01.03.2017

Zwischen den Jahren besuchte ich meinen Vater in Dresden. Neben dem obligatorischen Weihnachtsessen stand eine gemeinsame Wanderung in der Sächsischen Schweiz an. Da mein Vater die dortigen Stiegen, den Malerweg und noch etliche weitere schöne Wege im vergangenen Jahr für sich entdeckt und bis ins kleinste Detail erkundet hat, hatte ich einen mehr als fachkundigen Führer dabei.
Die Langzeit-Wetter-Prognose versprach wohlgesonnenes Wetter für die Zeit: kaum Niederschläge, Temperaturen um den Gefrierpunkt beziehungsweise knapp darüber – ideales Wanderwetter also! Und auch drei Tage sagte uns meine App strahlenden Sonnenschein bei fünf Grad voraus.
Am frühen Morgen machten wir uns also mit dem Zug auf und ließen uns vom Nebel erst mal nicht verunsichern – der ist doch schließlich im Nu wieder weg, wenn laut App ab zehn Uhr Sonne pur vorherrschen würde. Also ging es los, in dickster Suppe, wir allerdings immer noch hochmotiviert.
Doch wir merkten, dass zwischen Nebeldecke und Sonne zwar nur wenige Meter lagen, die Sonne aber keine Kraft hatte, diese endgültig zu vertreiben. So kamen wir an einem schönen Aussichtspunkt nach dem anderen vorbei, waren aber froh, wenn wir die Aussicht überhaupt erahnen konnten.
Ziemlich durchgefroren, etwas enttäuscht, aber gleichzeitig auch ein bisschen zufrieden ob der gelaufenen 25 Kilometer ging es also wieder nach Hause. Mein Vater, seines Zeichens unverbesserlicher Optimist, machte sich am nächsten Tag – bei gleicher Vorhersage – noch mal auf. Ich hingegen hatte nach der Erfahrung keine große Lust mehr und blieb im trockenen Heim. Doch ich bereute diese Entscheidung, als mir mein Vater später die hell erleuchteten, vor Sonne strotzenden Bilder unter die Nase hielt.

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