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Medizin studieren

Lücke füllen

Autor:
Thilo

Rubrik:
studium

14.06.2017

Auf sein Bauchgefühl zu hören, ist nicht immer der beste Rat. Der Bauch lässt sich schließlich gerne von einfachen Umwelteinflüssen erheblich in die eine oder andere Richtung lenken, beispielsweise wenn man Hunger hat, einem schlecht ist oder man vor Verliebtheit die sprichwörtlichen Schmetterlinge im Bauch hat. Aber in dieser Angelegenheit ist ganz viel Bauchgefühl gefragt: Wir suchen einen neuen Mitbewohner für unsere Vierer-WG.
Binnen weniger Stunden hatten wir bereits die ersten Anfragen auf unsere Online-Anzeige. Es ist interessant, wie unterschiedlich die investierte Mühe der Bewerberinnen und Bewerber ist. Manche erzählen bereits ihre gesamte Lebensgeschichte und andere geben lediglich ihre Nummer an. Darüber hinaus haben wir inseriert, einen Studenten zwischen 19 und 25 Jahren zu suchen, dennoch meldeten sich natürlich alle möglichen Menschen, um es zu versuchen.
Wir haben letztendlich sieben Leute eingeladen und für jeden mit einer Stunde relativ viel Zeit eingeplant. Wir sprachen mit ganz verschiedenen Menschen, die Philosophie und Arabistik, Soziale Arbeit, Bauingenieurwesen, Wirtschaftsinformatik, Wirtschaft und Recht, Geschichte oder Lehramt für Englisch und Sozialwissenschaften studieren. Es ist sehr erfrischend, mal aus seinem Kreis hinaus zu schauen. Nur zeigt es auch, wie unterschiedlich intensiv Studiengänge sein können. Der Geschichtsstudent beispielsweise hat nur einen Tag in der Woche Veranstaltungen, wir verbringen jeden Tag viele Stunden an der Uni. Das würde es erschweren, diese verschiedenen Formen des Alltages zusammenzubringen.
Am schlimmsten fand ich, wenn der Bewerber uninteressiert wirkte. Die fehlende Bereitschaft, Fragen zu stellen, sich unsere Wohnung anzuschauen und etwas über uns zu erfahren, bringt auf keinen Fall Sympathiepunkte ein. Nur selten kam jemand mit viel Energie zu uns und begeisterte uns, gewann uns für sich, während wir ihm die Wohnung zeigten, über die Miete und über das Leben in einer WG sprachen. So fiel die Entscheidung: Unser neuer Mitbewohner wird nach jetzigem Stand ein Lehramtsstudent im zweiten Semester. Wir hoffen, dass wir uns richtig entschieden haben – nicht nur gemeinsam wohnen, sondern gemeinsam leben.

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