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Medizin studieren

Vertrauenskrise

Autor:
Johannes

Rubrik:
studium

07.11.2018

Unsere Tour dauerte mittlerweile acht Tage. Unsere Körper fingen an, die Strapazen zusehends schlechter wegzustecken: Nicht nur die Füße taten weh, auch die Knie fingen an zu zwicken. Genau das hatten wir im Vorfeld schon befürchtet und deshalb die Möglichkeit für eine Abkürzung eingeplant. Nach reiflicher Überlegung kamen wir zu dem Schluss, dies auch zu tun, denn die neun Tage waren intensiv, eindrucksvoll und auch anstrengend gewesen, sodass wir ohne schlechtes Gefühl sagen konnten, Tolles geleistet und erlebt zu haben. Das Risiko einer schwerwiegenderen Verletzung wollten wir nicht eingehen!
Am Ende hatten wir dann doch noch unvorhergesehene Probleme. Heftiger Regen setzte ein, der uns auf den letzten Kilometern begleiten und bis auf die Knochen durchnässen sollte. Einmal an der Straße angekommen sollte es kein Problem darstellen, von einem freundlichen Norweger in den nächstgrößeren Ort mitgenommen zu werden – das hatten wir uns zumindest gedacht. Doch es kam anders. An der Straße angelangt rauschten die Autos nur so an uns vorbei. Offensichtlich hatte keiner Lust, für zwei triefend nasse, humpelnde Gestalten anzuhalten. Mein Vertrauen in die Menschlichkeit litt und ich nahm mir vor, leidenden Anhaltern in Zukunft immer zu helfen. Doch uns blieb nichts anderes übrig, als zu Fuß weiter zu gehen. Mit allerletzten Kräften kämpften wir uns zum nächsten Ort mit Busanbindung. Aus der entspannten Tagestour von 14 Kilometern war ein Gewaltmarsch von gut 30 Kilometern geworden.
Völlig am Ende kamen wir im Ort an. Dort nahmen wir den Bus und anschließend einen Nachtzug nach Oslo. Drei Tage zu früh am Flughafen hatten wir das Glück auf unserer Seite und konnten unsere Flüge so umbuchen, dass wir keine 24 Stunden später wieder im heimischen Münster unsere Wunden lecken konnten. Nichtsdestotrotz bleibt dieser Trip wunderschön, beeindruckend und intensiv in Erinnerung!

 

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