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100 erste Tage an der Uni

Mir reicht es!

Autor:
Nele

Rubrik:
studium

22.07.2013

Inzwischen bin ich echt nicht mehr anspruchsvoll, was mein zukünftiges Reiseland angeht. Ich brauche nicht viel: ein Bett zum Schlafen, nette Gesellschaft beim Essen, Natur zum Bestaunen und eine Arbeit, die mich erfüllt. Ist denn das so schwer zu finden?!

Ich bin wieder daheim und allmählich nicht nur genervt, sondern regelrecht sauer. Eigentlich wollte ich nach Südamerika, aber ich sehe nicht ein, sechs Tage die Woche, sechs Stunden am Tag für ein Bett im Fünf-Bett-Zimmer und Verpflegung zu arbeiten. Eine andere Variante: Man legt sich erst gar nicht auf die Art der Arbeit und die Dauer fest. Südamerika war damit für mich gestorben. Ich fliege nicht auf einen fremden Kontinent, wo ich anscheinend als billige Arbeitskraft angesehen werde oder die Rahmenbedingungen nicht eindeutig geregelt sind.

Also verbuchte ich das als Pech und machte mich mit Optimismus erneut auf die Suche. Der Optimismus war leider fehl am Platz. Für Thailand erklärt man mir beispielsweise, ich solle mindestens zehn (!) Stunden am Tag arbeiten, in Südafrika sind es acht (!). Oder man möchte, dass ich bezahle, um überhaupt arbeiten zu dürfen. Zwischenzeitlich fragte ich mich, ob ich immer noch zu hohe Ansprüche hätte, allerdings bestätigte meine Familie mir dann, dass das oben genannte eher als Ausbeutung und nicht als Freiwilligenarbeit angesehen werden kann.

An alle, die sich nach der Schule oder dem Studium etwas ähnliches wie ich vorgenommen haben: Es lohnt sich, doch es kostet Nerven und man sollte immer vor der Anreise klären, auf was man sich einlässt. Versteht mich nicht falsch, ich würde es jederzeit wieder tun. Und etwas Gutes hat diese Art zu reisen auch: Man ist gezwungen, spontan zu sein, sonst ist man schneller wieder daheim als einem lieb ist.

Was ich jetzt mache? Weitersuchen. Etwas anderes bleibt mir nicht übrig. Ich muss positiv denken und das Ganze sportlich sehen. Herausforderungen sind schließlich dazu da, sie zu meistern.

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