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100 erste Tage an der Uni

Mir reicht es!

Inzwischen bin ich echt nicht mehr anspruchsvoll, was mein zukünftiges Reiseland angeht. Ich brauche nicht viel: ein Bett zum Schlafen, nette Gesellschaft beim Essen, Natur zum Bestaunen und eine Arbeit, die mich erfüllt. Ist denn das so schwer zu finden?!

Ich bin wieder daheim und allmählich nicht nur genervt, sondern regelrecht sauer. Eigentlich wollte ich nach Südamerika, aber ich sehe nicht ein, sechs Tage die Woche, sechs Stunden am Tag für ein Bett im Fünf-Bett-Zimmer und Verpflegung zu arbeiten. Eine andere Variante: Man legt sich erst gar nicht auf die Art der Arbeit und die Dauer fest. Südamerika war damit für mich gestorben. Ich fliege nicht auf einen fremden Kontinent, wo ich anscheinend als billige Arbeitskraft angesehen werde oder die Rahmenbedingungen nicht eindeutig geregelt sind.

Also verbuchte ich das als Pech und machte mich mit Optimismus erneut auf die Suche. Der Optimismus war leider fehl am Platz. Für Thailand erklärt man mir beispielsweise, ich solle mindestens zehn (!) Stunden am Tag arbeiten, in Südafrika sind es acht (!). Oder man möchte, dass ich bezahle, um überhaupt arbeiten zu dürfen. Zwischenzeitlich fragte ich mich, ob ich immer noch zu hohe Ansprüche hätte, allerdings bestätigte meine Familie mir dann, dass das oben genannte eher als Ausbeutung und nicht als Freiwilligenarbeit angesehen werden kann.

An alle, die sich nach der Schule oder dem Studium etwas ähnliches wie ich vorgenommen haben: Es lohnt sich, doch es kostet Nerven und man sollte immer vor der Anreise klären, auf was man sich einlässt. Versteht mich nicht falsch, ich würde es jederzeit wieder tun. Und etwas Gutes hat diese Art zu reisen auch: Man ist gezwungen, spontan zu sein, sonst ist man schneller wieder daheim als einem lieb ist.

Was ich jetzt mache? Weitersuchen. Etwas anderes bleibt mir nicht übrig. Ich muss positiv denken und das Ganze sportlich sehen. Herausforderungen sind schließlich dazu da, sie zu meistern.

Autor: Nele  |  Rubrik: studium  |  Jul 22, 2013
Autor: Nele
Rubrik: studium
Jul 22, 2013

100 erste Tage an der Uni

Denksport

Es ist Mittwoch, 12 Uhr mittags. Ich sitze im Coffeeshop meines Vertrauens über meinen Laptop gebeugt und versuche angestrengt, einen Überblick über den Stoff der historischen Linguistik zu gewinnen. Zu diesem Zeitpunkt weiß ich noch nicht, dass ich noch fünf weitere Stunden hier sitzen und es trotzdem nicht schaffen werde, alle Sitzungen der vergangenen Wochen noch einmal durchzugehen.

Heute weiß ich es besser. Es ist Donnerstag und ich bin zur gleichen Zeit am gleichen Ort und obwohl ich nicht einmal ansatzweise an mein Lernziel herangekommen bin, fühlt sich mein Kopf an, als wäre er bis zum Rand mit Stacheldraht gefüllt. Das Feld der historischen Linguistik habe ich zumindest schon mal hinter mich gebracht – zumindest teilweise. Davon, die ganzen Regeln und Gesetze auswendig zu können, bin ich immer noch meilenweit entfernt. Fehlen nur noch fünf andere Seminare und drei Vorlesungen, die darauf warten, von mir genauer unter die Lupe genommen zu werden.

In diesem Moment frage ich mich ernsthaft, wie ich das alles schaffen soll. Vor mir liegen drei Horrorprüfungen und nebenbei muss ich auch noch irgendwie eine Hausarbeit zustande bringen – meine allererste, wohl bemerkt. Einen zweiten Versuch gibt es diesmal nicht, denn mein Ziel ist es ja, der Uni Bonn zum Wintersemester 2013/14 endgültig den Rücken zu kehren und in Göttingen einen Neustart zu wagen.

Wie um alles in der Welt soll ich also den ganzen Stoff in mein viel zu kleines Hirn bekommen? Und wieso fühle ich mich nach vollen acht Stunden Schlaf, als hätte ich drei Tage durchgemacht? Aber den Kopf in den Sand zu stecken, hilft leider nichts.

Autor: Noelle  |  Rubrik: studium  |  Jul 12, 2013
Autor: Noelle
Rubrik: studium
Jul 12, 2013

100 erste Tage an der Uni

Reicht die Zeit?

Irgendwie hätte ich damit rechnen müssen. Sonntag bis Freitag ging das Komprimieren der Methoden-Präsentationen auf Karteikarten noch sehr gut voran, am Samstag war ich immer abgelenkter und schaffte nur wenig, am Sonntag war nichts mehr möglich. Gehirn überhitzt, einfach nicht mehr aufnahmefähig. Sicherlich hat auch das viel zu warme Wetter deinen Teil dazu beigetragen, das natürlich pünktlich zur Intensiv-Lern-Phase auftauchte.

Okay, ich habe in sieben Tagen neun Präsentationen geschafft, aber zwölf liegen noch vor mir und ich habe nur noch zehn Lerntage. Ich bin unruhig, da ich Statistik, nicht komplett verstanden habe. Hier werde ich wohl mehr tun müssen als nur aufzuarbeiten und dabei hin und wieder ein paar Begriffe zu googlen.

Ich frage mich, ob das reicht. Der Methodenprof meinte vor ein paar Wochen noch, die Durchfallquote läge in der Regel bei 20 Prozent. Bei regelmäßigem Besuch der Vorlesungen und der Tutorien sowie Bearbeitung der Übungsblätter sei das Bestehen aber kein Problem. In diesem Semester habe ich zwar noch kein einziges Mal in der Vorlesung gefehlt, die Tutorien jede Woche besucht und die Arbeitsblätter dort auch nach bestem Wissen und Gewissen bearbeitet, aber unsicher bin ich trotzdem.

Bestehen werde ich die Klausur vermutlich, da mache ich mir nicht allzu viele Sorgen, aber ich will nicht nur bestehen, ich will auch gut abschneiden! Ich brauche die Bestätigung, dass ich richtig damit gelegen habe, Germanistik und Soziologie als Studienfächer zu wählen. Und natürlich ist es ein viel schöneres Gefühl, aus einer Klausur zu gehen, in der man alle Aufgaben lösen konnte, als den Raum zu verlassen und zu wissen, dass man wohl direkt mit dem Lernen für den Nachschreibtermin anfangen kann.

Für die nächste Klausur kann ich schon mal festhalten, dass ich ein wenig früher mit dem Lernen anfangen werde – ein oder zwei Wochen mehr kämen mir jetzt nämlich sehr gelegen, gerade auch, damit notwendige Pausen kein Problem darstellen. Diesmal muss ich wohl die verbliebene Zeit so effektiv wie möglich nutzen!

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Jul 10, 2013
Autor: Janna
Rubrik: studium
Jul 10, 2013