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100 erste Tage an der Uni

Gruppenarbeiten

Während der Schulzeit hatte ich sehr gerne Referate in einer Kleingruppe gehalten, weil ich damit oft meine Note verbessern konnte. Doch dass Gruppenarbeit in der Schule etwas anderes bedeutet als im Studium, musste ich feststellen, als ich zuletzt in einigen Modulen in verschiedene Gruppen eingeteilt wurde.
In meiner ersten Referatsgruppe kannte ich die anderen Studierenden gar nicht. Hinzu kam, dass viele von ihnen schon in einem höheren Semester oder ein ganz anderes Fach studierten, sodass unsere Wissensstände sehr unterschiedlich waren. Dafür war der Großteil dieser Gruppe sehr motiviert – weswegen ich mich nicht nur einmal am Wochenende morgens um acht Uhr in der Bibliothek wiederfand, um mit allen an unserer Präsentation zu feilen. Ganz anders lief es mit einer Gruppe in einem anderen Modul ab. Zwar studierten wir alle Sozialwissenschaften im ersten Semester, doch dafür hielten sich Engagement und Motivation einiger Gruppenmitglieder sehr stark in Grenzen. Zu verabredeten Treffen erschien oft, wenn überhaupt, nur die Hälfte aller Beteiligten. Aus diesem Grund waren wir auch wenige Tage vor dem Referatstermin kaum einen Schritt weiter gekommen und ziemlich planlos – kurz vor knapp wurde es richtig stressig. Am Ende klappte zwar trotzdem alles irgendwie, aber ich war sehr froh, als ich dieses Referat hinter mir hatte. Dass nicht alle die Definition von einer Gruppenarbeit begriffen hatten, bewies mir eine dritte Referatsgruppe. Wir trafen uns nur ein einziges Mal alle zusammen, da sich weitere Treffen erübrigten. Ein Kommilitone aus dieser Gruppe nahm ungefragt die gesamte Arbeit auf sich, erstellte Handout und Präsentation alleine und teilte eigenmächtig ein, wer welchen Teil übernahm. Eigentlich will ich mich gar nicht darüber beschweren, weil es mir sehr viel Zeit sparte. Aber den Sinn einer Gruppenarbeit erfüllte es trotzdem nicht.
Nach diesen drei Präsentationen bin ich mir nicht mehr sicher, ob mir engagierte oder faule Gruppenmitglieder lieber sind. Ideal wäre wohl irgendetwas dazwischen.

Autor: Franziska  |  Rubrik: studium  |  Jan 13, 2017
Autor: Franziska
Rubrik: studium
Jan 13, 2017

100 erste Tage an der Uni

Reading Week

In der Mitte des Semesters findet an der Universität Marburg für die Fachbereiche der Geisteswissenschaften eine sogenannte „Reading Week“ statt. In dieser Woche finden weder Vorlesungen noch Tutorien oder andere Veranstaltungen statt. Stattdessen sollen die Studierenden Zeit bekommen, Stoff nachzuarbeiten und, wie der Name schon sagt, eigenständig zu lesen.
Ich wollte die freien Tage außerdem nutzen, um mal wieder nach Hause zu meinen Eltern zu fahren. Also habe ich mir ein paar Bücher aus der Universitätsbibliothek geliehen und meine kompletten Unterlagen mitgenommen, damit ich auch wirklich produktiv sein konnte. Kurz nach der „Reading Week“ musste ich nämlich ein Exzerpt abgeben sowie zwei Referate halten. Außerdem wurde es langsam, aber sicher Zeit, mir Gedanken über ein Thema für meine Hausarbeit zu machen, die ich am Ende des Semesters schreiben würde. Ich konnte die freien Tage also ganz gut gebrauchen.
Am Ende der Woche hatte ich es tatsächlich geschafft, meine komplette To-do-Liste abzuarbeiten. Die freie Zeit in der Mitte des Semesters hat mir sehr geholfen, weil ich endlich auch die Sachen erledigen konnte, die ich mir schon seit einer ganzen Weile vorgenommen hatte. Während des Semesters komme ich nämlich oft nur zum Wesentlichen und schiebe alles Weitere auf unbestimmte Zeit auf. Außerdem habe ich es noch geschafft, mich mit ein paar meiner alten Schulfreunde zu treffen, habe meine Kollegen in meiner ehemaligen FSJ-Einsatzstelle besucht und Zeit mit meiner Familie verbracht. Der Besuch zu Hause hat sich also gelohnt!

Autor: Franziska  |  Rubrik: studium  |  Dec 12, 2016
Autor: Franziska
Rubrik: studium
Dec 12, 2016

100 erste Tage an der Uni

Freizeitstress

Allmählich kehrt in mein Studentenleben ein bisschen Alltag ein. Meinen Stundenplan habe ich mittlerweile verinnerlicht und ich weiß, wie viel Zeit ich für die Nachbereitungen und das Textelesen einplanen muss, um mit dem Stoff hinterherzukommen. Obwohl ich das Gefühl habe, meinen Unikram gut zu organisieren und alles im Griff zu haben, fühle ich mich in letzter Zeit aber ein bisschen gestresst.
In meiner Freizeit bin ich viel unterwegs, was hauptsächlich daran liegt, dass mein Freundeskreis in Marburg sehr unternehmungslustig ist – ob Geburtstagsfeiern, Poetry-Slam, eine spontane Kneipentour oder nur ein Filmeabend, irgendetwas ist eigentlich immer geplant. Hinzu kommt, dass ich fast jeden Tag ins Fitnessstudio gehe, wofür ich ausreichend Zeit einplanen muss. Außerdem bin ich der aktiven Fachschaft beigetreten, die sich regelmäßig trifft. Wegen all dieser Aktivitäten bin ich nur selten zu Hause und habe nur wenig Zeit für mich alleine.
Vor kurzem entschieden meine Freunde spontan, abends doch noch einmal loszuziehen. Eigentlich hatte ich mich schon auf einen gemütlichen Abend zu Hause gefreut, geriet aber trotzdem wieder in einen inneren Konflikt: Einerseits hatte ich eine anstrengende Woche hinter mir und war ein bisschen erkältet, weswegen ich früh schlafen gehen wollte. Andererseits wollte ich auch keinen lustigen Abend mit meinen Freunden verpassen. Letztendlich entschied ich mich trotzdem dafür, zu Hause zu bleiben. Spätestens als ich mit meiner Kuscheldecke und einem Buch im Bett lag, war ich froh, diese Entscheidung getroffen zu haben. Ich konnte mich nicht erinnern, wann ich zuletzt einfach mal einen Roman gelesen, Musik gehört oder eine Serie geschaut habe.
Obwohl ich weiß, dass ich an diesem Stress selbst schuld bin und mich niemand zwingt, ständig unterwegs zu sein, fällt es mir schwer, Prioritäten bei meinen Freizeitaktivitäten zu setzen. Ich habe mir aber vorgenommen, in Zukunft mehr Zeit für mich selbst einzuplanen, um eine gute Balance zwischen Uni, Freunden, Sport und Zeit zum Entspannen zu finden.

Autor: Franziska  |  Rubrik: studium  |  Nov 22, 2016
Autor: Franziska
Rubrik: studium
Nov 22, 2016