interaktiv

Studentenleben live

Autofreie Stadt

Autor:

Rubrik:
studium

16.11.2011

„Diner en blanc“ – so hieß das Straßenfest am letzten Wochenende, bei dem wir, die Bewohner unseres Kietz‘, die Straße mit Tischen, Bänken und Stühlen bestellt haben. Es handelt sich dabei um eine Art Massenpicknick, bei dem weiß gekleidete Anwohner auf den Straßen zusammen essen. Bei dieser Gelegenheit haben wir festgestellt, wie schön es doch wäre, wenn auf der Straße nicht so viele Autos stünden und führen. Wie viel öffentlicher Raum durch parkende und fahrende Autos überhaupt verloren geht! Ein paar hier schon länger lebende Anwohner erzählten mir, wie vor einigen Jahren die Autos hier noch längs der Straße in einer Reihe parkten. Dann kamen sie auf die Idee quer zur Straße zu parken und jetzt besetzen sie auch den breiten Bürgersteig. Demnächst werden die Autos vielleicht so weit in die Straße hinein ragen, dass diese nur noch als Einbahnstraße zu gebrauchen ist.

Viele der Autos parken hier die ganze Woche über und die Leute nutzen sie nur am Wochenende oder mal für einen größeren Einkauf. Leipzig ist flach und nicht riesig. Mit dem Fahrrad kommt man überall hin, ansonsten eben auch mit Bus oder Straßenbahn. Von uns Studenten hat hier sicher jeder ein Fahrr

ad. Aber auch viele andere Leute setzen sich lieber aufs Rad, um in die Stadt zu kommen, Freunde zu besuchen oder Besorgungen zu machen. Autos hingegen sind lauter, dreckiger und gefährlicher – und sie brauchen eben sehr viel Platz. Ohne Autos könnten Kinder auf der Straße spielen, man könnte die Vögel in den Bäumen hören und das Äpfel, die am Straßenrand wachsen, vielleicht sogar bedenkenlos essen. Das und vieles mehr haben wir beim „Diner en blanc“ besprochen und teilweise erst bemerkt, während wir gegessen, getanzt und Musikern gelauscht haben.

Diesen Artikel teilen