interaktiv

Studentenleben live

Animateur in Frankreich

Autor:
Inga

Rubrik:
studium

07.08.2013

Ich hatte die einmalige Gelegenheit, eine preisgünstige BAFA-JuLeiCa Schulung im Elsass in Frankreich zu machen. BAFA-JuLeiCa? Wie bitte? Die deutsche Jugendleiter-Card (JuLeiCa) dürfte noch bekannt sein: Sie qualifiziert den Inhaber als ausgebildeten Jugendgruppenleiter. Bei dem Begriff BAFA wird es schon komplizierter. Die Abkürzung steht für „Brevet d'aptitude aux fonctions d'animateur“, gemeinhin wird sie als französisches Äquivalent zur JuLeiCa angesehen; mit dieser Vorstellung ging ich auch in die Ausbildung – und fiel ins kalte Wasser.
Die außerschulische Jugendarbeit hat in Frankreich einen ganz anderen Stellenwert als in Deutschland. Kinder werden teilweise zwölf Stunden am Tag betreut, die Ferien verbringen sie größtenteils in Freizeitzentren, die einer Schule nicht unähnlich sind, nur ohne Lehrinhalt. Animateure werden also immer gebraucht, mit dem BAFA-Diplom in der Hand kann man dort prima Geld verdienen. Deshalb besteht die französische Ausbildung auch nicht nur aus einem Wochenseminar wie es für die JuLeiCa nötig ist, sondern aus zwei Seminaren plus Praktikum. Und genau in diesem kulturellen Unterschied lag das Problem für uns Teilnehmer. Kinder in Frankreich werden in den Ferien, aber auch vor und nach der Schule betreut – in Deutschland geht es in der Jugendarbeit meistens ausschließlich um Ferienfreizeiten. Dementsprechend unterschiedlich waren unsere Vorstellungen davon, wie Jugendarbeit auszusehen hatte: Die Deutschen unterstrichen mehrheitlich den Bildungsauftrag in der Jugendarbeit und bauten Museen, Theater und Workshops ein. Die Franzosen plädierten mit großer Mehrheit für den Spiel- und Spaßfaktor rund um die Uhr. Die Kompromissfähigkeit auf beiden Seiten wurde auf eine harte Probe gestellt.

 

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