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Studentenleben live

Sorbonne

Drinnen ein großer steinerner Hof, im Gebäude lange Flure, Korridore, in den Ecken Treppenhäuser, aber sonst ist es ziemlich leer. Kein Vergleich zu den Studenten-Massen, die ich aus Leipzig gewohnt bin. Ich spreche mit einer Studentin – sie verrät mir, dass bis vor einer halben Stunde noch deutlich mehr Leute hier waren, aber freitags um 12.30 Uhr machen hier Professoren und Studenten Feierabend. Jetzt ist es gleich 13 Uhr ... Na, wenigstens kann ich mir das Gebäude noch ein wenig ansehen. Die Studentin empfiehlt mir jedoch, zunächst noch in einem kleinen unscheinbaren Informationsbüro vorbei zu schauen. Ich fand dort eine ältere Dame, die ihre Arbeit mit langen persönlichen Telefonaten, etwas Ironie und Zynismus auflockert. So kann sie sich vielleicht mit der bürokratischen Maschinerie, in der sie steckt, abfinden. Als ich ihr erzähle, dass ich mit Erasmus an der Sorbonne studieren will, erzählt sie mir nichts vom Studium, diesem berühmten Ort, den guten Cafés in der Nähe … nein, sie gibt mir einen Schnellkurs, wie ich mich durch das Anmeldeportal klicken muss, was ich auszufüllen habe, wo ich das Formular, in wie viel Ausführungen hinschicken muss und so weiter.

Danach sehe ich mich weiter um. Die Treppenstufen knarzen geschichtsträchtig oder altersschwach. Im ersten Stock sind ein paar Seminarräume – die Blechjalousie hängt zerfleddert vorm staubigen Fenster, unten verläuft eine breite Straße. Im Raum stehen etwa 20 kleine Tische und 20 kleine Stühle, alle nach einer kleinen Tafel ausgerichtet – ich denke an eine arme Grundschule. Der nächste Seminarraum scheint ebenfalls nur für kleine Menschen gemacht.

Ich habe für heute genug gesehen, vielleicht komme ich nochmal wieder, wenn hier mehr los ist. Als ich wieder auf die Straße trete, sehe ich gegenüber das berühmte Lycée Louis-le-Grand. Hier kann man also von der Schule auf die andere Straßenseite an die Uni wechseln – dass man von einem dieser beiden berüchtigten Gymnasium an die Sorbonne wechselt, ist wohl schon so gut wie vorprogrammiert. Mal sehen, ob ich das auch mache.

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Feb 10, 2014
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Rubrik: studium
Feb 10, 2014

Studentenleben live

Warten auf die Vorfreude

In sage und schreibe einer Woche geht es los nach Slowenien. Es ist immer wieder erstaunlich, wie sich Dinge, die man mehr als ein halbes Jahr vorher plant, dann plötzlich erfüllen. Die Prüfungen sind fast geschafft, das Zimmer ist leer geräumt, eine Zwischenmieterin gefunden – nur eines will sich nicht einstellen: die Vorfreude. Mein Kopf ist so voll von dem Prüfungsstoff (Griechischvokabeln, um ganz genau zu sein) und all den Dingen, die ich vor der Abfahrt auf jeden Fall noch erledigen muss, dass ich keine Zeit habe, Pläne zu schmieden für die von allen hochgelobte, unvergessliche Erasmuszeit. Ich mache mir eher Sorgen darüber, was ich vor Ort noch alles machen muss. Zum Beispiel eine Wohnung zu finden.

Es ist zwar nicht überall auf der Welt so schwierig ein Zimmer zu finden wie in Freiburg, aber ich habe ein bisschen Angst davor, übers Ohr gehauen zu werden, weil ich die Landessprache nicht so gut beherrsche. Mein künftiger Vermieter könnte ausnutzen, dass nicht weiß, wie viel Geld man für ein Zimmer in Ljubljana verlangen kann und nicht jedes Wort aus dem Mietvertrag verstehe.

Und was ist mit den Studentenwohnheimen? Ja ... die sind zwar günstig, aber haben einen großen Haken: Man teilt sich ein Zimmer. Vielleicht bin ich verwöhnt, ich gebe es gerne zu, aber nachdem ich mir 18 Jahre lang ein Zimmer mit meiner Schwester geteilt habe, möchte ich mir wirklich nie wieder ein Zimmer teilen müssen. Und schon gar nicht mit einer fremden Person. Die dann womöglich mitten in der Nacht mit all ihren Freunden ins Zimmer platzt, oder am liebsten zum Einschlafen Heavy Metal hört! Oder, oder, oder. Die Liste der möglichen furchtbaren Angewohnheiten meiner potenziellen Mitbewohnerin könnte unendlich fortgeführt werden.

Und wie ich mit meinem sehr rudimentären Slowenisch den Vorlesungen folgen soll, weiß ich auch noch nicht. Das ist aber halb so wild, denn ich bin noch nicht einmal sicher, welche ich belegen soll. Ich sitze also in meinem kahlen, leeren Zimmer (mit niemandem, außer meinen Pflanzen) lerne noch für die kommenden Prüfungen und warte auf sie: die Vorfreude.

Autor: Rose  |  Rubrik: studium  |  Feb 7, 2014
Autor: Rose
Rubrik: studium
Feb 7, 2014

Studentenleben live

Meine Chefin will mein Skript

Ja, ihr lest richtig. Meine Chefin ist sehr an den Unterrichtsmaterialien für meinen „Customer and Consumer Behaviour“-Kurs interessiert. Als ich ihr erzählte, dass ich heute eine Prüfung in diesem Fach hätte, wollte sie ganz genau wissen, welche Themeninhalte wir in der Vorlesung behandelt hatten. Sie war wirklich nicht mehr zu bremsen. Ich übertreibe nicht! Ich musste sie sogar daran erinnern, dass ich das Büro jetzt unbedingt verlassen und mich auf den Weg zur Uni machen müsse, um nicht zu spät zu kommen. Sie findet dieses Thema einfach so wahnsinnig interessant und möchte ihren Wissendurst unbedingt stillen. Ein gutes Vorbild, wenn ihr mich fragt. Denn nicht nur im Marketing gibt es rasante Veränderungen zu beobachten.

Wir leben heutzutage in einer schnelllebigen Welt. Trends kommen und gehen. Was morgen gehypt wird, ist übermorgen schon wieder old school. Um mit dieser Entwicklung mitzukommen, braucht es nicht nur viel Zeit und Geduld, sondern auch die nötige Disziplin. Schließlich muss gelesen werden, was das Zeug hält: Blogs, Magazine, Pressemitteilungen, Trendstudien… Ihr wisst ja, wovon ich spreche. Lebenslanges Lernen eben. Das wurde uns doch schon in der Schule angepriesen. Und die Lehrer hatten recht – wie man sehr gut am Beispiel meiner Chefin beobachten kann. Die Marketingbücher und -skripte, die sie während ihrer Uni-Zeit gelesen und studiert hat, sind doch heute alte Schinken. Einige Standardwerke bleiben natürlich das Must-Have in jedem Marketingregal. Aber für die Mehrheit gilt: überholt, verstaubt und einfach nicht mehr auf dem neuesten Stand.

Ich stelle mir gerade vor, wie ich später meinen Kindern erzähle (unter denen hoffentlich zumindest bei einem ebenfalls das Herz für Marketing schlägt), was ich alles in der Uni gelernt habe und mit welchen Mega-Trends ich meine Berufskarriere gestartet habe. Ich bin mir hundertprozentig sicher, dass ich einen gewissen Kommentar zu hören bekommen werde, den ich meinen Eltern auch schon das eine oder andere Mal an den Kopf geworfen habe: „Das ist doch schon tausend Jahre her und ja wohl sowas von out. Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass das mal der absolute Hype war…“ Wir werden es sehen.

Autor: Jacqueline  |  Rubrik: studium  |  Feb 7, 2014
Autor: Jacqueline
Rubrik: studium
Feb 7, 2014