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Studentenleben live

Zeiten ändern sich

Eine Sache, die mich und meine Kommilitonen oft beschäftigt, ist die uns ständig umgebende Schnelllebigkeit und Unbeständigkeit. Wir sind total ungebunden. Das Bachelorstudium dauert drei Jahre, der Master nur noch zwei. Zwischendurch macht man Praktika, oft in einer anderen Stadt. Man fährt über die Ferien wieder in die Heimat, besucht Freunde in den Städten, in denen sie nun studieren, bereist fremde Länder. Warum sich da noch auf etwas oder jemanden wirklich einlassen? Macht doch alles keinen Sinn, lass uns frei und im Moment leben … Und dann kommt plötzlich das Gefühl der Einsamkeit und der Wunsch nach Sicherheit. Ich finde, das beschreibt das Gefühl meiner Generation ganz gut.

Alles ist drin, wir möchten alles sehen, wir verändern uns permanent, weil wir uns auf eine neue Lebenssituation einstellen müssen – und sind gleichzeitig überfordert von den Möglichkeiten. Da sehnt man sich nach jemandem, der Halt gibt. Eine Lösung dafür habe ich noch nicht gefunden, ich wurschtle mich so durch und sage mir: Wenn ich erst mal 30 bin, dann legt sich das Chaos schon, dann habe ich (hoffentlich) einen Job, einen ungefähren Plan, was ich mit meinem Leben anfangen will. Dann macht auch ein fester Partner Sinn sowie eine schöne Wohnung (warum soll ich hier viel kaufen/einrichten, wenn ich doch eh in ein paar Monaten wieder wegziehe?). Ein bisschen Angst habe ich aber davor, dass ich mich mit 30 schrecklich langweile. Dann sehne ich mich bestimmt nach dem turbulenten Studentenleben. So ist das oft, man will meistens das, was man gerade nicht hat.

Autor: Miriam  |  Rubrik: studium  |  Feb 17, 2014
Autor: Miriam
Rubrik: studium
Feb 17, 2014

Studentenleben live

Blinder Passagier

Diese Woche bekam ich die Gelegenheit, mein Studentenleben mal aus einer ganz anderen Perspektive zu sehen – und zwar aus der eines Freundes. Spaßeshalber hatte er sich dazu bereit erklärt, mich einen Tag lang in die Uni zu begleiten, sich mit in meine Vorlesungen zu setzen und mit mir in die Mensa zu gehen. Das alles sind Dinge, die für mich ganz normal sind und meinen Alltag an der Uni Göttingen ausmachen, doch für einen gelernten Fliesenleger ist das völliges Neuland.

Wie gewöhnlich begann der Tag für uns um 8:15 Uhr. Wenn ich nur an meine Schulzeit zurückdenke: Damals saß ich zu diesem Zeitpunkt meist schon längst im Klassenzimmer, nachdem der Wecker mich um kurz nach sechs aus dem Bett geklingelt hatte. Dagegen ist das jetzt quasi Luxus.

Zur Uni geht es für mich meistens mit dem Fahrrad und das bei Wind und Wetter. Doch da ich meinem Freund nicht zumuten wollte, entweder neben mir her zu joggen oder sich auf meinen Gepäckträger zu klemmen, nahmen wir ausnahmsweise den Bus. So kam ich zumindest einmal trocken und ohne zerzaustes Haar am Campus an.

Als erstes stand für uns meine Mediävistik-Vorlesung auf dem Stundenplan: „Der Held und sein Schwert“. Klingt nicht nur ein bisschen verrückt, das ist es auch. Doch obwohl ich vor dem Teilfeld der Mittelalterstudien im Vorfeld am meisten Bammel hatte, ist es inzwischen zu einem meiner Lieblingsfächer avanciert. Mein Freund schien sich jedoch nur wenig für das Thema der Mensch-Ding-Beziehungen in mittelalterlichen Texten begeistern zu können, da halfen auch die Star Wars-Filmausschnitte, die wir uns zu Vergleichszwecken ansahen, nur wenig.

Autor: Noelle  |  Rubrik: studium  |  Feb 13, 2014
Autor: Noelle
Rubrik: studium
Feb 13, 2014

Studentenleben live

Zwei Welten mit einem Ziel (Teil 2)

Morgens um neun alberten wir noch herum. Unser Frühstück tauften wir – uns über jede politische Couleur lustig machend – „Das antifaschistische Aktionsfrühstück“ und bei Twitter verfolgten wir empörte Parolen der linken Naziblockierer über das Verhalten der Polizei und über den Stand der Dinge und der Neonazis. Danach ging es ab auf die Meile der Demokratie, den Stand aufbauen. Innerhalb kürzester Zeit standen die Friendenstaubenflugmaschine und das Nazi-Bullshit-Bingo. Während das Basteln der Friedenstauben eher die kleineren Gäste anzog, wurde das Bingo zu einem echten Publikumsgag. Ganze Menschentrauben versammelten sich zeitweise um unseren Stand und versuchten zu erraten, ob die vorliegenden Zitate von Demokraten oder aus der rechten Szene stammten. Irgendwann wurde es uns zu kalt am Stand und wir gingen uns kurz die Beine vertreten.

Twitter sagte uns, dass der Aufmarsch der Rechten auf der anderen Seite der Elbe stattfinden würde, also beschlossen wir kurzerhand, vom „Bratwurst-Antifaschismus“ zu den „richtigen“ Linken zu wechseln. Wie zu erwarten war, waren sämtlich Elbbrücken gesperrt als wir ankamen. In zwei bis drei Reihen standen die Polizisten hinter ihren Absperrgittern und auf der Brücke stauten sich die Polizeiautos. Irgendwo faselte ein vermummter Autonomer etwas über Absperrung durchbrechen. Der schwarze Mob schloss sich ihm an und gemeinsam pöbelten sie die Polizei an. Auf unserem Weg zurück zur Meile holten uns plötzlich News über den Verbleib der Neonazis und damit auch der Autonomen ein: Bauzäune zerschmetternd, Steine und Böller werfend rannten sie zu hunderten gen Norden, verfolgt von einer deutlichen Minderheit an Polizisten. Bescheuert. Morgens hatten sie noch „friedlich“ Gleise blockiert, damit der Aufmarsch nicht stattfinden kann. Das hatte wenigstens den Anschein einer sinnvollen Begründung. Jetzt sah es nach Randale pur aus. Teurer Spaß.

Autor: Inga  |  Rubrik: studium  |  Feb 12, 2014
Autor: Inga
Rubrik: studium
Feb 12, 2014