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Studentenleben live

Neuland Bayern

Je mehr man im deutsch-tschechischen Jugendaustausch mitmischt, desto weniger kommt man an einem vorbei: Bayern. Bis vor etwa einem Jahr konnte ich wahrheitsgetreu behaupten, noch nie in meinem Leben in Bayern gewesen zu sein. Ich finde das nicht schlimm, denn welcher Bayer war denn schon an der Nordsee? Tatsächlich bin ich inzwischen fast jedes zweite Wochenende, wenn nicht in Bayern selbst, dann doch zumindest mit Urbayern unterwegs, weiß inzwischen wo Oberfranken und Unterfranken liegen und gewöhne mich an die merkwürdigsten Arten, Deutsch zu sprechen. Es kommt sogar vor, dass ich in meinem Lebenslauf ein „außergewöhnliches Interesse an der bayrischen Kultur“ bezeuge, nur um in ein tschechisch-bayrisches Projekt hineinzukommen, das für potenzielle Teilnehmer „Restdeutschlands“ nicht vorgesehen ist.
Bisweilen ist es mir jedoch tatsächlich so schwergefallen, meine süddeutschen Kollegen sprachlich zu verstehen, dass ich mich dabei erwischt habe, wie ich der tschechischen Übersetzung lauschte, um wenigstens einen Teil des zuvor Gesagten zu erfassen. Das war natürlich für die anwesenden Tschechen besonders lustig und im Scherz hieß es bald: „Du nimmst ja nur am deutsch-tschechischen Austausch teil, um Bayern kennenzulernen!“ Tatsächlich ist das vielleicht nicht das Hauptziel, aber ein höchstinteressanter Nebeneffekt!

 

Autor: Inga  |  Rubrik: studium  |  Apr 1, 2015
Autor: Inga
Rubrik: studium
Apr 1, 2015

Studentenleben live

Seitenwechsel

Zitternde Knie, abgekaute Fingernägel: Ich war unglaublich aufgeregt. Und das nicht ohne Grund. Schließlich sollte ich das erste Mal vor einer Klasse eine Stunde halten. Der Sowi-Lehrer, bei dem ich hauptsächlich aus Eigeninteresse für das Fach hospitierte, hatte mich gefragt, ob ich denn gerne mal selber unterrichten wollte. Ich hatte mich bislang darauf eingestellt, in diesem Fach nur zuzuschauen, sagte aber zu. Wir besprachen kurz, welches Thema ich mit welchem Aufbau behandeln sollte, überlegte am Wochenende davor ein bisschen, wie ich genau anfangen und weitermachen sollte. Vor dem Unterricht hatte ich noch kurz Zeit, mit dem Lehrer meine Pläne zu besprechen, dann wurde es ernst. Statt hospitierend in der letzten Reihe, stand ich plötzlich nur mit Kreide, Buch und meinen Notizen bewaffnet vor der Klasse.

Um es kurz zu machen: Es war sicherlich keine Meisterleistung. Schon während der Stunde fielen mir ein paar Sachen auf, die ich hätte besser machen können. Ein Reinfall war es aber gewiss auch nicht. Die Schüler arbeiteten mit und wussten nach den 45 Minuten zumindest ein bisschen mehr über Ingleharts Forschung zu Materialismus und Postmaterialismus als vorher. Das Stundenziel wurde zwar nur knapp erreicht, weil mir der Gong zuvorkam, aber hey, die befürchteten Worst-Case-Szenarien wie Rotwerden, plötzliche Weinkrämpfe, Ohnmachtsanfälle oder ähnliches sind auch nicht eingetreten. Für meine allererste Unterrichtsstunde gar nicht schlecht, fand ich – und der Lehrer war auch mit mir zufrieden: Er hatte zwar genau die Sachen zu kritisieren, die mir auch schon aufgefallen waren, lobte aber insgesamt mein Auftreten und sogar meine Vorgehensweise bei der Textbesprechung am Ende, bei der ich ein paar Kniffe, die mir beim Hospitieren aufgefallen waren, versucht hatte anzuwenden – offenbar erfolgreich.

In drei weiteren Kursen darf ich in den nächsten Tagen ebenfalls unterrichten. Ich bin weiterhin aufgeregt, aber nach dem guten Start hoffe ich, dass es ähnlich glimpflich laufen wird.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Apr 1, 2015
Autor: Janna
Rubrik: studium
Apr 1, 2015

Studentenleben live

Nachtzug nach Lissabon

So ein Nachtzug ist schon eine feine Sache – eigentlich. Denn meine Geschichte dazu ging schon schlecht los: Gemeinsam mit meinem Freund hatte ich in Madrid einen ganzen Tag damit verbracht, bei RENFE (der spanischen Eisenbahngesellschaft) das Ticket zu kaufen. Die Internetseite hatte nicht funktioniert und wir mussten mehrere Bahnhöfe abklappern, bis wir jemanden gefunden hatten, der willig war, uns das Ticket zu verkaufen. Wir fanden aber, dass es sich gelohnt hatte, denn von Salamanca nach Lissabon für 30 Euro zu fahren ist wirklich ein gutes Geschäft.

Am Abend der Abfahrt sind wir zu unserer Pension gegangen, um unser Gepäck abzuholen, welches wir dort netterweise den Tag über unterstellen durften. Doch leider war keiner mehr an der Rezeption, obwohl wir abgesprochen hatten, dass wir unsere Sachen um 23 Uhr abholen würden. Wir haben also entspannt gewartet, schließlich würde der Zug ja erst in zwei Stunden losfahren. Nach einer halben Stunde sind wir langsam nervös geworden. Ich kam auf die Idee, in der Bar nebenan zu fragen – und hatte Glück: Die Bedienung kannte den Neffen des Besitzers der Bar aus der Schule und hat ihn aus dem Bett geklingelt. Der wiederum hatte die Nummer von dem Mann, der uns versprochen hatte, uns das Gepäck zu geben und so konnten wir ihn anrufen. Er hatte uns einfach vergessen und war kurze Zeit später da. Erleichtert machten wir uns auf den Weg zum Bahnhof, allerdings mussten wir und mittlerweile beeilen: Wir hatten noch eine halbe Stunde. Als wir am Bahnhof ankamen, sahen wir auf der Anzeige, dass der Zug 30 Minuten Verspätung haben würde. Aus den 30 Minuten sind zwei Stunden geworden. Nachts um drei ging es dann endlich los. Glücklich bezogen wir unser Abteil und freuten uns auf eine Mütze voll Schlaf. Aber leider war daran nicht zu denken. Im Zug hatte es um die 40 Grad, weil die Heizungssteuerung kaputt war. Auf den Plätzen am Fenster neben der Heizung konnte man gar nicht sitzen, weil man sich die Beine verbrannt hätte.

Nach langen, anstrengenden und vor allem wachen achteinhalb Stunden sind wir völlig erschöpft in Lissabon abgekommen. Wir waren so müde, dass wir uns ein Taxi zur Wohnung der Cousine meines Freundes leisteten und haben den kompletten ersten Tag verschlafen.

Autor: Maja  |  Rubrik: studium  |  Mar 31, 2015
Autor: Maja
Rubrik: studium
Mar 31, 2015