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Studentenleben live

Datenjournalismus

Autor:
Sabrina

Rubrik:
studium

21.04.2015

Pünktlich zum Start des neuen Semesters starten auch wieder meine außercurricularen Seminarverpflichtungen. Ja, sowas gibt es. Ich habe ein Stipendium bei einer politischen Stiftung, das neben einer finanziellen auch eine ideelle Förderung beinhaltet. So muss ich pro Jahr zwei bis drei Seminare dieser Stiftung verpflichtend besuchen. Nach oben sind keine Grenzen gesetzt und wenn mich Themen interessieren, darf ich zu so vielen Seminaren wie ich möchte. Vergangenes Wochenende stand das Thema Datenjournalismus auf dem Programm. Ein Wortungetüm, das immer häufiger durch die Medien geht. Was sich dahinter versteckt, ist die Recherche nach Zahlen und Fakten – Daten eben –, auf deren Basis journalistische Geschichten geschrieben werden. In drei Tagen lernten wir Teilnehmer, wo man Datenbanken findet, zu welchen Themen es überhaupt Statistiken gibt und zu welchen nicht. Niemand in Deutschland kann dir beispielsweise genau sagen, wie viele Prostituierte es hier wirklich gibt. Und die Schätzungen gehen so weit auseinander, dass man die Daten dazu im Grunde gleich vergessen kann.

Das wichtigste Werkzeug im Datenjournalismus ist Excel. Ein Programm, von dem viele nur Bahnhof verstehen. Da könnten genauso gut chinesische Zeichen drinstehen. Denkste! Anhand von Alltagsbeispielen aus dem Journalismus wurde uns gezeigt, welche Formeln man braucht und welch nützliche Funktionen dieses Programm sonst noch vorzuweisen hat. Ich kann jetzt jedenfalls mit S-Verweisen Tabellen verknüpfen und mit Pivot-Tabellen die wildesten Spielereien und Bezüge zusammenstellen. Auch freizugängliche Software haben wir besprochen. Mit Evernote seinen Kram verwalten, mit Netvibes auf dem Laufenden bleiben, mit GoogleMaps Daten visualisieren oder sich von DataWrapper interaktive Grafiken ausspucken lassen. Was es nicht alles gibt.

Und das Beste kommt ja erst noch! Am ersten Unitag dieses Semesters habe ich mir natürlich gleich zwei Referate für die kommende Woche aufschwatzen lassen. Aber was rum ist, ist rum, dachte ich mir. In meinem Zertifikatsstudiengang „Didaktik des Deutschen als Zweitsprache“, den ich seit diesem Semester nebenbei mache, soll ich nun statistische Angaben über die einzelnen Gruppen mit Migrationshintergrund in Deutschland auftreiben, auswerten und graphisch darstellen. Ha! Was für eine gemähte Wiese nach diesem Wochenende. Ihr entschuldigt mich, ich bin mal eben den Migrationsbericht analysieren.

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