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Studentenleben live

Besuch im Klinikum

Wenngleich ich in Peru bisher richtig Glück hatte und weder nennenswerte Magenprobleme noch sonstige Erkrankungen hatte, habe ich all diese „Versäumnisse“ an nur einem Tag nachgeholt. Nachdem ich den Fahrradunfall relativ unbeschadet überstanden hatte, zerrte ich mir am gleichen Abend noch den Fuß. Ich hatte ein Loch in der Straße übersehen und knickte böse um.

Tags darauf holte ich mir aus der Apotheke einige Medikamente und einen Verband gegen den Schmerz. Hier in Peru sind alle Medikamente frei erhältlich, so etwas wie eine Verschreibungspflicht existiert nicht. Da es die folgenden Tage trotz Minimalbelastung (Homeoffice sei Dank) jedoch nicht besser wurde, bin ich doch ins Klinikum gegangen. Ich war sehr dankbar, dass mich meine Mitbewohnerin begleitete.

Die Prozedur war dann doch sehr einfach. Am Schalter brauchte ich nur kurz schildern, was passiert war, und die Consulta, die Erstbegutachtung, zu bezahlen. Später kamen noch die Medikamente hinzu. Die Ärztin beschaute den Fall und schrieb mir anschließend eine lange Liste von Arzneimitteln auf. An drei aufeinander folgenden Tagen musste ich nochmal hin, um mir ein arg brennendes Medikament spritzen zu lassen. Eine Praxis, die hier ganz beliebt zu sein scheint, wie ich aus späteren Gesprächen mit Freunden schließen konnte. Doch so unangenehm die Spritzen auch waren, so haben sie doch ihre Wirkung getan. Nun hilft wohl nur noch ruhen und in ein paar Wochen ist der Fuß wieder wie neu.

Autor: Anni  |  Rubrik: studium  |  Jun 17, 2015
Autor: Anni
Rubrik: studium
Jun 17, 2015

Studentenleben live

Kolloquium (Teil 2)

Das Kolloquium begann mit der Frage, wie ich denn auf mein Thema gekommen sei. Anschließend musste ich meine wichtigsten Ziele und Ergebnisse präsentieren. Es folgten noch ein paar konkrete Fragen zu einzelnen Textabschnitten, wobei unter anderem untersucht wurde, ob ich mir darüber hinaus noch Kenntnisse in bestimmten Bereichen angeeignet hatte. Plötzlich sah mein Erstprüfer auf die Uhr: „So, die Zeit ist auch schon um, wie ich sehe.“

Wirklich? So schnell? Es kam mir so unglaublich kurz vor, aber er hatte recht: Die halbe Stunde war vorbei. Wahnsinn! „Wir würden Sie dann bitten, den Raum kurz zu verlassen, damit wir uns beraten können – wir rufen Sie herein, sobald wir fertig sind!“ Ich verließ den Raum und betrat den andächtig ruhigen Flur.

Erst in diesem Moment brach sich die Nervosität Bahn: Ich bekam schwitzige Hände, mir wurde heiß und ich fragte mich, ob ich mich auf mein Gefühl, dass es gut gelaufen war, verlassen konnte. Schließlich hatte ich alle Fragen beantworten können – aber waren meine Prüfer mit den Antworten auch wirklich zufrieden oder waren sie einfach unzufrieden mit einem Pokerface zur nächsten Frage übergegangen?

„Wir wären dann soweit“, riss man mich aus meinem Gedankenkarussell. Ich atmete kurz durch und folgte meinem Professor zurück in den Prüfungsraum. „Herzlichen Glückwunsch, Frau Master“, wurde ich empfangen, „Sie haben bestanden – und das mit einer sehr schön strukturierten, gut durchdachten Abschlussarbeit.“ Ich grinste und war einfach nur glücklich. Das Thema Masterstudium war nun ganz offiziell abgehakt. Nach einem kleinen Feedback zu meiner Arbeit und der mündlichen Prüfung, sprachen wir noch über meine Zukunftspläne. Ich bedankte mich für die interessanten, lehrreichen letzten Semester, wünschte meinen Prüfern ebenfalls alles Gute und verließ die Uni mit einem breiten Lächeln. Vor der Uni wurde ich von meinen Freunden mit knallenden Sektkorken empfangen. „Glückwuuuuuunsch!“ Endlich geschafft!

Autor: Jacqueline  |  Rubrik: studium  |  Jun 17, 2015
Autor: Jacqueline
Rubrik: studium
Jun 17, 2015

Studentenleben live

Mutige Mädchen

Nach meinem FSJ, in dem ich mich quasi hauptberuflich sozial und kulturell engagiert habe, hatte ich im Studium immer wieder „Anfälle“, mich mal wieder engagieren zu müssen. Schließlich habe ich noch keinen stressigen Berufsalltag und an Vereinen und Initiativen, die Mietarbeiter suchen, mangelt es an der Uni wahrlich nicht.

Das neuste Resultat eines solchen „Anfalls“ ist mein Engagement bei „Mutige Mädchen“. Dieser Verein gibt Kurse für Dritt- und Siebtklässlerinnen zum Thema Selbstbestimmung und Selbstverteidigung und arbeitet präventiv gegen sexualisierte Gewalt an jungen Frauen. Es geht darum, den Mädchen mehr Selbstbewusstsein mitzugeben und klarzustellen, dass sie allein über ihren Körper bestimmen können, egal was andere (vor allem Männer) ihnen erzählen. Viele erwachsene Frauen verdrängen das Thema lieber und meinen, ihnen könne sowieso nichts passieren, wenn sie sich nicht aufreizend anziehen. Leider zeigen anonyme Umfragen und Polizeistatistiken immer wieder, dass jede Frau potenzielles Opfer sein kann. Und auch, dass die meisten Übergriffe erschreckenderweise in der Familie oder in Partnerschaften passieren, wo man sich eigentlich sicher fühlen sollte. Beruhigendes hat sie aber auch zu bieten: Ein Großteil der Angriffe wird abgebrochen, wenn Frauen sich wehren.

„Und was ist mit den Jungs?“, kommt schnell als Kritik, wenn es um Programme für Mädchen und Frauen geht. Natürlich werden auch Jungen Opfer von sexualisierter Gewalt und auch dieses Thema sollte man nicht verschweigen. Allerdings ist es in den meisten Fällen ein männlicher Täter und ein weibliches Opfer. Warum das so ist, kann wohl niemand genau sagen. Theorien dazu gibt es sicher viele.

Im Moment mache ich noch die Ausbildung zur Kursleiterin, ab nächstem Semester kann ich auch bei einem Kurs hospitieren und assistieren. Es ist toll, auf so viele gleichgesinnte Studentinnen während der Ausbildung zu treffen und gemeinsam zu lernen, wie man sich wehren kann. Und bald werde ich dieses Wissen an jüngere Mädchen weitergeben – das ist doch eine gute Sache!

Autor: Rose  |  Rubrik: studium  |  Jun 17, 2015
Autor: Rose
Rubrik: studium
Jun 17, 2015