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Studentenleben live

Mutige Mädchen

Autor:
Rose

Rubrik:
studium

17.06.2015

Nach meinem FSJ, in dem ich mich quasi hauptberuflich sozial und kulturell engagiert habe, hatte ich im Studium immer wieder „Anfälle“, mich mal wieder engagieren zu müssen. Schließlich habe ich noch keinen stressigen Berufsalltag und an Vereinen und Initiativen, die Mietarbeiter suchen, mangelt es an der Uni wahrlich nicht.

Das neuste Resultat eines solchen „Anfalls“ ist mein Engagement bei „Mutige Mädchen“. Dieser Verein gibt Kurse für Dritt- und Siebtklässlerinnen zum Thema Selbstbestimmung und Selbstverteidigung und arbeitet präventiv gegen sexualisierte Gewalt an jungen Frauen. Es geht darum, den Mädchen mehr Selbstbewusstsein mitzugeben und klarzustellen, dass sie allein über ihren Körper bestimmen können, egal was andere (vor allem Männer) ihnen erzählen. Viele erwachsene Frauen verdrängen das Thema lieber und meinen, ihnen könne sowieso nichts passieren, wenn sie sich nicht aufreizend anziehen. Leider zeigen anonyme Umfragen und Polizeistatistiken immer wieder, dass jede Frau potenzielles Opfer sein kann. Und auch, dass die meisten Übergriffe erschreckenderweise in der Familie oder in Partnerschaften passieren, wo man sich eigentlich sicher fühlen sollte. Beruhigendes hat sie aber auch zu bieten: Ein Großteil der Angriffe wird abgebrochen, wenn Frauen sich wehren.

„Und was ist mit den Jungs?“, kommt schnell als Kritik, wenn es um Programme für Mädchen und Frauen geht. Natürlich werden auch Jungen Opfer von sexualisierter Gewalt und auch dieses Thema sollte man nicht verschweigen. Allerdings ist es in den meisten Fällen ein männlicher Täter und ein weibliches Opfer. Warum das so ist, kann wohl niemand genau sagen. Theorien dazu gibt es sicher viele.

Im Moment mache ich noch die Ausbildung zur Kursleiterin, ab nächstem Semester kann ich auch bei einem Kurs hospitieren und assistieren. Es ist toll, auf so viele gleichgesinnte Studentinnen während der Ausbildung zu treffen und gemeinsam zu lernen, wie man sich wehren kann. Und bald werde ich dieses Wissen an jüngere Mädchen weitergeben – das ist doch eine gute Sache!

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