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Studentenleben live

Präsidentin

Wie ich bereits berichtet habe, bin ich wieder bei „oikos“, dem studentischen Verein für nachhaltiges Wirtschaften, der auf der ganzen Welt vertreten ist und in dem ich in Koblenz bereits aktiv war. Obwohl ich erst vier Mal im Tübinger Chapter dabei war, bin ich schon zur Präsidentin ernannt worden. Das macht mir etwas Angst, weil ich weder die Leute wirklich kenne, noch deren Vereinsstruktur. Außerdem kenne ich mich mit dem wirtschaftlichen Schwerpunkt noch nicht aus, den der Verein in Tübingen hat. Ab dem Wintersemester werde ich dann im Amt sein und bis dahin ist ja noch etwas Zeit. Dann werde ich die wöchentlichen Treffen anleiten, Projekte koordinieren, bei externen Veranstaltungen für den Verein sprechen und im Oktober vermutlich nach St. Gallen zum „Presidents Meeting“ fahren, wo ich die Präsidenten der anderen Chapter treffe. Laut der Homepage von „oikos international” sieht das Treffen wie folgt aus: „The Presidents' Meeting is one of the most enriching meetings for oikos members that enables them to learn more about oikos, listen to inspiring experts and improve their journey towards becoming more responsible leaders and inspire others.“

Da ich bereits im nächsten Sommersemester meine Masterarbeit schreiben möchte, übernehme ich das Amt nur für ein Semester und nicht für ein Jahr, wie das sonst üblich ist. Das Studium darf schließlich nicht zu kurz kommen. Da die Arbeit bei „oikos“ allerdings das Gefühl gibt, etwas Sinnvolles zu tun, wäre es für mich auch nicht so schlimm, wenn ich deshalb ein kleines bisschen länger für mein Studium brauchen würde.

Autor: Miriam  |  Rubrik: studium  |  Jun 30, 2015
Autor: Miriam
Rubrik: studium
Jun 30, 2015

Studentenleben live

Hauptsache auf der Liste?

So ganz offiziell studiere ich ja nicht nur Latein und Griechisch, sondern auch noch Geschichte als „normales“ Fach – und als Backup, falls Griechisch als Schulfach abgeschafft werden sollte. In Bremen soll schließlich auch Geographie als eigenes Fach eingestellt werden. Als Schülerin, die im Erdkundeunterricht oft gelitten hat, hätte ich davon nie zu träumen gewagt. Man weiß also nie, was in der Bildungspolitik als nächste „Innovation“ auf einen zukommt.

Ich schweife ab. Wovon ich eigentlich berichten wollte, war meine Geschichtsvorlesung zur griechischen Religion. Eines der Themen, mit dem man die Schülerinnen und Schüler vielleicht für das Fach Griechisch begeistern kann. Was glaubten nun die alten Griechen? Glaubten sie wirklich an Zeus, Aphrodite und Co.? Eine Frage, die sehr schwer zu beantworten ist, weil wir erstens wenige Quellen über private Glaubensüberzeugungen haben und zweitens ein polytheistisches System für die christlich geprägte Welt wirklich sehr schwer zu verstehen ist. Eine Vorlesung also, die es wert ist, gehört zu werden, wie ich finde.

Wie erstaunt war ich, als die Dozentin in den Vorlesungen immer wieder durchblicken ließ, dass sie ja ganz genau wüsste, dass wir die Texte zur Vorbereitung nicht lesen und unsere Zeit hier nur absitzen. Auf einige mag das ja zutreffen, aber muss man die, die interessiert und freiwillig gekommen sind in den gleichen Topf werfen? Man kann ja schlecht aufstehen und sagen: „Entschuldigen Sie bitte, aber mich interessiert zufällig, was Sie hier vortragen.“ Als ich mich noch so ärgerte und wunderte, warum sich denn hunderte junge Leute jedes Jahr wieder ein Geschichtsstudium antun, wenn es sie nicht interessiert (schließlich holt man das große Geld woanders), meldete sich ein Kommilitone zu Wort. Statt einer inhaltlichen Nachfrage aber, kam nur: „Wo ist denn die Liste?“ Mitten in den Vortrag der Dozentin hinein. Man kann von Anwesenheitslisten für volljährige, völlig freiwillig Studierende, ja halten was man will, aber mit dem einzigen Ziel, in eine Vorlesung zu gehen, um das Kürzel hinter seinen Namen zu setzen? Das kann doch nicht der Sinn der Sache sein!

Autor: Rose  |  Rubrik: studium  |  Jun 29, 2015
Autor: Rose
Rubrik: studium
Jun 29, 2015

Studentenleben live

Turbulente Umzugszeit

Schluck und schnief. Es ist soweit: Ich bin durch meine erste Prüfung gerauscht. Es war vielleicht doch etwas utopisch zu glauben, eineinhalb Semester Umweltrecht reichen aus, um in einer Klausur einen baurechtlichen Genehmigungsfall zu prüfen. Ein bisschen traurig bin ich schon, denn hätte ich nur einen Punkt mehr gehabt, hätte ich bestanden. Leider konnte ich den Nachholtermin nicht wahrnehmen, da ich zeitgleich an einem Symposium beteiligt war und ein Referat halten musste. Aber viel Zeit zum Trübsal blasen bleibt mir nicht, schließlich gibt es große Neuigkeiten: Seit ein paar Wochen steht fest, dass wir Bayreuth den Rücken kehren. Zwischenzeitlich sah es so aus, als würden wir berufsbedingt nach Ansbach ziehen, davor war, kurz aber intensiv, das Ruhrgebiet im Gespräch, dann kam eine Zusage aus München, die dann aber zeitgleich mit einem Angebot aus Nürnberg eintrudelte. Nach zwei gemeinsamen Jahren in Bayreuth ziehen wir also nach Nürnberg. Das große, laute und schöne Nürnberg. Mir graut es ein bisschen vor dem Umzug. Mein Mann hat schon mal in der Innenstadt der Frankenmetropole gewohnt. Da war es aber so laut, dass ich mir eine vergleichbare Lage wirklich nicht vorstellen kann.

Ich hänge nun ständig am Telefon und versuche, Vermieter zu erreichen oder stöbere stundenlang nach passendem Wohnraum im Internet. Vier Wohnungen haben wir schon angeschaut, aber wie es aussieht, werden wir noch mal losziehen müssen. Die richtige war bisher einfach noch nicht dabei.

Bis dahin hoffe ich, dass ich das noch ausstehende Referat gut über die Bühne bringe, ganz zu schweigen vom Drittversuch in Umweltrecht. Denn auch wenn sich unser Wohnort ändern wird, mein Studienort bleibt gleich. Ab nächstem Semester werde ich dann wohl von Nürnberg nach Bayreuth pendeln. Vielleicht tut mir die lange Zugfahrt ja gut. Ich weiß, dass ich so manche bestandene Klassenarbeit in der Schulzeit der langen Busfahrt zu verdanken habe.

Autor: Mia  |  Rubrik: studium  |  Jun 29, 2015
Autor: Mia
Rubrik: studium
Jun 29, 2015