interaktiv

Studentenleben live

Die Kölner Schäl Sick

Autor:
Mila

Rubrik:
studium

17.12.2015

Köln. Was für eine wahnsinnig tolle Stadt! Wie ich schon im letzten Blog erzählte, wurde ich gemeinsam mit einer Freundin an der Hochschule für Musik und Tanz angenommen. Wir fanden eine schöne Wohnung, zu zweit auf 70 Quadratmeter – keine Selbstverständlichkeit bei dem Wohnungsandrang in Köln. Die Wohnung war im Stadtteil Humboldt-Gremberg, also auf der Schäl Sick, der rechtsrheinisch gelegenen Seite.

Zu der Aufregung des ersten Umzugs und der großen, wilden Stadt gesellte sich bald meine Nervosität vor dem ersten Tag an der Uni dazu. Mein Stundenplan sah in den ersten Semestern immer sehr ähnlich und recht verschult aus: morgens um 8.30 Uhr eine Stunde Pilates oder Gyrokinesis (eine ganzkörperliche Flexibilitäts- und Körperbewusstseinstechnik) und danach Tanztraining bei unterschiedlichen Professoren. Nach einer einstündigen Mittagspause ging es nachmittags mit Musiktheorie, Tanzwissenschaft oder ähnlichem weiter und meistens gab es danach noch eine Trainingseinheit. Puh! Das klingt erstmal nach einer Menge Arbeit, aber bei dem Spaß, den die ersten Wochen brachten, vergingen die Wochen wie im Flug. Da wir nur 16 Leute in einer Klasse waren und alle Unterrichtseinheiten gemeinsam bestritten, wurden wir im Nu richtig gute Freunde. Die Gruppe war kunterbunt: zwei Jungs aus der Breakdance Szene, einer aus der Tanztheater Szene in Berlin, eine Südkoreanerin, ein Amerikaner, eine Türkin, ein Chinese, drei Mädels mit viel Balletterfahrung, zwei Mädels von einer zeitgenössischen Schule aus Barcelona, zwei Mädels aus Dresden, meine Mitbewohnerin und ich. Oft gingen wir abends noch zusammen etwas essen, auf ein Konzert oder in ein Bar. Trotzdem war es natürlich auch anstrengend und nach einem vollen Trainingstag war ich immer auch froh, ins Bett zu fallen. Viel Zeit, um die Wohnung einzurichten, blieb da nicht, geschweige denn sich anderen Hobbys zu widmen, und so merkte ich nach einem Semester, wie sehr sich mein Alltag und mein Leben durch das Studium verändert hatten.

Die erste Prüfungsphase kam: eine Prüfung in jedem Fach und eine Hausarbeit. Neben dem Training an einer Arbeit in Tanzgeschichte zu schreiben, fiel mir schwer, also blieben nur die Wochenenden dafür. Mal nach Hause fahren oder Besuch bekommen war dann nicht mehr möglich. Die Vorweihnachtszeit war stressig, meine Bücher stapelten sich auf dem Nachtschrank und meine Musikanlage verstaubte. Ich war völlig in die Welt des Tanzstudiums eingesaugt worden.

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