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Studentenleben live

Wenn man mal zu Hause ist

Autor:
Thilo

Rubrik:
studium

21.01.2016

Mittlerweile habe ich mir angewöhnt, nur noch alle paar Wochen in meine alte Heimat zu fahren, da ich sonst zu wenig Zeit mit meinen Freunden in Münster verbringen kann. Wenn ich dann aber mal daheim bin, ist es unglaublich, wie viel ich aufzuholen habe. An einem Wochenende stand Programm an, das für drei gereicht hätte:

Anlass für meinen Besuch in der Heimat war in erster Linie der Geburtstag meines Vaters, der ganz überrascht war, dass ich zu seinem Geburtstag nach Hause kam, da es immerhin 40 Euro sind, die ich insgesamt für die Zugfahrten zahlen muss. Für einen Studenten schon ein halbes Vermögen. Weiterhin traf ich einen alten Kollegen aus dem Krankenhaus, in dem ich meinen Freiwilligendienst absolviert habe, zum Brunchen. Die Gelegenheit, die alten Kollegen auf die Palme zu bringen, ließen wir uns auch nicht entgehen. So zog ich mir meine Arbeitskleidung an, um damit auf unsere alte Station zu kommen. Eine Menge verdutzter Gesichter begegnete mir auf meinem Weg, denen ich mit einem strahlenden Lächeln begnete.

Interessant war auch mein Besuch beim Kinder- und Jugendhospizdienst, bei dem ich eineinhalb Jahre lang ehrenamtlich gearbeitet habe. Die alten Kollegen erzählten mir, dass sie mich sehr vermissen würden, was ich als sehr schön empfand. Ich muss zugeben, dass mir ein solches soziales Projekt auf jeden Fall fehlt. Ich hoffe sehr, dass ich in naher Zukunft wieder etwas finde, wofür ich mich engagieren kann. Krönung des Tages war aber die Weihnachtsfeier meiner alten Schülerfirma, bei der ich einen Freund wiedertraf, den ich schon seit einer Ewigkeit nicht mehr gesehen habe.

Die engen alten Freunde sollten wirklich nicht zu kurz kommen. Besonders, wenn es einem von ihnen wirklich nicht gut geht. So verbrachte ich den Samstagabend mit der alten Gruppe von Jungs, um einen aus unseren Reihen aufzubauen, der es momentan recht schwer hat. Diese Begegnungen sind wirklich erdend. Sie erinnern mich daran, wo ich herkomme und warum ich so bin, wie ich bin. Sie erinnern mich an eine Zeit, an die ich oft nostalgisch zurückdenke. Doch dann erkenne ich, dass die Gegenwart doch wirklich in Ordnung ist, dass ich großes Glück damit habe, in Münster das studieren zu können, was ich studieren will, dass ich eine harmonische Wohngemeinschaft gefunden habe und dass ich zufrieden mit meinem neuen Umfeld bin. Ein Wochenende daheim dient mir dazu, Kraft zu sammeln, Energie zu schöpfen und in der Vergangenheit zu schwelgen.

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