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Studentenleben live

Das zweite Semester

Im zweiten Semester habe ich mich langsam eingewöhnt. Die Uni, die neue Wohnung und die neuen Freunde wurden zu einem Teil von mir. Und dann kam der Sommer und mit ihm die wärmende Sonne, das Tanzen im Freien, die Fahrten mit dem Fahrrad an den Fühlinger See oder den Kiesgrubensee Gremberghoven. Vom Studium aus waren wir verpflichtet, regelmäßig Veranstaltungen außerhalb der Uni zu besuchen. Meistens waren das große Werke von berühmten Choreographen, die im Opernhaus oder Schauspielhaus aufgeführt wurden. Das hat natürlich unser Interesse geweckt und meine Mitbewohnerin und ich waren auch das zweite Semester nur auf Achse.

Wir entdeckten in dieser Zeit auch kleinere Theater wie das Studio 11 in Ehrenfeld. Dort lernten wir eine israelische Choreographin kennen, die uns glatt zur nächsten Audition für ihr neues Stück einlud. Eine Audition ist ein Vortanzen, bei dem die Choreographen während einer Trainingseinheit oder beim Einstudieren von kleinen Passagen aus ihren Stücken beurteilen, welche Tänzer sie für die Choreographie beziehungsweise Zusammenarbeit einstellen wollen. Bei diesem Stück ging es um Ausdruck und Leere.

Ganz aufgeregt gingen wir also zu viert zu dieser Audition. Wir sollten „ins Leere starren“ und dabei bei den Zuschauern das Gefühl erzeugen, nicht mehr wegschauen zu können. Wir vier Mädels wurden von der Choreographin ausgewählt mitzumachen. Außer uns waren noch drei weitere Tänzerinnen dabei und so kam es nach zwei, drei Proben zu zwei Auftritten in kleinem Rahmen. Es passten nur etwa 30 Personen ins Studio und dadurch war die Atmosphäre sehr intim. Die Musik wurde von einem Freund der Choreographin produziert und eingespielt, wir tanzen von drei Scheinwerfern beschienen in schwarzen Trainingsshorts und schwarzem Oberteil, sodass unsere Augen alle Aufmerksamkeit auf sich ziehen konnten. Es war ein voller Erfolg und für uns die erste extracurriculare Performance-Erfahrung.

So verging das zweite Semester wie im Fluge und die lang ersehnten Semesterferien standen vor der Tür. Dieses Mal sollte es für mich zum ersten Mal nach Frankreich gehen; und zwar mit meinem kleinen roten Opel.

Autor: Mila  |  Rubrik: studium  |  Jan 21, 2016
Autor: Mila
Rubrik: studium
Jan 21, 2016

Studentenleben live

Ein bisschen Afrika

Eine knappe Woche ist es nun her, dass ich wieder in der Kälte angekommen bin. Mit Sonnenbrand auf der Nase und viel zu dünner Kleidung landete ich in Frankfurt und hatte erst einmal überhaupt keine Lust auf die Uni. Südafrika war wunderschön: gutes Wetter, gute Laune, gute Menschen und es gab so unendlich viel zu sehen. Überall erwarteten mich verschiedene Landschaften, mal ein bisschen Urwald, plötzlich wieder Tannen und Berge als wären wir in Südtirol, Strände wie in der Karibik und natürlich bekamen wir auch die afrikanische Hitze ab, der wir auch durch mehrmaliges Eincremen mit Lichtschutzfaktor-50-Sonnencreme nichts entgegensetzen konnten.

Unseren kleinen Roadtrip am Western Cape begleitete stets übertrieben schnulzige Musik, die den endlosen Diskussionen über diverse Baustellen zwischenmenschlicher Beziehungen als dramatische Untermalung diente. Am Anfang waren wir in Kapstadt unterwegs: auf einer Township-Tour, an der Waterfront, bei den Pinguinen in Simon’s Town und am Kap der guten Hoffnung. Dann ging es los in die Karoo, eine Halbwüstenlandschaft in den Hochebenen, wo wir mit einem Eselkarren in den Sonnenuntergang gefahren sind und einen Tag lang Flora und Fauna des Nationalparks inspiziert haben. Von dort sind wir dann nach Plettenberg Bay gefahren und haben ein paar Stationen der Garden Route abgeklappert: Wir waren im Monkeyland, sind mit Elefanten spazieren gegangen, haben bei strömendem Regen in einer süßen Gartenhütte übernachtet und waren in verschiedenen Nationalparks. Am Ende haben wir noch eine Nacht in der wohl besten Unterkunft überhaupt geschlafen: in unheimlich schönen Holzhütten direkt am Meer im Cape Agulhas Nationalpark. Zum Abschluss ging es wieder zurück nach Kapstadt, wo wir das WG-Zimmer meiner Freundin Anne beziehen konnten, an einer geführten Tour auf Robben Island teilnahmen und im Botanischen Garten unsere dramatischen Gespräche fortführen konnten.

Alles in allem war es ein wahnsinnig schöner Urlaub, in dem ich sogar für meine Verhältnisse ein bisschen Farbe bekommen habe und einfach viel Zeit hatte, in der ich nicht an meinen deutschen Alltag denken musste.

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  Jan 20, 2016
Autor: Hannah
Rubrik: studium
Jan 20, 2016

Studentenleben live

Es könnte alles so einfach sein

Wieder einmal habe ich meinen nagelneuen Laptop geöffnet und erwartet, er würde all das tun, was mir beim Kauf versprochen wurde Das tat er aber nicht.

Ich bin schon ziemlich frustriert, dass es scheinbar bei jedem Betriebssystem und jedem Gerät mit mir als Anwender zu Problemen kommt. Vielleicht bin ich auch einfach zu ungeduldig. Aber wenn ich immens viel Geld für ein Gerät hinblättere, das mir den Himmel auf Erden verspricht, dann darf ich doch wohl noch aus der Haut fahren, wenn es nicht so läuft, wie ich es mir gewünscht hatte.

Inzwischen haben schon drei Männer – also Fachleute für Computer und Co. – ihre Energie darauf verwendet, ein Linux-Betriebssystem zu installieren, das sich all meinen Befehlen beugt. Zwischenzeitlich sah es auch schon so aus, als würde mir die Macht über das Gerät nun doch zuteil. Einer der Männer wollte daraufhin sogar den sprichwörtlichen Besen fressen. Aber trotz dieser guten Zeichen hat sich das dumme Ding heute Morgen schon wieder meinen Befehlen widersetzt. Allerdings muss ich an dieser Stelle kleinlaut gestehen, dass nachdem ich es nochmal probierte, plötzlich wieder alles ging.

Gut möglich, dass ich doch noch etwas an meiner Geduld arbeiten muss, ich gebe es ja zu. Wenn so etwas passiert werde ich nämlich meistens zur Furie, aber da kann schon mal passieren, oder?

In jedem Fall werde ich heute nochmal meine drei Berater zu Rate ziehen und verhandeln, wie es mit dem störrischen Laptop weitergehen soll. Schließlich darf ich nicht zu streng mit ihm sein. Er ist mein Werkzeug, um diesen Text zu schreiben und obendrein hoffe ich darauf, dass er mir auch bei meiner Masterarbeit „zu Hand“ gehen wird. Ich hoffe jedenfalls darauf, dass sich meine Wutausbrüche wegen Softwareproblemen in Zukunft drastisch reduzieren.

Autor: Mia  |  Rubrik: studium  |  Jan 19, 2016
Autor: Mia
Rubrik: studium
Jan 19, 2016