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Studentenleben live

Das zweite Semester

Autor:
Mila

Rubrik:
studium

21.01.2016

Im zweiten Semester habe ich mich langsam eingewöhnt. Die Uni, die neue Wohnung und die neuen Freunde wurden zu einem Teil von mir. Und dann kam der Sommer und mit ihm die wärmende Sonne, das Tanzen im Freien, die Fahrten mit dem Fahrrad an den Fühlinger See oder den Kiesgrubensee Gremberghoven. Vom Studium aus waren wir verpflichtet, regelmäßig Veranstaltungen außerhalb der Uni zu besuchen. Meistens waren das große Werke von berühmten Choreographen, die im Opernhaus oder Schauspielhaus aufgeführt wurden. Das hat natürlich unser Interesse geweckt und meine Mitbewohnerin und ich waren auch das zweite Semester nur auf Achse.

Wir entdeckten in dieser Zeit auch kleinere Theater wie das Studio 11 in Ehrenfeld. Dort lernten wir eine israelische Choreographin kennen, die uns glatt zur nächsten Audition für ihr neues Stück einlud. Eine Audition ist ein Vortanzen, bei dem die Choreographen während einer Trainingseinheit oder beim Einstudieren von kleinen Passagen aus ihren Stücken beurteilen, welche Tänzer sie für die Choreographie beziehungsweise Zusammenarbeit einstellen wollen. Bei diesem Stück ging es um Ausdruck und Leere.

Ganz aufgeregt gingen wir also zu viert zu dieser Audition. Wir sollten „ins Leere starren“ und dabei bei den Zuschauern das Gefühl erzeugen, nicht mehr wegschauen zu können. Wir vier Mädels wurden von der Choreographin ausgewählt mitzumachen. Außer uns waren noch drei weitere Tänzerinnen dabei und so kam es nach zwei, drei Proben zu zwei Auftritten in kleinem Rahmen. Es passten nur etwa 30 Personen ins Studio und dadurch war die Atmosphäre sehr intim. Die Musik wurde von einem Freund der Choreographin produziert und eingespielt, wir tanzen von drei Scheinwerfern beschienen in schwarzen Trainingsshorts und schwarzem Oberteil, sodass unsere Augen alle Aufmerksamkeit auf sich ziehen konnten. Es war ein voller Erfolg und für uns die erste extracurriculare Performance-Erfahrung.

So verging das zweite Semester wie im Fluge und die lang ersehnten Semesterferien standen vor der Tür. Dieses Mal sollte es für mich zum ersten Mal nach Frankreich gehen; und zwar mit meinem kleinen roten Opel.

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