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Studentenleben live

100 Jahre

Letzte Woche kam ein Professor an unsere Uni, der unter anderem hören wollte, wie die Bucerius-Studierenden akademische Angebote außerhalb der Studienzeit, wie zum Beispiel Sommerakademien, nutzen. In der Einleitung seines Vortrags hat er etwas sehr interessantes gesagt: Die Lebenserwartung der Menschen steigt – kontinuierlich – pro Dekade um zweieinhalb Jahre. 50 Prozent der Mädchen, die in den 2000ern geboren sind, haben also eine Lebenserwartung von 100 Jahren.

50 Prozent der Mädchen werden 100 Jahre alt – wie bitte? Bundespräsident Gauck musste wohl sogar heute schon seine persönlichen Glückwünsche an 100-Jährige beenden, weil die Postkartenschreiberei inzwischen ein zu großes Ausmaß angenommen hat. 100 Jahre alt sein ist scheinbar keine so große Ausnahme mehr.

Paradoxerweise werden wir auch immer gesünder älter, sodass das Rentenalter steigen muss, während die jungen Menschen immer früher in das Berufsleben einsteigen. Und der frühe Einstieg wird auch immer einfacher: Nur noch zwölf Jahre bis zum Abitur, kein verpflichtender Wehr- oder Zivildienst im Anschluss, und schon kann man mit 20 Jahren seinen Bachelor in der Tasche haben. Ein Freund von mir schreibt mit 21 Jahren gerade an seiner Doktorarbeit in Medizin – er hat zwei Klassen übersprungen, mit 16 Jahren angefangen zu studieren und mit 22 dürfte er dann theoretisch Menschen aufschneiden.

Ist das sinnvoll? Jünger anfangen und länger arbeiten? Ich sehe das eher skeptisch, vor allem wenn ich die teilweise noch ziemlich unreifen 17-Jährigen an unserer Uni sehe, von denen einige mit dem Druck nicht sonderlich gut klarkommen. Ich bin für eine Entschleunigung und überzeugt, man sollte die Freiheit des Studentenlebens genießen, bevor man in den „Geißeln des Berufslebens“ gefangen ist. Arbeiten kann man ja schließlich noch lange genug.

Autor: Luisa  |  Rubrik: studium  |  Feb 12, 2016
Autor: Luisa
Rubrik: studium
Feb 12, 2016

Studentenleben live

Nachricht aus studentischem Krisengebiet

Im Leben eines Studenten gibt es Krisengebiete, auch wenn das im Vergleich zu den wirklichen Kriegsgebieten dieser Welt harmlose Gebilde sind. Vergangene Woche berichtete ich von meinem Krisengebiet „Prüfungszeit“ und jetzt, da ich sozusagen mitten drin bin, wird es Zeit Näheres von meiner studentischen Notzeit zu erzählen.

Zur letzten Vorlesung vor der Klausur zum allgemeinen Verwaltungsrecht versammelten sich unerwartet viele Studierende. Die Fronten zwischen denen, die sich bereits auf die Klausur vorbereitet und denen, die leider immer noch keinen blassen Schimmer von der Thematik haben, zeichneten sich diesmal deutlich ab. Ich fühlte mich dieses Mal eher der Gruppe zugehörig, die leider noch keinen blassen Schimmer hat. Das mag aber auch daran liegen, dass mich tags darauf ein noch nie da gewesenes Ausmaß an prüfungstechnischen Grauen erwartete: zwei Prüfungen an einem Tag.

Die Nacht davor verbrachte ich bei einer Freundin und Verbündeten. Bevor wir gemeinsam zum ersten Streich, der Russischprüfung, aufbrachen, gönnten wir uns einen schönen Milchkaffee. Neben der Wiederholung der Strategie (also der Vokabeln) war uns aber auch die Motivationsarbeit sehr wichtig. Wir redeten ausführlich über den Karneval in Köln, Schottland am Saint-Patricks Day, Südafrikanische Teesorten und ja, auch darüber, was in Prüfung wohl so dran kommen könnte. Das Glück war mir hold und so konnte ich alles locker innerhalb der vorgegebenen Zeit bearbeiten und früher verschwinden.

So hatte ich eine unerwartet entspannte Mittagspause und schritt gestärkt zur nächsten Schlachtbank: die Modulprüfung in „Atmosphärische Aerosole“. Die Situation, die ich im Prüfungsraum antraf war mehr als unerwartet, denn alle Studierenden liefen laut lachend und keinesfalls vor Angst bibbernd im Raum herum – wohl eine Art Galgenhumor.

Aber wie dem auch sei, nach 90 Minuten war auch dieser Spuk vorbei und es lief erstaunlich gut. Die Prüfungsphase Wintersemester 2015/2016, ist erst in zehn Tagen mit dem Ablagen meiner Prüfung in „Bodenkontamination“ vorbei. Aber heute diesen Tag des Grauens hinter mich gebracht zu haben, ist für mich ein wichtiger Etappensieg auf dem Weg zum Ziel Master in Geoökologie und Absolventin des Zusatzstudiums Umweltrecht.

Autor: Mia  |  Rubrik: studium  |  Feb 11, 2016
Autor: Mia
Rubrik: studium
Feb 11, 2016

Studentenleben live

Karnevalsmuffel

Eigentlich komme ich ja aus der Nähe der Karnevalshochburg Düsseldorf und meine neue Heimat Bonn ist Köln, der zweiten Karnevalshochburg ziemlich nah. Von daher sollte man eigentlich erwarten, dass ich von Weiberfastnacht bis Karnevalsdienstag feiere. Dem ist allerdings absolut nicht so. Zwar fallen einige Vorlesungen aus, dafür ist bei uns Studierenden lernen angesagt. Am Altweiber-Donnerstag haben wir zu viert den ganzen Nachmittag über bei einem Freund gesessen und uns mit Differentialrechnung und Ableitungen auseinandergesetzt. Den größten Kontakt mit verkleideten Menschen hatte ich, als ich abends mit der Straßenbahn zu einer Freundin fuhr, um nach dem ganzen Lernen wenigstens ein bisschen mit meinen Mädels den Tag ausklingen zu lassen.

Ehrlich gesagt kommt es mir aber ganz recht, dass karnevalsmäßig dieses Jahr nicht so viel los ist. Als Kind machte mir Karneval noch Spaß, aber „Erwachsenenkarneval“ sieht eher so aus, dass man sich zwischen verkleideten, alkoholisierten und zwanghaft fröhlichen Menschen wiederfindet, Musik läuft, die eher weniger mein Fall ist, und man dann wahrscheinlich noch in Streit gerät, ob es jetzt „Helau“ oder „Alaaf“ heißt. (Als Quasi-Düsseldorferin muss ich klarstellen: „Helau!“)

Am Karnevalswochenende waren zwei meiner besten Unifreunde sowieso nicht anwesend, weil sie ein Seminar für die Studienstiftung besuchten. Meine anderen Unifreunde waren auch relativ eingespannt in ihr Lernpensum und die paar Leute, die sich aufraffen konnten, doch der fünften Jahreszeit zu frönen, fuhren dafür eher in ihre Heimatstadt.

Ich jedenfalls nutze die Zeit, um Karteikarten zu schreiben, kommendes Wochenende ist schließlich die erste Klausur angesagt. Ein bisschen Lust, mich zu verkleiden, habe ich aber trotzdem: Wir gönnen wir uns am Rosenmontag eine etwas andere Karnevalssitzung – alle verkleidet, aber mit Mathesachen. In diesem Sinne: Helau!

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Feb 9, 2016
Autor: Janna
Rubrik: studium
Feb 9, 2016