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Studentenleben live

Back to school

Acht Uhr morgens. Die Schulklingel ertönt. Während um diese Uhrzeit normalerweise erst mein Wecker für die Uni klingelt, stehe ich an diesem Tag bereits vorne im Klassenzimmer an der Tafel. Moment mal – irgendwas ist hier falsch. Träume ich? Nein, ich träume nicht.
Zusammen mit einem Kommilitonen gebe ich eine Unterrichtsstunde zum Thema „Europarecht“ an einem Gymnasium.
Ein bisschen aufgeregt bin ich ja schon, vor 30 Schülern zu stehen und Jura entgegen aller Vorurteile als cool darstellen zu wollen. Doch die Schüler sind überraschend ruhig und aufmerksam, als wir erzählen, warum wir Jura studieren und was daran gut ist. Spätestens als wir eine Gerichtsverhandlung nachspielen, haben wir die Aufmerksamkeit von mindestens der Hälfte der Schüler ergattert. In der hitzigen Verhandlung merken die Schüler, wie schwierig manche Fälle zu entscheiden sind, wie wichtig hierbei eine gute Argumentation ist – und wie viel Spaß es macht, am Ende „Recht“ zu haben.
Ein paar Schüler spielen nun vielleicht sogar mit dem Gedanken, selbst Jura zu studieren. Aber ob ich das Jurastudium momentan wirklich empfehlen würde? Zugegeben: Ich liebe die Herausforderung, die das Studium bietet, dieses riesige Gedankenkonstrukt, das sich mir langsam erschließt, die wiederkehrenden Strukturen und Argumentationsmuster und das Gefühl, wenn man etwas verstanden hat. Aber das Jahr vor dem Examen ist einfach anstrengend. Ich habe das Gefühl, eigentlich rund um die Uhr am Schreibtisch zu sitzen. Doch ich weiß, es wird auch wieder ruhigere Zeiten geben. Schließlich sind bald Sommerferien.

Autor: Luisa  |  Rubrik: studium  |  Jul 25, 2016
Autor: Luisa
Rubrik: studium
Jul 25, 2016

Studentenleben live

Ich muss dann mal weg...

Kennt ihr den Moment, wenn ihr wisst, dass ihr einfach mal raus müsst? Nicht für immer, aber einfach etwas Abstand zu eurem Alltag gewinnen? Dieses Gefühl habe ich gerade und freue mich daher sehr, die kommenden drei Wochen in Berlin verbringen zu können.
In der Hauptstadt werde ich eine Woche lang in einem Büro arbeiten, eine Woche lang in einer Akademie mithelfen und die dritte Woche mit meiner besten Freundin aus der Schulzeit verleben. Lustigerweise werden auch meine Eltern zu der Zeit in Berlin sein und so kann ich sie direkt dort treffen. Worauf ich mich aber am meisten freue ist die Anonymität. Anders als in Heidelberg werde ich in der Millionenmetropole nicht an jeder Straßenecke mindestens zwei bekannte Gesichter sehen.
Dieses Gefühl, sich für ein paar Tage völlig von der Welt abkapseln zu können und nur sich selber zu gehören, habe ich ihm Moment dringend nötig. Ich kann es deshalb kaum erwarten, mich am Sonntag in den Zug zu setzen und dann in meine kleine Auszeit zu verschwinden.

Autor: Bo  |  Rubrik: studium  |  Jul 21, 2016
Autor: Bo
Rubrik: studium
Jul 21, 2016

Studentenleben live

Blind sein

Wie ist das eigentlich, blind zu sein? Manchmal sieht man ja sehbehinderte Menschen mit einem Blindenhund und einem Blindenstock in der U-Bahn oder in der Stadt. Oft bin ich wahnsinnig beeindruckt davon, wie selbstständig sie sich durch den Alltag bewegen können. Richtig vorstellen kann ich mir das aber nicht.
Vergangene Woche fand in meiner Lieblingsveranstaltungsreihe der Uni „Was ist wichtig“ ein Gespräch mit der Leiterin von „Dialog im Dunkeln“, einem Museum in Hamburg, statt. Dort wird man durch abgedunkelte Räume geführt, in denen Alltagssituationen nachgestellt sind, um einmal am eigenen Leib erfahren zu können, wie es ist, blind zu sein.
Die Leiterin weiß selbst, was es heißt, nichts mehr sehen zu können. Mit 26 Jahren wurde bei ihr eine unheilbare Augenkrankheit diagnostiziert, die ihr das Augenlicht nahm. Für die ausgebildete Artistin war es ein Schock: Nie wieder würde sie ihren Beruf ausüben können. Damals sah sie nur zwei Optionen: Entweder einen Weg zu finden, nicht zu erblinden – oder nicht mehr zu leben.
Aufrichtig und eindrucksvoll erzählte sie von ihrem schweren Weg, von den vielen Hoffnungsmomenten und Rückschlägen, als sie erkannte, dass all die Therapien, die sie ausprobierte, ihr auf Dauer nichts bringen würden. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie allerdings gemerkt, dass ihre Freunde und Familie auch weiterhin zu ihr stehen würden – der Schlüsselpunkt, um langsam ihre Sehbehinderung zu akzeptieren. Notwendige Dinge wie Blindenschrift oder mit dem Blindenstock umzugehen, lernte sie erst, als sie tatsächlich nichts mehr sehen konnte. Sie war schließlich überrascht davon, wie viele Möglichkeiten ihr trotz ihrer Sehbehinderung blieben.
Dieser Vortrag war eine sehr inspirierende Veranstaltung darüber, wie man mit Schicksalsschlägen positiv umgehen kann. Ich bin nachhaltig beeindruckt.

Autor: Luisa  |  Rubrik: studium  |  Jul 21, 2016
Autor: Luisa
Rubrik: studium
Jul 21, 2016