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Bachelor live

Nachts im Flugzeug

Dass sich Langstreckenflüge und der ökologische Fußabdruck nicht ganz so gut vertragen, ist kein Geheimnis – und für mich bislang der Grund, warum ich Fernreisen etwas kritisch gegenüber stehe. In diesem Sommer hat mich das Fernweh dann aber doch übermannt und ich habe mich für ein Workcamp in Südafrika angemeldet! Laut Suchmaschine gibt es durchaus Verbindungen, mit denen man in knapp zwölf oder dreizehn Stunden direkt nach Kapstadt oder zumindest nach Johannesburg fliegen kann. Aber für mich ging es zuerst einmal über Nacht nach Dubai und von dort aus weiter nach Kapstadt.
Was ich dabei gelernt habe: Ich mag es eindeutig nicht, die Nacht durchzufliegen. Spätestens wenn bei Luftlöchern die kleinen Lämpchen aufleuchten, die anzeigen, dass die Sicherheitsgurte angelegt werden müssen, und selbst das Bordpersonal sich setzen muss, macht Fliegen keinen Spaß mehr. Wenn es dabei aber auch noch dunkel ist und der eigene Körper sich verwirrt erkundigt, warum man eigentlich nicht im eigenen Bett liegt, dann kann es mir nicht schnell genug wieder Tag werden.
Als mich nachts um drei dann plötzlich eine Stewardess weckte und sich erkundigte, ob ich mich vegan ernähren würde, war ich dementsprechend so schlaftrunken, dass ich zuerst einmal gar nicht wusste, was ich antworten sollte. Ich dachte mir nur: Nachts um drei ernähre ich mich gewöhnlich gar nicht! Doch es stelle sich heraus, dass sie mir tatsächlich schon das Frühstück hinhielt, bestehend aus fünf verschiedenen, lauwarmen und allesamt gleich schmeckenden Gemüsesorten.
Und überhaupt: Selten in meinem Leben habe ich so viel Plastik um mein Essen gewickelt gesehen wie in Flugzeugen. Das Wasser kommt in einem Plastikpöttchen und wird in einen Plastikbecher umgeschüttet, das Essen kommt in einem Plastikschälchen und ist mit Alufolie abgedeckt, dazu gibt es Dessert, Salat und Brot, ebenso in Plastik verpackt. Ich wünsche mir, dass Fluggesellschaften bessere Lösungen finden – denn ich bin mir sicher, dass einige Passagiere bereit wären, ein paar Euros mehr dafür zu bezahlen, damit ihr Flug die Umwelt weniger belastet.

Autor: Marie  |  Rubrik: studium  |  Oct 16, 2017
Autor: Marie
Rubrik: studium
Oct 16, 2017

Bachelor live

Besuch aus Amerika

Meine US-amerikanischen Gasteltern, bei denen ich in der elften Klasse als Austauschschülerin gewohnt habe, kamen vor Kurzem zu Besuch nach Deutschland. Ich habe mich sehr auf das Wiedersehen gefreut, weil sie im Laufe der Jahre eine zweite Familie für mich geworden sind und wir uns länger nicht gesehen hatten. Außerdem freute ich mich, ihnen die deutsche Kultur näherbringen zu können, nachdem sie mir während meines Austausches bereits das Leben in den Vereinigten Staaten gezeigt hatten.
Meine Gasteltern sind in München gelandet, weswegen wir uns dort auch trafen. Wir waren auf dem Oktoberfest und sahen uns die Stadt und typische Touristenattraktionen an, beispielsweise das Glockenspiel auf dem Marienplatz sowie das Hofbräuhaus. Außerdem unternahmen wir einen Ausflug nach Dachau, da meine Gasteltern die KZ-Gedenkstätte besuchen wollten.
Nach einem kurzen Abstecher in den Schwarzwald, wo uns Kuckucksuhren in allen Formen, Größen und Varianten erwarteten, ging es weiter in den Hunsrück, um die deutsche Weinkultur zu erleben.
Zum Abschluss der Reise ging es nach Frankfurt. Auch dort haben wir uns Sehenswürdigkeiten angesehen, waren auf der großen Einkaufsstraße Zeil shoppen und sind hoch auf den Main-Tower, um uns die Stadt von oben anzusehen. Den Abend ließen wir in einer Apfelweinkneipe in Alt-Sachsenhausen ausklingen.
Die Zeit ging natürlich viel zu schnell vorbei und ich wünschte, meine Gasteltern hätten noch ein bisschen länger bleiben können. Aber sie haben versprochen, noch einmal wiederzukommen. Erst einmal hoffe ich aber, dass ich bald wieder in die USA fliegen kann, um auch meine jüngeren Gastschwestern endlich wiedersehen zu können.

Autor: Franziska  |  Rubrik: studium  |  Oct 11, 2017
Autor: Franziska
Rubrik: studium
Oct 11, 2017

Bachelor live

Auf dem Festival

Sommer 2017. Festivalsaison. Und auch ich besuchte zum ersten Mal eines – natürlich in Tschechien.
Das Povalec-Festival lädt seit elf Jahren allsommerlich in die Nähe des kleinen westböhmischen Dorfes Valec bei Karlovy Vary. Der Eintritt ist günstig, man zahlt, was man eben will, umgerechnet 12 Euro sind empfohlen. Als Deal kauft man dafür seine Getränke auf dem Areal.
Das Erfolgsrezept eines jeden Festivals habe ich schnell verstanden: Man hat einen Haufen guter Abende, mit einem Haufen guter Leute und viel Musik – vier Tage lang ohne Unterbrechung. Man ist gewissermaßen eingesperrt auf dem Areal, kann sich nicht aus dem Weg gehen, lernt sich kennen.
In Valec läuft das genauso ab – nur ein bisschen anders. Neben Musik der verschiedensten Genres gibt es auch ein Open-Air-Theater, Workshops, Vorträge, Filmvorführungen und Kunstausstellungen im Schloss, in dem der Putz bröckelt und die Treppen eingefallen sind – das deshalb von seinem Charme aber nichts verloren hat.
Eines meiner Highlights ist das Lachyoga-Seminar. Ein junger Mann mit einem Dauerlächeln erklärt uns, wie unser Lachen funktioniert und was uns zum Lachen bringt. Dann erzählt er Witze. Die Gruppe macht mit. Wir spielen Propellerflugzeug und laufen über die Wiese, lachen über Nichts und am Ende alle im Chor, bis es wehtut.
Besonderheit am Povalec-Festival ist nicht nur sein umfangreiches Programm – das können mit Sicherheit auch andere bieten – sondern die Nähe zum Dorf Valec, in dem eben einmal im Jahr alles ein wenig anders als sonst abläuft. Die Dorfkneipe hat zwei Stunden länger geöffnet, ein alter Gutshof ist zu einem hippen Café umfunktioniert und im kleinen Minimarkt steht die Schlange an der Kasse bis raus auf die Straße, da sich die Festivalbesucher hier mit Lebensmitteln und allem Weiteren eindecken.
Am Sonntag reisen alle wieder ab. Auch ich. Müde, mit dem dringenden Bedürfnis zu duschen – und der Gewissheit, nächstes Jahr wieder zu kommen.

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: studium  |  Oct 11, 2017
Autor: Ferdinand
Rubrik: studium
Oct 11, 2017