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Bachelor live

Theater in der Finsternis

Ich gehe sehr gerne ins Theater und habe schon viele verschiedene Stücke gesehen, darunter auch Musicals, Open-Air-Aufführungen, Produktionen des Theaterjugendclubs und klassische Stücke. Eine ganz neue Theatererfahrung habe ich vergangene Woche gemacht, als ich mit einer Freundin das Spiel „20.000 Meilen unter dem Meer“ besuchte. Das Besondere an dieser Aufführung: Sie fand komplett im Dunkeln statt. Bevor es losging, konnte ich mir kaum vorstellen, etwa 70 Minuten lang ruhig in der Finsternis zu sitzen. Als dann alle Lichter ausgingen und uns tatsächlich völlige Dunkelheit umgab, dauerte es zunächst einen kleinen Moment, bis meine Augen aufhörten, vergeblich einen Lichtpunkt zu suchen und ich mich auf einen einzigen Sinn konzentrieren konnte: das Hören.
Mit einer Mischung aus reiner Erzählung und Rollenspiel wurde die Geschichte des Professor Aronnax, seines Dieners Conseil und Kapitän Nemo erzählt. Das Publikum saß in der Mitte des Raumes, während sich die Schauspieler um uns herum bewegten. Gleichzeitig waren an verschiedenen Stellen Lautsprecher befestigt, durch die Hintergrundgeräusche wie Meeresrauschen elektronisch eingespielt wurde. Es hat sich wirklich ein bisschen angefühlt wie eine Traumreise, bei der man die Augen schließt und sich gedanklich an einen anderen Ort oder in eine bestimmte Situation begibt. Obwohl wir als Publikum nur zuhören konnten und anders als bei normalen Theateraufführungen Mimik, Gestik und Requisiten keine Rolle spielten, war die Aufführung sehr mitreißend. An der Stelle, an der in der Geschichte die Luft in der Kabine des U-Bootes knapp wurde, schnappten auch einige Personen im Publikum nach Luft. Als schließlich die Lichter wieder angingen, fühlte ich mich, als würde ich aus einem Traum erwachen und in die Realität zurückkommen.
Das Theater in der Finsternis war mal etwas ganz anderes und eine sehr coole neue Erfahrung. Ich finde es beeindruckend, wie die Schauspieler es geschafft haben, allein mit ihren Stimmen so viele Emotionen rüberzubringen und sich zusätzlich noch im Dunkeln zu orientierten.

Autor: Franziska  |  Rubrik: studium  |  Oct 24, 2017
Autor: Franziska
Rubrik: studium
Oct 24, 2017

Bachelor live

Niedersorbisch? Obercool!

Das neue Semester hat begonnen. Auf dem Campus kehrt wieder Leben ein, in der Mensa muss man Schlange stehen, die Erstis finden sich langsam aber sicher zurecht. Und ich? Ich besuche neue spannende Seminare und Vorlesungen.
Schon jetzt das Highlight des Semesters ist die Fremdsprache, welche ich lerne: Nach vier Semestern Tschechisch und zwei Semestern Polnisch bleibe ich weiterhin im westslawischen Raum, doch beschäftige mich nun mit einer etwas anderen Sprache – Niedersorbisch.
Die Sorben in der Lausitz im Osten Sachsens und in Brandenburg sind in Deutschland anerkannte Minderheit. Seit dem 7. Jahrhundert siedeln sie im Gebiet der Slawen. Der Minderheitenstatus hat seine Auswirkungen: Es finden sich zum Beispiel zweisprachige Ortschilder in den Gebieten und vor Gericht darf man Sorbisch sprechen. Wenn man Sorbisch lernt, hat man es unmittelbar mit Sprachpolitik zu tun. Um die wenigen niedersorbischen Schulen ist es nicht gut bestellt und immer weniger beherrschen die Sprache: Während das Obersorbische noch rund 20.000 Sprecher hat, hat das Niedersorbische nur um die 7.000 und wird von der Unesco als akut gefährdete Sprache eingestuft. Die wenigen, die die Sprache in der Lausitz erlernen, ziehen nach dem Abitur oft hinaus in die Welt. Die Muttersprachler sterben aus.
Und nun lerne ich diese Sprache. Warum? Weil Polnisch recht geläufig ist, weil ich schließlich auch mal Latein gelernt habe und das spricht überhaupt niemand mehr, weil ich meine Kenntnisse der westslawischen Sprachen ausweiten will.
Also Niedersorbisch. Die Sprache klingt wunderschön und überspitzt gesagt wie eine Mischung aus Schwyzerdütsch, Tschechisch und Polnisch. Die letzten beiden Sprache helfen mir natürlich enorm beim Verstehen des Niedersorbischen oder Wendischen, wie es auch genannt wird, und auch die kleine Kursgröße trägt zum schnellen Lernen bei: „Eine Sprache, die kurz vor dem Aussterben ist, die will man nicht lernen, was bringt einem das schon“, denkt sich wohl der Otto-Normal-Studierende und so sind wir dreimal die Woche nur zu dritt im Kurs. Ich bin auf jeden Fall überzeugt: Niedersorbisch ist obercool! Bozemje!

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: studium  |  Oct 23, 2017
Autor: Ferdinand
Rubrik: studium
Oct 23, 2017

Bachelor live

Neues Semester, neues Glück

Die vorlesungsfreie Zeit ist vorbei und die Uni hat wieder angefangen. Tatsächlich freue mich sogar auf das kommende Semester. Da ich sämtliche Einführungsmodule hinter mir habe, bin ich nun in der Wahl meiner Vorlesungen und Seminare ziemlich frei, weswegen ich alles nach meinen Interessen aussuchen konnte.
Besonders gespannt bin ich auf ein Seminar zum Thema der globalen Ungleichheit, da die Modulbeschreibung sehr interessant klang und ich bisher nur Positives über die Seminarleiterin gehört habe. Außerdem habe ich mich bereits im letzten Semester für BWL als Profilfach entschieden. Nachdem ich im nun schon Absatzwirtschaft besucht habe, folgt in diesem Semester Unternehmensführung. Passend zu BWL habe ich mich für ‚Wirtschaft und Politik‘ als sozialwissenschaftliche Spezialisierung entschieden und besuche eine Vorlesung zur Wirtschaftssoziologie und ein Seminar zum Thema Changemanagement. Was genau ich mir darunter vorstellen kann, weiß ich noch nicht, aber ich bin auf alle Fälle gespannt!
Zu guter Letzt habe ich in diesem Semester auch ein Lehrforschungsprojekt, in dem wir mit einem Statistikprogramm Daten zu einer sozialwissenschaftlichen Fragestellung erheben und schließlich auswerten. Ich bin froh, dass ich die theoretischen Module zu Statistik und Methoden bereits in den ersten beiden Semestern hinter mich gebracht habe und nun ein bisschen praktischer arbeiten kann.
Gute Vorsätze habe ich für dieses Semester natürlich auch: regelmäßig alle Veranstaltungen besuchen, die entsprechenden Texte für meine Seminare zur Vorbereitung lesen (was ich sonst eher habe schleifen lassen) und direkt am Anfang des Semesters alle Referate und Studienleistungen erbringen, sodass es gegen Ende stressfreier ist. Ob ich all meine guten Vorsätze einhalten kann, wird sich wohl im Laufe der Wochen zeigen. Noch bin ich motiviert und ich hoffe, diese Motivation lässt mich nicht schon bald im Stich!

Autor: Franziska  |  Rubrik: studium  |  Oct 20, 2017
Autor: Franziska
Rubrik: studium
Oct 20, 2017