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Barrierefrei promivieren!

Gelöscht (Teil 2)

Ich bereute meine Wahl, sobald mir aufging, was ich tatsächlich gelöscht hatte: das dritte Probeinterview! Aber ist es nicht wesentlich, solche Daten aufzuheben? Um nachweisen zu können, dass ich dieses Interview geführt habe, wann das war und wie es verlaufen ist? Muss ich das nicht dokumentieren? Oder genügt, was ich darüber geschrieben habe? So viel ich herausziehen konnte, habe ich noch schriftlich ausformuliert.

Außerdem – ging mir durch den Kopf – ist dieses Interview nicht Teil der Studie. Es gehört lediglich zum Pretest. Muss ich auch da die Aufnahme vorlegen können? Und wie ist es dann mit der Anonymität meiner Gesprächspartner? Wie wäre das bei den Interviews, die den Kern meiner Studie bilden? Genügt da ein Transkript? Und die Aufzeichnung reiche ich nach, falls sie jemand anfordert?

Allmählich wurde mir klar, wie wenig ich wusste über Art und Umfang der Dokumentation. Fest stand nur, dass ich ein Problem hatte. Zu diesem Interview hatte ich kein Transkript angefertigt. Es war ein Probeinterview, mit dem ich nicht vertiefend arbeiten würde. Aber wenn ich es doch noch einmal benötigte, wenn mein verfasster Text nicht ausreichen sollte?

Das Interview nachstellen, überlegte ich. Und verwarf den Gedanken wieder. Die Probandin kannte die Fragen bereits. Zum zweiten Mal das gleiche Interview mit ihr zu führen, hätte nur künstliche Reaktionen gebracht. Und außerdem nicht immer die, die beim ersten Mal von ihr gekommen waren und die mir teilweise gut geholfen hatten. Also ein neues Interview führen?

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Jul 31, 2013
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Jul 31, 2013

Barrierefrei promovieren

Gelöscht

Gelegentlich unterlaufen mir Fehler, die mich den Kopf kosten könnten. Naja, eine unruhige Nacht bescheren sie mir auf jeden Fall. Wie neulich, nach drei Probeinterviews. Mein Diktiergerät, mit dem ich solche Aufnahmen mache, hat eine sprachgesteuerte Menüführung. Ich kann mich also nicht damit herausreden, dass ich nicht wusste, was ich tat.

Normalerweise erstelle ich bei wichtigen Dateien sofort eine Sicherheitskopie. Nur konnte ich das diesmal nicht, weil ich das Kabel, das mein Diktiergerät mit einem USB-Stick verbindet, in Erlangen hatte liegen lassen und selbst bei meinen Eltern saß.

Um die Geschichte abzukürzen: Was folgte, war eine Verkettung ungünstiger Umstände. Wenn ich auf meinem Diktiergerät „löschen“ drücke, kommt die Frage: „Sind Sie sicher, dass Sie den gewählten Titel wirklich löschen möchten?“

Meistens bin ich mir in diesem Moment unsicher, obwohl alles in Ordnung ist. Lieber noch einmal abbrechen. Lieber noch einmal nachschauen.

Auch jetzt tendierte ich zuerst in diese Richtung. Aber dann sagte ich mir: „Ach, Quatsch! Es passt doch immer!“

Ich wollte eine ältere Datei entfernen, die noch auf dem Gerät gespeichert war. Allerdings hatte ich den Fehler gemacht, für das Interview keinen neuen Titel auszuwählen. Ich hatte es aufgenommen in dem Ordner, in dem sich bereits die ältere Datei befand. Dann machte ich den Fehler, nicht noch einmal zu überprüfen, was ich da löschte. Und mein Diktiergerät löscht nicht pro Datei, sondern pro Ordner. Damit war das Interview verloren.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Jul 23, 2013
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Jul 23, 2013

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Der Interviewleitfaden

Es ist nicht einfach, einen Interviewleitfaden zu entwickeln. Zuerst dachte ich noch: Gut, du setzt dich um acht Uhr hin und bis zum Mittagessen ist er fertig. Aber falsch gedacht. Ich habe schon mehrmals den Aufwand unterschätzt oder die Herausforderung, eine bestimmte Aufgabe zu meistern.

Ich schrieb zunächst alle Fragen zusammen, die mir interessant erschienen. Das stellte sich dann allerdings als wenig relevant heraus, denn die Fragen, die ich meinen Interviewpartnern stelle, sollten sich doch auf den theoretischen Rahmen meiner Dissertation beziehen. Wozu Theorien, ohne sie auch anzuwenden? Das leuchtet natürlich ein. Also bemühte ich mich, den Leitfaden anzupassen.

Damit war das Interview schon besser strukturiert, aber es reichte noch immer nicht aus. Schließlich gibt es Empfehlungen, wie so ein Leitfaden aufzubauen ist. Zum Beispiel sollte der Interviewer das Gespräch nicht mit einer Frage eröffnen, die sich mit wenigen Worten, etwa mit ja oder nein, erschöpfend beantworten lässt. Mein Proband kann nur Sicherheit bekommen, indem er frei und viel erzählt. Daher stieg ich ein mit der Frage: Wie verbringen Sie Ihre Freizeit?

Allerdings erst, nachdem ich den Leitfaden einer Dozentin vorgelegt hatte, die sich gut mit empirischer Sozialforschung auskennt. Wir besprachen ihn ausführlich und sie gab noch einige wertvolle Hinweise und Literaturtipps.

Am Ende war ich weit davon entfernt, den Interviewleitfaden in wenigen Stunden zu erarbeiten – dafür aber um eine bemerkenswerte Erfahrung reicher.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Jul 16, 2013
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Jul 16, 2013