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Barrierefrei promovieren!

Du schaffst das!

Autor:
Daniela

Rubrik:
beruf & karriere

27.09.2017

In den vergangenen Monaten habe ich gekämpft wie ein Tier. Emotional ist es rauf und runter gegangen. Tränen, Verzweiflung, Zuversicht und Stolz – nichts habe ich ausgelassen. Die eigene Dissertation abzuschließen, empfinde ich als eine Phase, die sich kaum beschreiben lässt. Ich denke, ich habe in dieser Zeit vieles gelernt. Dinge, die mich bei der Arbeit, aber auch im Leben weiterbringen. Ich kann sehr zufrieden mit mir sein.
Gleichzeitig erkenne ich auch, wo meine Grenzen liegen. Zwei Personen haben mich besonders unterstützt: meine Mutter und Lisa, meine sehende Hilfskraft. Stundenlang haben sie verschiedene Kapitel Korrektur gelesen, unermüdlich, immer wieder. Außerdem haben sie sich um die Seitengestaltung gekümmert, also das übernommen, was ich als blinde Frau nicht hätte leisten können.
Aber ich glaube fast, es war etwas anderes, mit dem sie mir am meisten geholfen haben: wie sehr mich die beiden ermutigen konnten, wenn ich mich der Doktorarbeit nicht mehr gewachsen fühlte. Wenn ich kurz davor stand, einfach alles hinzuschmeißen. Dann sagte Mama: „Anderen geht es sicher genauso.“ Oder Lisa meinte: „Du bist doch schon so weit. Du schaffst das!“
Also setzte ich mich noch einmal hin und musste mich durchbeißen. Denn sicher, eigentlich wollte ich doch gar nicht abbrechen. Langsam rückte die Ziellinie näher. Jeden Tag ein paar Schritte. Und dann, vor zwei Wochen, habe ich die Arbeit endlich abgegeben!

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