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Freiwilligendienst im Ausland

Das erste Reisefieber: Toledo

Autor:
Marie

Rubrik:
orientieren

16.03.2016

Reist man eigentlich viel, wenn man ein ganzes Jahr lang im Ausland ist? In der Anfangszeit meines Freiwilligendiensts in Spaniens Hauptstadt war das für mich jedenfalls nicht der Fall. Zwischen den ersten Tagen im neuen Projekt, den ersten Seminartagen, vielen neuen Bekanntschaften und einer riesigen unbekannten Stadt war einfach keine Zeit, um ans Reisen überhaupt zu denken. Ich bin echt froh, in Madrid gelandet zu sein. Die Stadt bietet unheimlich viele Möglichkeiten. Außerdem gibt es so viele Freiwillige aus verschiedenen Ländern und man lernt ständig neue Leute kennen.

Nach zwei Monaten hatte ich dennoch das Gefühl, dass die Stadt immer noch größer wurde und fragte mich, ob das Großstadtleben vielleicht doch nichts für mich ist. Auch der Stadtpark als Naherholungsziel konnte mir nun nicht mehr weiterhelfen, es musste schon etwas mehr Distanz zwischen mich und diese Metropole.

Ich entschloss mich, nach Toledo zu reisen. Die „Stadt der drei Kulturen“ ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz sowie der Region Kastilien-La Mancha. Was jetzt zuerst einmal nach einer ziemlich großen Stadt klingt, ist gar nicht mal so riesig: 2015 zählte die Stadt nämlich nur knapp 83.000 Einwohner – für jemanden, der zuvor zwei Monate in Madrid verbrachte, ist das ziemlich wenig. Mit einem historischen Stadtkern, einer mittelalterlichen Brücke und dem Fluss Tajo besitzt die Stadt jede Menge Flair. Ich war mit einer Freundin unterwegs und wir hielten uns zunächst am Rand der Stadt auf. Wir wollten so viel Natur wie möglich erleben. Anstatt uns mit den Menschenmengen durch das Stadtzentrum drängen zu lassen, blieben wir erst einmal außerhalb, saßen mit unserem Picknick am Fluss und kletterten eine kleine Steinwand hoch, um den Ausblick auf den Ort genießen zu können. Es tat echt gut, etwas Natur zu erleben, obwohl ich Madrid mit all seinen Möglichkeiten schon auch sehr schätze.

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