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Mein Freiwilliges Jahr

Kulturschock

Autor:
Maja

Rubrik:
orientieren

23.01.2013

Ich hatte mich in den letzten sechs Monaten total an den lateinamerikanischen Lebensstil gewöhnt: die Leute leben meistens recht bescheiden, es gibt Busse von überall nach überall, man kann an jeder Ecke halbwegs günstig essen, selten sieht man ein Smartphone, es gibt nur wenige, sehr alte Autos… Als ich in Miami aus dem Flughafen rausgekommen bin, konnte ich meinen Augen gar nicht trauen, so schick und sauber war alles. Das hat aber nicht nur seine positive Seite. In Mexiko hätte ich für ungefähr zehn Euro mit einem klapprigen Taxi vom Flughafen in die Stadt fahren können. In Miami hätte das Vergnügen im funkelnden Mercedes 55 Dollar gekostet! So habe ich also einen „Shared Van" genommen und bin erst drei Stunden später im Hotel angekommen, nachdem ungefähr fünf andere Hotels abgeklappert worden waren.

Da waren wir also: meine Mama, meine Tante und ich. Wir haben uns im Hotel getroffen und ich habe mich riesig gefreut, die beiden zu sehen. Wir sind am Strand spazieren gegangen und haben die Art Deco Häuser bewundert. Ich habe mich gefreut, noch mal kubanisches Spanisch zu hören, denn in Miami wohnen offensichtlich sehr viele Kubaner. Hier läuft auch fast alles zweisprachig – auf Englisch und Spanisch. So konnte ich also noch gemütlich auf Spanisch weiter brabbeln. Als wir dann allerdings Richtung Norden zu einem State Park gefahren sind, musste ich auf Englisch umstellen. Und auch wenn ich vor einem halben Jahr Abi in Englisch gemacht habe, hat das Spanisch leider einiges zunichte gemacht.

Besonders toll fand ich die Seekühe, die zum Überwintern an die heißen Quellen, „Blue Springs“ genannt, kommen. Neben diesen Quellen gibt es für die Besucher eine spezielle Plattform, von denen aus man die Seekühe gut beobachten kann. Am nächsten Tag haben wir noch eine Bootsfahrt gemacht und Schildkröten, Alligatoren und viele, viele Vögel gesehen. In Mexiko mag es zwar mindestens so schöne Natur geben, aber so erschlossen wie in den USA ist sie nicht. Sowohl Beobachtungsplattformen als auch Schiffe, auf denen einem Flora und Fauna erklärt werden, sind in Mexiko eine extreme Seltenheit. Irgendwie hab ich mich trotzdem etwas fehl am Platz gefühlt, bei so viel Luxus und so vielen alten Leuten.

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