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Ingenieurwesen? Ja, bitte!

Effektiv lernen durch Nichtstun?

Katharina Hartz

Autor:
Katha

Rubrik:
studium

19.10.2017

Seit mir aufging, dass die von der Uni angebotenen Lehrveranstaltungen oft nicht besonders effektiv sind - also seit meiner zweiten Woche – mache ich mir darüber Gedanken, wie ich selbst am besten lernen kann. Ob ich alleine oder in einer Gruppe effektiver lerne, welche Tageszeit mir liegt, ob ich besser in den Lernraum gehe, oder zuhause bleibe – viele Dinge konnte ich schon für mich beantworten. Zum Beispiel habe ich ziemlich schnell festgestellt, dass meine produktiven Stunden nicht nachts, sondern morgens sind. Über diese Erkenntnis ging es aber leider nie hinaus. Ich war ständig unzufrieden mit meinem Lernpensum, wusste aber auch nicht, wie ich effektiver werden konnte. Bis ich in dieser Klausurphase aufhörte ein schlechtes Gewissen zu haben, sobald ich eine Pause einlegte.
Ein schlechtes Gewissen war deshalb fast unvermeidlich, weil man ständig von Studierenden hört, die die Bibliothek in der Prüfungsphase nur zum Schlafen verlassen, den Abend bestenfalls mit einer romantischen Stelle im Skript verbringen und die Nacht vor der Klausur grundsätzlich durchlernen. Der Vergleich mit dieser Lernweise hat bei mir bewirkt, dass ich weniger Pausen machte, als ich brauchte und die, die ich machte, nichts brachten, weil ich mich dabei schlecht fühlte. Gerade in den ersten Tagen, in denen man richtig in ein Thema einstiegt, ist meine Stimmung nach ein paar Übungen am Boden, weil ich im besten Fall die Hälfte lösen konnte und außerdem stundenlang versuchte, die andere Hälfte anhand kryptischer Musterlösungen zu verstehen. An dieser Stelle wäre das einzig Richtige, eine Pause einzulegen – was mir im Angesicht der ganzen Turbostudenten um mich herum aber nie in den Sinn kam.
Jetzt weiß ich: Das einzig Ineffektive war das ständige schlechte Gewissen. Nachdem ich das erkannt habe, nehme ich besser wahr, wenn ich mich kaum noch konzentrieren kann und lege eine kleine Pause ein, die ich dann auch absolut genieße. So habe ich deutlich mehr Energie und damit auch mehr Motivation zum Weitermachen.

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