interaktiv

Die Lehrer von morgen

Frustrationstoleranz

Autor:
Janna

Rubrik:
studium

16.02.2018

Ich hatte während meiner ganzen schulischen Karriere gute Noten – nie etwas Schlechteres als eine Drei auf dem Zeugnis und in Klassenarbeiten sind – abgesehen von der einen Fünf in Latein – die Vieren an einer Hand abzählbar. In Düsseldorf mit Germanistik und Soziologie ging es weiter: Auf meinem ersten Bachelorzeugnis finden sich nur gute und sehr gute Noten.
Die Sache ist allerdings, dass unterschiedliche Studienfächer unterschiedliche Anforderungen stellen. In Mathe ist es mit viel Vorbereitung oft gut möglich, eine Eins zu schreiben, aber sich mit Halbwissen durchzumogeln, ist nicht machbar.
Vor dem Studium wurde mir von ein paar Leuten gesagt, dass ich durch alle Klausuren fallen würde und das aber normal sei – dem war immerhin nicht so. Zwei Klausuren habe ich erst im zweiten Versuch bestanden, aber beim Studieren aufgehalten hat mich das nicht. Mit genug Vorbereitung ist jede Klausur zu schaffen, finde ich.
Das war zumindest meine Ansicht bis zur Klausur in Analysis III vor Kurzem. Fünf schwierige Aufgaben in 90 Minuten – ich war mit dem Zeitdruck überfordert und habe nicht zeigen können, dass ich den Stoff beherrschte. Bei den anderen lief es ähnlich bescheiden. Die Noten ließen ziemlich lange auf sich warten, weil der Prof damit haderte, wie er die Noten vergeben sollte.
Nun steht fest: Ich bin durchgefallen. Mein Ziel, in diesem Semester alle Prüfungen direkt zu bestehen, habe ich leider nicht erreicht. Aber ehrlich gesagt finde ich das gar nicht so schlimm. Wenn ich knapp bestanden hätte, würde ich mich zwar darüber freuen, ab Anfang März richtig Ferien zu haben, mich aber womöglich über die schlechte Note ärgern, die nicht meinen Wissensstand widergespiegelt hätte. So habe ich noch einmal die Chance, im zweiten Versuch zu beweisen, was ich kann. Und da die Nachklausur mit Mitte März relativ früh ist, habe ich danach noch einen Monat Ferien.
Was ich durch diese Erfahrung feststellte: Seit ich Mathe studiere, ist meine Frustrationstoleranz eine ganz andere als früher. Durchfallen ist natürlich blöd, aber kein Weltuntergang.

Diesen Artikel teilen

Diese Webseite verwendet Cookies und das Webanalyse-Tool Matomo. Das hilft uns, dir ein gutes Nutzungserlebnis zu bieten und unsere Website zu verbessern. Wenn du durch die Seiten surfst, erklärst du dich hiermit einverstanden. Hier erfährst du mehr über die Nutzung deiner Daten und Möglichkeiten zum Widerspruch.