interaktiv

Die Lehrer von morgen

Mutter-Tochter-Konflikte

Autor:
Eva

Rubrik:
studium

26.03.2018

Am Wochenende war ich zu Gast in einer Landeskirchlichen Gemeinschaft. Zweimal im Jahr wird hier ein sogenanntes Frauenfrühstück angeboten, bei dem ein Referent ein bestimmtes Thema präsentiert, man gemeinsam singt und sich am reichhaltigen Frühstücksbuffet bedient. Diesmal handelte der Vortrag von Tochter-Mutter-Konflikten. Referentin war eine pensionierte Pfarrersfrau, die sich drei Hauptpunkten widmete:
Erstens ging es um die allgemeine Beziehung zwischen Mutter und Tochter. Es gibt Mütter, die sehr fürsorglich sind und andere, die sich weniger kümmern. Anhand eines kleinen Sketches illustrierte die Referentin beiden Typen. Ebenso zeigte sie so auf, dass Töchter von ihren Müttern geprägt sind und gerne in ähnliche Verhaltensmuster wie diese fallen, was viele zum Schmunzeln brachte.
Der zweite Aspekt war der Umgang miteinander. Die Quintessenz war: Akzeptiere deine Mutter so, wie sie ist, denn in der Bibel heißt es: Du sollst deine Mutter ehren (vgl. 5.Mose 5,16). Gibt es Streitpunkte, sollen beide Seiten zurückstecken können.
Drittens berichtete die Referentin über Schuldgefühle. Gibt es Konflikte zwischen Mutter und Tochter, die schon verjährt sind, aber dennoch immer wieder hochkochen, braucht man Mut, um diese auszuräumen. Man könnte einen Brief schreiben oder das Gespräch suchen. Auf alle Fälle müsse man sich von dieser Last befreien – denn es könnte irgendwann zu spät dafür sein.
Das wusste sie aus eigener Erfahrung: Als ihre Mutter im Sterben lag, wünschte sie sich, bei ihrem Tod nicht allein sein zu müssen. Die Referentin hatte mit dem Personal des Altersheims vereinbart, dass sie sie anrufen sollen, sollte sich der Zustand ihrer Mutter verschlechtern. Doch als es eines Nachts soweit war, hatte sie den Anruf überhört – und kam zu spät: Ihre Mutter war alleine gestorben, die Tochter hatte ihr Versprechen nicht eingehalten. Bis heute sei ihr das eine schwere Last. Um damit fertig zu werden, besuchte sie regelmäßig die Seelsorge, fasste allen Mut zusammen und schrieb einen Brief an ihre verstorbene Mutter. In diesem entschuldigte sie sich aufrichtig und ließ alle Last los, die sie quälte.
Ich habe aus diesem Vortrag für mich persönlich mitgenommen, meine Mutter so anzunehmen, wie sie ist, und Konfliktsituationen zu vermeiden. Denn ich bin sehr froh, sie zu haben!

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