Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Die Lehrer von morgen

Es geht voran!

Eine Prüfung und einen Umzug später habe ich das Gefühl, große Schritte geschafft zu haben. Bis ich mein erstes Staatsexamen geschafft haben werde, dauert es nicht mal mehr einen Monat – aber es sind immer noch drei Prüfungen zu bestehen.
Die Prüfung, die ich schon hinter mir habe, ist deutlich besser gelaufen als erwartet – ich habe eine 1,5 abräumen können. Eigentlich hatte ich vor dieser am meisten Angst gehabt – weil es die erste war, weil es Psychologie war, weil ich die Prüfer nicht so gut einschätzen konnte und weil meine Themen so ähnlich waren, dass ich sie oft miteinander verwechselte. In der Prüfung lief dann alles glatt und ich hatte ein totales Hochgefühl. Wenn ich diese Prüfung schon geschafft hatte, würde der Rest ein Kinderspiel – vertrautere Themen, bekannte Prüfer und die Tatsache, dass ich jetzt an diese Art der Prüfung gewöhnt war, schienen mir sehr vielversprechende Faktoren zu sein.
Allerdings habe ich eine ganze Woche Vorbereitungszeit an den Umzug verloren. Jetzt wird alles doch etwas knapp. Bei den letzten Prüfungen möchte ich aus motivationstechnischen Gründen etwas Neues probieren: Ich beschreibe ein Spiralbuch zur Vorbereitung. Ich habe es gleichmäßig in drei Teile geteilt für meine zwei Schwerpunktthemen und das Grundlagenwissen und gestalte jetzt die Seiten möglichst ansprechend mit dem Lernstoff. Meine Vorstellung war, dass ich dieses Buch dann die letzten drei Tage vor der Prüfung ganz entspannt mit einem Tee auf dem Sofa durchblättere und seinen Inhalt in meinen Kopf aufnehmen kann. Problematisch ist gerade nur, dass ich in meinem aktuellen Zeitplan erst zwei Tage vor der Prüfung mit dem Beschreiben der Seiten fertig werde. Ob die Zeit dann noch ausreicht, um das Buch oft genug anzuschauen, wird sich zeigen.
Mehrere Gründe stimmen mich allerdings optimistisch: Erstens, bin ich mit meinem Freund in der Nähe von Tübingen zusammengezogen und muss nun nicht mehr nach Ludwigsburg pendeln. Zweitens, werde ich mir erst ab Mai oder Juni einen neuen Nebenjob suchen. Und drittens, lenkt mich gerade nichts und niemand vom Lernen ab, da ich hier noch kaum jemanden kenne und meine Studienfreunde ein bis zwei Fahrtstunden weg sind.

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  Apr 10, 2018
Autor: Hannah
Rubrik: studium
Apr 10, 2018

Die Lehrer von morgen

Vier gewinnt!

Vier Uhr morgens an einem Donnerstag im März, irgendwo in Bonn. Eine sehr müde, aber auch sehr glückliche Janna verabschiedet sich von den Menschen, mit denen sie gerade mehrere Stunden lang getanzt und gefeiert hat. Heute hatte sie ihre letzte Klausur des Semesters geschrieben, nämlich die Nachklausur für die verhauene in Analysis III.
Nachklausuren sind anstrengend. Man ist nicht mehr so motiviert zu lernen, weil man den Stoff ja schon einmal durchgekaut hatte – leider zuvor ohne Erfolg. Ich hatte dieses Mal eigentlich das Gefühl, dass alles halbwegs gut gelaufen war. Und da ich von der Tutorin meines Vertrauens wusste, dass erst am Freitag korrigiert werden würde, konnte ich meine neue Freiheit genießen.
Dieses Glücksgefühl währte aber nicht lange. Am Freitag hörte ich nämlich von besagter Tutorin, dass ich laut Excel-Tabelle des Dozenten gerade einmal sechs Punkte geholt hätte – mindestens vier zu wenig! Das Wochenende war gelaufen – ich war gereizt, stritt mich mit meinen Eltern und Geschwistern und hatte wenig Lust auf anstehende Aufgaben. Im Online-Portal der Uni war meine Note noch nicht eingetragen, dabei hätte die schlechte Nachricht einer 5,0 wenigstens für Klarheit gesorgt. So war ich nur noch genervter.
Am Dienstagmorgen konnten wir dann die Klausuren einsehen. Zehn Punkte brauchte man zum Bestehen, aber davon waren meine sechs ja zu weit entfernt. Doch als ich meine Klausur in Augenschein nahm, stellte ich fest, dass ich mehr als sechs Punkte erreicht hatte. Eine Aufgabe war wohl übersehen worden, zwei weitere nachkorrigiert und mit mehr Punkten versehen. Ich rechnete einmal nach, ein zweites Mal, ein drittes Mal: „… das sind ja knapp mehr als zehn Punkte! Ich habe bestanden!“
Auch wenn es blöd klingt, war ich über diese 4,0 fast genauso froh wie über meine 1,0 in der Bachelorarbeit. Erleichtert und deutlich besser gelaunt, konnte ich danach wieder nach Hause fahren. Die nächsten Wochen bis Semesterbeginn kann ich jetzt endlich genießen.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Mar 28, 2018

Die Lehrer von morgen

Mutter-Tochter-Konflikte

Am Wochenende war ich zu Gast in einer Landeskirchlichen Gemeinschaft. Zweimal im Jahr wird hier ein sogenanntes Frauenfrühstück angeboten, bei dem ein Referent ein bestimmtes Thema präsentiert, man gemeinsam singt und sich am reichhaltigen Frühstücksbuffet bedient. Diesmal handelte der Vortrag von Tochter-Mutter-Konflikten. Referentin war eine pensionierte Pfarrersfrau, die sich drei Hauptpunkten widmete:
Erstens ging es um die allgemeine Beziehung zwischen Mutter und Tochter. Es gibt Mütter, die sehr fürsorglich sind und andere, die sich weniger kümmern. Anhand eines kleinen Sketches illustrierte die Referentin beiden Typen. Ebenso zeigte sie so auf, dass Töchter von ihren Müttern geprägt sind und gerne in ähnliche Verhaltensmuster wie diese fallen, was viele zum Schmunzeln brachte.
Der zweite Aspekt war der Umgang miteinander. Die Quintessenz war: Akzeptiere deine Mutter so, wie sie ist, denn in der Bibel heißt es: Du sollst deine Mutter ehren (vgl. 5.Mose 5,16). Gibt es Streitpunkte, sollen beide Seiten zurückstecken können.
Drittens berichtete die Referentin über Schuldgefühle. Gibt es Konflikte zwischen Mutter und Tochter, die schon verjährt sind, aber dennoch immer wieder hochkochen, braucht man Mut, um diese auszuräumen. Man könnte einen Brief schreiben oder das Gespräch suchen. Auf alle Fälle müsse man sich von dieser Last befreien – denn es könnte irgendwann zu spät dafür sein.
Das wusste sie aus eigener Erfahrung: Als ihre Mutter im Sterben lag, wünschte sie sich, bei ihrem Tod nicht allein sein zu müssen. Die Referentin hatte mit dem Personal des Altersheims vereinbart, dass sie sie anrufen sollen, sollte sich der Zustand ihrer Mutter verschlechtern. Doch als es eines Nachts soweit war, hatte sie den Anruf überhört – und kam zu spät: Ihre Mutter war alleine gestorben, die Tochter hatte ihr Versprechen nicht eingehalten. Bis heute sei ihr das eine schwere Last. Um damit fertig zu werden, besuchte sie regelmäßig die Seelsorge, fasste allen Mut zusammen und schrieb einen Brief an ihre verstorbene Mutter. In diesem entschuldigte sie sich aufrichtig und ließ alle Last los, die sie quälte.
Ich habe aus diesem Vortrag für mich persönlich mitgenommen, meine Mutter so anzunehmen, wie sie ist, und Konfliktsituationen zu vermeiden. Denn ich bin sehr froh, sie zu haben!