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Die Lehrer von morgen

Vier gewinnt!

Autor:
Janna

Rubrik:
studium

28.03.2018

Vier Uhr morgens an einem Donnerstag im März, irgendwo in Bonn. Eine sehr müde, aber auch sehr glückliche Janna verabschiedet sich von den Menschen, mit denen sie gerade mehrere Stunden lang getanzt und gefeiert hat. Heute hatte sie ihre letzte Klausur des Semesters geschrieben, nämlich die Nachklausur für die verhauene in Analysis III.
Nachklausuren sind anstrengend. Man ist nicht mehr so motiviert zu lernen, weil man den Stoff ja schon einmal durchgekaut hatte – leider zuvor ohne Erfolg. Ich hatte dieses Mal eigentlich das Gefühl, dass alles halbwegs gut gelaufen war. Und da ich von der Tutorin meines Vertrauens wusste, dass erst am Freitag korrigiert werden würde, konnte ich meine neue Freiheit genießen.
Dieses Glücksgefühl währte aber nicht lange. Am Freitag hörte ich nämlich von besagter Tutorin, dass ich laut Excel-Tabelle des Dozenten gerade einmal sechs Punkte geholt hätte – mindestens vier zu wenig! Das Wochenende war gelaufen – ich war gereizt, stritt mich mit meinen Eltern und Geschwistern und hatte wenig Lust auf anstehende Aufgaben. Im Online-Portal der Uni war meine Note noch nicht eingetragen, dabei hätte die schlechte Nachricht einer 5,0 wenigstens für Klarheit gesorgt. So war ich nur noch genervter.
Am Dienstagmorgen konnten wir dann die Klausuren einsehen. Zehn Punkte brauchte man zum Bestehen, aber davon waren meine sechs ja zu weit entfernt. Doch als ich meine Klausur in Augenschein nahm, stellte ich fest, dass ich mehr als sechs Punkte erreicht hatte. Eine Aufgabe war wohl übersehen worden, zwei weitere nachkorrigiert und mit mehr Punkten versehen. Ich rechnete einmal nach, ein zweites Mal, ein drittes Mal: „… das sind ja knapp mehr als zehn Punkte! Ich habe bestanden!“
Auch wenn es blöd klingt, war ich über diese 4,0 fast genauso froh wie über meine 1,0 in der Bachelorarbeit. Erleichtert und deutlich besser gelaunt, konnte ich danach wieder nach Hause fahren. Die nächsten Wochen bis Semesterbeginn kann ich jetzt endlich genießen.

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