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Die Lehrer von morgen

Bewerbungen für eine Stelle

Ich bin sehr unsicher in das Referendariat gestartet, weil ich nicht wusste, ob ich tatsächlich als Lehrerin arbeiten möchte. Mittlerweile fühle ich mich aber sehr wohl. Langfristig möchte ich zwar an der Hochschule an der Lehrerausbildung mitwirken, aber auch dafür ist es wichtig, Erfahrungen in der Praxis zu sammeln. Mit meiner Professorin hatte ich außerdem besprochen, dass eine nebenberufliche Promotion eine Möglichkeit für mich sein könnte, da es aktuell sowieso keine von der Hochschule aus finanzierte Doktorandenstelle gibt. Deshalb hielt ich Ausschau nach einer Stelle mit einem reduzierten Stundenumfang.
In Baden-Württemberg ist es so, dass es verschiedene Möglichkeiten gibt, um sich als Lehrerin zu bewerben. Der klassische Weg ist das sogenannte Listenverfahren: Man trägt sich mit seinen studierten Fächern und den Noten in eine Liste ein und wünscht sich bestimmte Bezirke. Diejenigen mit den besten Noten bekommen am ehesten ihre Wunschschule und wenn man sehr schlechte Noten hat, bekommt man im schlimmsten Fall gar keine – in der heutigen Situation des Lehrermangels kommt das kaum vor. Wenn eine Schule einen besonders hohen Bedarf an Lehrkräften hat, bekommt sie schon vor dem Listenverfahren, das erst im Juni beginnt, die Möglichkeit, eine Stelle auszuschreiben. Auf diese Stellen kann man sich dann spezifisch bewerben. Es gibt drei Runden: Im Dezember sind die Sonderausschreibungen, an denen Schulen mit extrem hohem Bedarf teilnehmen dürfen. Im Februar beginnen dann die Ausschreibungen für den ländlichen Raum und im März dürfen städtische Schulen ausschreiben. Meine Ausbildungsschule durfte schon im Dezember eine Stelle ausschreiben, auf die ich mich direkt beworben habe. Einen Tag nach meiner Lehrprobe hatte ich das Bewerbungsgespräch. Da die Schulleitung mich ja schon kennt, war es ein total entspanntes Gespräch. Ein paar Tage später bekam ich Post vom Regierungspräsidium und durfte unterschreiben, dass ich die Stelle annehmen möchte. Ich habe mich für ein Deputat von 21 Stunden entschieden (26 Stunden entsprächen einer Vollzeitstelle), um zumindest ein bisschen was für eine mögliche Promotion tun zu können und trotzdem genug Geld zu verdienen. Mit meiner Unterschrift bestätigte ich zudem, dass ich mich drei Jahre lang an diese Schule binde und keinen Versetzungsantrag stellen darf. Das fühlt sich für mich schon ein bisschen merkwürdig an, aber drei Jahre sind nun auch kein ganzes Leben und gerade kann ich mir das alles sehr gut vorstellen.

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  Mar 3, 2020

Die Lehrer von morgen

Kämpfen und siegen!

Vergangene Woche war es soweit. Meine erste Staatsexamensprüfung im Fach Biologie stand an. Nach einer schlaflosen Nacht stand ich auf und machte mich für den Kampf bereit. Ich frühstückte gemütlich bevor ich zur Prüfung antrat. Es ist für mich immens wichtig morgens Stress zu vermeiden, denn dieser würde meinen ganzen Tag beeinflussen.
Am Prüfungsraum angekommen zeigte ich meine Zulassungsbescheinigungen und erhielt meine Sitzplatznummer. Ich war aufgeregt. Wir nahmen unsere Plätze ein. Ich hatte glücklicherweise einen Tisch für mich allein und konnte mich ausbreiten. Ich füllte die Konzeptbögen mit Nummer und Kennwort aus und wartete auf die Prüfungsfragen. Als ich sie erhielt war ich etwas unzufrieden. Es wurden nicht die erhofften Themen abgefragt. Dennoch konnte ich eine der Fragen sicher und ausführlich in Form eines Aufsatzes ausführen. Sie handelte von der Atmung des Menschen. Die Didaktik hierzu war die Modellbildung im Unterricht. Modellbildung bedeutet, dass die Schülerinnen und Schüler eine Problemfrage durch die eigentätige Konstruktion eines Modells beantworten können. Wir konzipierten in meiner ganzen Studienzeit keine einzige Unterrichtsstunde zur Modellbildung. Sie wurde meist am Rande erwähnt aber nie in einem solchen Umfang ausgeführt, weswegen ich kaum Erfahrung damit hatte. Ich blieb ruhig und wurde kreativ. Es war erstaunlich, wie viele Ideen ich sammeln konnte. Letztlich war ich mit meiner Unterrichtsstunde einigermaßen zufrieden. Dennoch hätte noch ordentlich an ihr gefeilt werden müssen, wozu die drei Stunden Prüfungszeit niemals ausgereicht hätten. Drei Stunden, um die Fachwissenschaft zur menschlichen Atmung und die Didaktik zur Modellbildung darzulegen sowie hierzu eine Unterrichtsstunde zu konzipieren ist einfach zu knapp. In letzter Minute konnte ich meinen Fließtext beenden. Ich bin mit gemischten Gefühlen aus der Prüfung gegangen, tauschte mich mit anderen aus, die ebenso lediglich ein „okay“ über die Lippen brachten. Ich war etwas enttäuscht, da ich mir erhofft hatte, aufgrund meines Lernaufwandes, völlig zufrieden zu sein. Ich hatte mir ein positives Gefühl erhofft, das mich in den weiteren Prüfungen hätte bestärken können. Dennoch darf ich nicht viele Gedanken daran verschwenden, sondern muss mich auf meine kommenden Prüfungen fokussieren. Diese stehen schon in wenigen Tagen an. Die geballte Ladung kommt innerhalb von drei Tagen mit jeweils vier Stunden Prüfungszeit auf mich zu. Es werden schlaflose und kraftzehrende Stunden, deshalb motiviere ich mich zu kämpfen und zu siegen.

Autor: Eva  |  Rubrik: studium  |  Feb 28, 2020
Autor: Eva
Rubrik: studium
Feb 28, 2020

Die Lehrer von morgen

Wahlkampf

Die Fachschaftsvertretung Mathematik (FSV) wurde gewählt! An sich keine allzu spektakuläre Nachricht, das passiert nämlich jedes Jahr. Dieses Jahr war allerdings eine Sache anders: Üblicherweise gibt es bei den FSV-Wahlen Personenwahlen, das heißt, bestimmte Personen stellen sich zur Wahl. Dieses Jahr gab es jedoch eine Listenwahl, bei der es keine Einzelkandidaten gibt, sondern Listen beziehungsweise Parteien. Man kann entweder eine Liste wählen oder einen Kandidaten von der Liste, diese Stimmen werden listenweise zusammengezählt und dann bestimmt ein Auszählungsverfahren, wie viele Kandidaten pro Liste in die FSV kommen. Die Kandidaten mit den meisten Personenstimmen einer Liste sind dann diejenigen, die die Liste in der FSV vertreten.
Leider wurde daraus ein Wahlkampf, der für ziemlich viel Unfrieden sorgte. Die beiden größten Listen waren die Liste Fachschaftsaktive – diejenigen, die derzeit am aktivsten in der Fachschaft sind und die Liste GUT (Liste für Gleichstellung, Umweltschutz und Teilhabe) – von denen einige schon letztes Jahr in der FSV waren und teilweise das Gefühl hatten, sich nicht ausreichend einbringen zu können.
Während die Liste GUT sich darüber echauffierte, dass die Liste Fachschaftsaktive durch ihren Namen so tat, als wären alle anderen Kandidierenden nicht aktiv in der Fachschaft, empörte die Liste Fachschaftsaktive das Wahlplakat der Liste GUT, auf dem Dinge gefordert wurden, die teilweise schon umgesetzt wurden (z.B. nachhaltige Alternativen, Gleichstellungsarbeit oder die Möglichkeit, kulturelle Veranstaltungen umzusetzen). Als dann auch noch der Vorwurf aufkam, es würde unerlaubte Wahlwerbung geben, war die Stimmung unangenehm angespannt.
Die Differenzen zwischen den einzelnen Listen spürte man vor allem bei der konstituierenden Sitzung nach der Wahl, auf der Gremien und wichtige Ämter vergeben werden. Als die Sitzung beendet war, hatte jeder das Gefühl, zu kurz gekommen zu sein.
Einige Wochen später denke ich, dass man mit der neuen Besetzung arbeiten kann. Mich stört jedoch, dass einige Mitglieder nicht zur Sitzung kommen. Einige der neuen Mitglieder engagieren sich aber sogar stärker als ich erwartet hätte. Beim nächsten Mal wäre ich dennoch wieder für eine Personenwahl – das erspart eine Menge Stress und Streitigkeiten!

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Feb 28, 2020