interaktiv

Praktikum im Ausland

Fahrradfahren in Mexiko Stadt

Autor:
Maja

Rubrik:
orientieren

28.09.2012

Als ich vor zwei Jahren das erste Mal in Mexiko-Stadt war, hat mich der extreme Verkehr einerseits beeindruckt, aber andererseits auch geschockt. Für mich waren innerstädtische, autonbahnartige, siebenspurige Straßen wie der Eje Central oder der Peripherico etwas ganz Neues. Auch daran, dass man sich grundsätzlich weder an Geschwindigkeitsbegrenzungen, Ampeln noch Verkehrsregeln hält, war ich nicht gewöhnt. Hier herrscht grundsätzlich das Recht des Stärkeren. Als Fußgänger oder als Fahrradfahrer sollte man also doppelt und dreifach aufpassen. Wenn mir jemand vor zwei Jahren gesagt hätte, dass ich eines Tages durch die Stadt radeln werde, hätte ich ihn für verrückt erklärt.

Allerdings hat sich in den letzten zwei Jahren so einiges geändert: Die Stadt hat erste aufofreie Radwege gebaut und es hat sich ein regelrechter Fahrradhype entwickelt. Das geht so weit, dass es Radtreffs mitten in der Nacht gibt. Einer heißt zum Beispiel "mujeres en bicis” (Frauen auf Fahrrädern). Diese Gruppen fahren dann von zehn Uhr abends bis zwei Uhr früh durch die Stadt, weil es da weniger Verkehr gibt. Wer cool ist, fährt hier also Rad!

Leider sind die Leute, die hier in unserem Haus wohnen, für meine Verhältnisse ein bisschen zu cool… So bin ich letztens wohl oder übel mit den anderen mit dem Fahrrad zu den allsamstäglichen Salsa Stunden gefahren. Ich hatte natürlich erstmal total Angst und bin super vorsichtig und langsam gefahren. Mit der Zeit kennt man aber die Tricks, um Gefahren zu vermeiden: geduldig sein, immer locker bleiben, nie erwarten, dass Linksabbieger auf einen achten, immer bevor man eine Straße überquert checken, in welche Richtung sie geht (die meisten Straßen hier sind Einbahnstraßen und wenn man das nicht gewöhnt ist, und man zuerst nach links schaut und die Autos alle von rechts kommen, kann das fatal enden. Auch wenn Radfahren hier ein bisschen gefährlicher als in Deutschland ist, hat es doch einen entscheidenden Vorteil: Bei Stau ist man deutlich flexibler und schneller. Und hier gibt es viel Stau.

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