interaktiv

Studieren im Ausland

Vielleicht doch den einfachen Weg wählen?

Autor:
Esther

Rubrik:
studium

26.04.2013

Auch eine meiner Freundinnen in Köln hatte überlegt, noch einmal für ein Jahr nach Lateinamerika zu gehen. Sie hatte, ebenso wie ich, bereits zwei Auslandsjahre hinter sich. Schließlich hatte sie sich jedoch dagegen entschieden. „Ich habe das Gefühl, dass ich gerade jetzt nach anderthalb Jahren richtig in Köln angekommen bin und nun soll ich schon wieder weg? Und dann die ganzen Monate, die man braucht, um sich in Deutschland wieder richtig wohl zu fühlen. Die Zeit, in der man eigentlich alles hier nur doof findet. Nein. Das will ich nicht noch einmal durchmachen müssen.“

Ich hatte die gleichen Gedanken, aber dann hat doch die Neugier auf ein völlig fremdes Land mit einer neuen Sprache gesiegt. Nun saß ich jedoch im Flieger nach Fortaleza und dachte daran, wie schwierig es am Anfang war, neue Leute kennenzulernen, wie man zuerst immer wieder die gleichen oberflächlichen Gespräche führte: „Und woher kommst du? Was? Aus Deutschland? Und gefällt es dir hier? Und was studierst du?“ So war das eben. Anders ging es nicht. Auf diese Art und Weise lernte man einfach Leute kennen und es waren immer die ersten Dinge, die man im Ausland gefragt wurde und die man ja auch selbst ausländische Studierende fragte.

Bei dem Gedanken an den langen Weg, den man gehen musste, bis man eine wirkliche Freundschaft schloss, und wie emotional anstrengend ein Auslandsaufenthalt und auch die Rückkehr war, kamen mir plötzlich doch Zweifel, ob ich nicht den einfacheren und sichereren Weg hätte wählen und in Köln bleiben sollen.

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