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Studieren im Ausland

Stadt- und Landleben

Seit knapp einer Woche bin ich inzwischen wieder zurück in Deutschland. Wenn ich ehrlich bin, hatte ich schlechte Laune und Umgewöhnungsschwierigkeiten erwartet. Denn erfahrungsgemäß bin ich nicht gut darin, mich nach Auslandsaufenthalten schnell wieder umzustellen. Diesmal fühlt sich aber alles ganz anders an. Dass ich vor knapp einer Woche noch in Taipeh war, kommt mir ewig lange her vor.
Vermutlich hatte ich genug Zeit, mit diesem Kapitel abzuschließen. Viele Freunde sind früher als ich abgereist, das Semester war längst vorbei und neue Aufgaben warteten auf mich. Außerdem habe ich mich wahnsinnig auf meine Familie und Freunde gefreut.
In den nächsten Wochen bin ich bei meinen Eltern. Das fühlt sich ganz anders an als in Taipeh, wo immer Lärm ist und überall Motorradfahrer unterwegs sind. Hier ist es hingegen still – perfekt, um mal abzuschalten. Dafür gibt es kaum öffentliche Verkehrsmittel: Ein Bus fährt nur einmal in der Stunde. Stattdessen bin ich darauf angewiesen, mir ein Auto meiner Eltern auszuleihen. Nachdem ich aus Taipeh so viel Unabhängigkeit gewohnt war, fällt mir das nicht leicht.
Auch wenn ich die Ruhe hier genieße, sehne ich mich schon wieder ein wenig nach der Großstadt. Ich mag das Gefühl von kleinen Wohnungen in hohen Gebäuden, von Straßen voller Menschen und von so vielen Möglichkeiten, die hinter jeder Ecke liegen. Nach meinem Abi habe ich ein Jahr lang in Madrid gewohnt. Mein Fazit: Die Millionenstadt war mir dann doch etwas zu groß. Taipeh war nur minimal kleiner, dort habe ich jedoch ein ganzes Stück weiter außerhalb gewohnt. Die langen Strecken mit öffentlichen Verkehrsmitteln haben mich dabei mitunter schon sehr genervt. Bonn, wo ich studiere, ist zwar fürs Studieren total angenehm, mir letztendlich aber auch etwas zu klein. Ich bin also gespannt, wohin die Reise noch geht!

Autor: Marie  |  Rubrik: studium  |  Jul 3, 2019
Autor: Marie
Rubrik: studium
Jul 3, 2019

Studieren im Ausland

Durchbrochene Routine

Mein Alltag in Münster ist recht abwechslungsreich, beinhaltet aber doch eine gewisse Routine. Ich wusste, dass mein Auslandssemester in Riga meine Gewohnheiten durchbrechen würde – das wollte ich ja auch. Routinen geben einem aber auch ein Gefühl von Sicherheit. Ohne mein vertrautes System fühle ich mich schon etwas nackt. Das hat am Anfang meines Erasmussemesters dazu geführt, dass ich mich einsam gefühlt habe, obwohl ich von vielen Menschen umgeben war. Dass meine Tage und Wochen nicht durchgeplant waren, war ungewohnt.
Nach zwei Wochen begann dann der erste Kurs in Gynäkologie und Geburtshilfe, wodurch definitiv ein geregelterer Tagesablauf zu Stande kam, weil ich jeden Morgen ins Krankenhaus musste. Auch habe ich mich zu einem Lettisch-Sprachkurs angemeldet, der zweimal wöchentlich stattfindet. Dienstags ging ich zur Jam-Session und donnerstags mit meinen anderen Erasmus-Freunden in eine bei uns beliebte Bar. Und Sport machte ich auch regelmäßig.
Trotzdem vermisste ich mein Leben in Münster, die Musik, meinen Verein, sogar die Arbeit. Ich vermisste viele kleine Dinge: das Sitzen auf dem Sofa bei meiner Freundin mit einem Kaffee in der Hand, während wir über das Leben philosophierten, meine Wohnung mit meinen Mitbewohnern. Ich merkte, dass ich echt Heimweh bekam, obwohl die Euphorie über das Auslandssemester durchaus groß war. Die Beziehung, die ich angefangen habe, war noch recht frisch, vielleicht war etwas Angst dabei. Als sie das erste Mal in Riga war, begann ich mich sicherer zu fühlen und merkte, dass sich mein Leben in Münster und das in Riga zusammenbringen lassen.
Was auch hilft, ist die Tatsache, dass ich nicht der einzige bin, dem es so geht. In Riga sitzen wir alle im selben Boot und wollen die gemeinsame Zeit möglichst sinnvoll und schön gestalten. Dadurch gibt man sich automatisch Halt, auch wenn man das Zuhause und die alten Gewohnheiten, Sicherheiten und Hobbies mal vermisst. Ich finde es gut, so herausgefordert zu sein, und merkte an diesem Punkt auch, dass es absolut richtig ist, diesen Schritt nach Riga getan zu haben.

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  Jul 1, 2019
Autor: Thilo
Rubrik: studium
Jul 1, 2019

Studieren im Ausland

Langer Abschied, schwerer Abschied

Viereinhalb Monate – so lang dauerte mein Auslandssemester. Nicht sehr lange. Einen guten Monat braucht man doch meist, um sich einzuleben. Dann noch ein oder zwei Monate, um sich tatsächlich wohl zu fühlen. Und dann blieben mir nur noch sechs weitere Wochen. Dazu kam, dass ich im letzten Monat vor allem Hausarbeiten geschrieben habe, ich mit Freunden gereist bin und Taipeh und die Umgebung erkundet habe. Letztendlich war es ein ziemliches Hin und Her zwischen Unistress und dem Wunsch, die letzten Züge des Auslandssemesters noch zu genießen.
Viele von meinen Freunden hier sind früher abgereist als ich, weil an ihren Heimatuniversitäten das neue Semester recht früh beginnt. Ich war aber froh, mehr Zeit zu haben, um mich von Taiwan zu verabschieden. Und ich hatte noch etwas geplant: Gemeinsam mit einer Freundin wollte ich nach Kaohsiung in den Süden der Insel fahren!
Wenn ich ehrlich bin, hatte ich keine wirkliche Vorstellung von der Stadt. Mir war sie als Ausflugsziel bekannt, aber ich wusste gar nicht, dass sie als Wirtschaftszentrum Taiwans gilt. In Kaohsiung angekommen waren wir auch zuerst einmal geschockt: Die Distanzen waren viel weiter als erwartet. Statt schnell an den Strand zu gehen, wie wir es bei vorherigen Ausflügen gemacht hatten, brauchten wir fast eine Stunde mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Letztendlich dauerte uns das zu lange und wir setzten uns kurzentschlossen in ein Taxi.
Was wir da noch nicht wussten: Auch wenn Kaohsiung selbst sehr viel Schönes zu bieten hat, ist doch die schmale Insel vor der Stadt am allerschönsten. Cijin Island heißt sie. Zwei Tage lang haben wir dort am Strand gelegen, auf das Meer rausgeschaut und das Essen an den vielen Straßenständen probiert. Für mich war es der perfekte letzte Ausflug meines Auslandssemesters!

Autor: Marie  |  Rubrik: studium  |  Jun 28, 2019