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Barrierefrei studieren?

Das Minimalprinzip

Während ich in der Mensa, wie berichtet, keine Schwierigkeiten habe, müssen an anderer Stelle Hürden überwunden werden. In diesem Zusammenhang werde ich demnächst von manchen Dozenten erzählen, zunächst aber von den Kommilitonen. Wobei es natürlich nicht alle, aber doch einige sind, die mir zwar versichern, sie würden mir die Handouts zu ihren Referaten noch in digitaler Form mitbringen oder per Mail zusenden, aber was ist so eine Versicherung eigentlich Wert? In etwa 50 Prozent wird sie eingelöst, wie ich inzwischen herausgefunden habe. Und während man solche Daten - repräsentativ oder nicht - erhebt, wird man auch klüger. Unter anderem insofern, dass ich immer daran denken sollte ein ausgedrucktes Handout einzustecken, solange es im Seminar verteilt wird. Die anderen können dann sofort hineinschauen. Ich hingegen lese den Text erst, wenn ich ihn nachher zu Hause einscanne. Oder aber, sollte ich den Fehler gemacht haben, einem dieser falschen Versprechen zu glauben, entweder Tage bzw. Wochen später oder niemals. Obwohl die Kursteilnehmer nicht nur einmal auf meine Bitte und die dazugehörige Mailadresse hingewiesen worden sind! Und wenn man nicht einmal mit diesem minimalen Entgegenkommen rechnen kann, womit denn dann?

 

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Jan 16, 2008
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Jan 16, 2008

Barrierefrei studieren?

Hilfe von überall

Ich lebe nun schon seit über einem Jahr in Erlangen und habe während dieser Zeit unter anderem dazu gelernt, inwieweit mich Dozenten, Bibliotheksmitarbeiter und Kommilitonen unterstützen. Die Mitarbeiter der Mensa gehen hier mit gutem Beispiel voran. Natürlich treffe ich dort auch immer wieder auf Studierende, die mir ein Tablett und Besteck reichen, mir dann sagen, was es wo zu essen gibt und mich auch zu den einzelnen Ausgaben oder zur Kasse führen. Meistens sind es aber die freundlichen Mensa-Mitarbeiter, die auf mich zukommen, sobald sie mich sehen. „Wollen Sie noch etwas trinken? Salat oder einen Nachtisch?", bieten sie mir an. Die Frau an der Kasse sagt dann: „Sie hatten noch 12,90 Euro auf Ihrer Karte, davon gehen 2,10 weg und jetzt bleiben 10,80 Euro übrig." Währenddessen hält sie meine Hand fest und legt danach die Karte hinein.

Jemand bringt mich zu einem Tisch, der möglichst in der Nähe ist, damit ich später leichter zurückfinde. Was nicht heißt, dass sie mich nicht manchmal auch noch nach dem Essen nach draußen begleiten würden, obwohl ich mich hier inzwischen doch ganz gut auskenne. Und sie machen es außerdem möglich, dass ich meine Guthaben-Karte nicht am Automaten aufladen muss.

Ich will damit nicht sagen, dass das Mittagessen von früh bis spät das Wichtigste wäre, mich aber auf jeden Fall dafür bedanken, dass man mir in dem großen, unübersichtlichen Raum zwischen zahlreichen anderen Hungrigen Tag für Tag und völlig selbstverständlich einen sicheren Weg ans Ziel ebnet.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Jan 7, 2008
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Jan 7, 2008

Barrierefrei studieren?

Mobilitätstraining

Nachdem ich die Zusage für mein Studium bekommen hatte, kam, was für Blinde immer kommt, wenn sie in eine neue Stadt ziehen: Das Mobilitätstraining. Hierbei wird man von jemandem mit den noch fremden Wegen bekannt gemacht, der extra dafür ausgebildet ist. Dieser so genannte Mobilitätstrainer weiß, welche Kleinigkeiten mir die Orientierung erleichtern und weist mich hin auf einen Baum an einer bestimmten Ecke oder auf einen anderen Bodenbelag an einer bestimmten Stelle; darauf, dass der Gehweg breiter wird oder leicht bergab führt. Nach einem Haus, für das irgendein Geräusch oder Geruch charakteristisch ist, muss ich auf ein Schild stoßen ... so tastet man sich von einem Kennzeichen zum nächsten vorwärts und jedes, das man problemlos erreicht, gibt einem zusätzliche Sicherheit. Aber Vorsicht: Einmal falsch abbiegen oder eine Straße zu viel überqueren - schon ist man verloren.

Es war ein Marathon. Wenige Stunden, um die Struktur des Bahnhofs und die Bushaltestellen und -linien kennen zu lernen. Für den Weg vom Studentenwohnheim zur Uni, von der Uni zu den einzelnen Instituten, zu den verschiedenen Bibliotheken und, was natürlich nicht fehlen darf, zur Mensa. Nur das Nötigste und nach Möglichkeit die Verbindung von jedem dieser Punkte zu jedem anderen. Wer danach nicht erschöpft ist, kann meiner Meinung nach nicht blind sein. Und dann wusste ich noch nicht einmal, wo ich den nächsten Supermarkt oder Drogerieladen finde. Aber auch das habe ich bald gelernt.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Dec 20, 2007
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Dec 20, 2007