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Was tun nach dem Abi?

Medizin, Moadla und München

Auf dem Rückweg von Kroatien, wollte ich die Gelegenheit nutzen, im Indischen Konsulat in München mein Visum zu beantragen. Glücklicherweise konnte ich für die eine Nacht bei meinem ehemaligen Austauschschüler aus Slowenien unterkommen. Über 500 Euro Miete und Zusatzkosten fallen hier um die Ecke vom Goetheplatz an. „Dafür bin ich zu Fuß gleich in der medizinischen Fakultät. Für ein Fahrrad hab ich leider keinen Stellplatz, weil die Garage gerade umgebaut wird“, meinte Maks dazu. Aber in Ljubljana wäre das natürlich günstiger gewesen. Seine allererste Wahl war allerdings Heidelberg. Doch für ein Studium dort hat es nicht ganz gereicht.

Und nun zeigte mir ein Slowene die Hauptstadt Bayerns mit all ihren Sehenswürdigkeiten. Als wir bei einem Postkartenstand hielten und eine Karte anschauten, auf der auf Bayrisch die Merkmale von „Buam“ und „Moadl“ vermerkt waren, konnte ich ihm allerdings auch etwas erklären. Wir redeten deutsch, beide fließend. Und er beherrscht dazu noch Slowenisch und Englisch. Wieso ich denn nicht auch mit Medizin anfangen will, fragte er mich da. Nun, wir hatten früher über meine Begeisterung dafür, speziell TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) geredet, aber als ich nun sah, was vor ihm lag, war ich nicht ganz überzeugt: „Bis zum Sommer muss ich 7.000 Seiten für das Physikum lernen und die Praxisphasen habe ich auch noch,“ erklärte er mir.

Die LMU (Ludwig-Maximilians-Universität) hat allerdings einen guten Eindruck auf mich hinterlassen. Und spät abends in die ehrwürdigen Hallen des Hauptgebäudes der LMU einzutauchen, wo die Geschwister Scholl mit ihren Flugblättern den Widerstand gegen die Nazis wagten, bleibt ein eindrucksvolles Erlebnis. Genauso wie das Auditorium Maximum und die Staatsbilbiothek. Studentenfeeling kam auf. Und wurde im Hofbräuhaus, mit Maß, witzigen Gesprächen und fremden, bald bekannten Menschen fortgeführt.

Autor: Manuel  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Jun 7, 2011
Autor: Manuel
Rubrik: auszeit nach dem abi
Jun 7, 2011

Was tun nach dem Abi?

Der Tauchschein

Um an dem Pangaea Borneo Project teilnehmen zu können, musste ich meinen Tauchschein noch vor der Abreise erfolgreich abgeschlossen haben. Fit bin ich dank über einem dutzend Tauchgängen in der kroatischen Adria jetzt auf jeden Fall dafür.

Das Tauchcenter in Kroatien war ein echter Volltreffer. Tauchlehrerin Barbara hatte eigentlich Informatik studiert, sprach Deutsch, Französisch, Engisch und Kroatisc. Der Zweite im Bunde – Matthias – verbringt die jeweils andere Hälfte des Jahres auf Bali als Tauchleher. Bei ihm konnte ich mich natürlich gleich bestens informieren. Beim Nachttauchen, Tieftauchen, Suchen und Bergen sowie einem Clean-up konnten wir dann unsere praktische Erfahrung ausbauen. Denn ein schlechter Taucher zerstört mehr, als das er sieht: Boden aufwirbeln, Seegurken zertreten, Korallen beschädigen oder Seesterne drücken – all das sollte man zu vermeiden wissen. Und man muss im Buddysystem sich immer Gegenseitig vertrauen können. Als ich etwa beim Unterwasserfotografieren die Zeit völlig vergaß, erinnerte mich mein Buddy rechtzeitig daran, dass mir gleich die Luft ausgehen würde. Denn in der Adria gibt es doch mehr zu sehen, als man glaubt. Und so war dieser Trip nicht nur praktisch für meine nächsten Vorhaben, sondern neben dem adriatischen Flair (Meer, Möwen, Eis und Pizza) auch einfach richtig klasse.

Autor: Manuel  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Jun 1, 2011
Autor: Manuel
Rubrik: auszeit nach dem abi
Jun 1, 2011

Was tun nach dem Abi?

Studiengebühren sparen "leicht" gemacht

Nein, einen Preis werde und will ich hier nicht gewinnen. Dafür aber die Möglichkeit nutzen, meine Studiengebühren als EU-Student außerhalb Großbritanniens erstattet zu bekommen. Wieso die schottische Regierung das macht? Um den internationalen Austausch und „buntes“ Lernen zu fördern. Und ganz umsonst ist es ja auch nicht.

Eigentlich liegt es ja auf der Hand: Ich bin in Deutschland geboren, hier aufgewachsen und war nie Staatsbürger eines anderen Landes. Damit falle ich eindeutig in die Kategorie „EU Student from outside the UK“. Ich mache auch keinen Master, für den ich selbst in die Tasche greifen müsste. Dann muss ich noch versichern, ein Vollzeitstudium in Edinburgh abzulegen, dort auch meinen Abschluss machen zu wollen und nicht nur im Rahmen eines Auslandssemesters die Uni besuche. Dann kommen aber erst die eigentlichen Fragen zur „Residence Eligibility“. Hab ich einen Flüchtlingsstatus? Werde ich ab 1. August Steuerzahler in Schottland sein? Bin ich ein EU-Gastarbeiter? Ich musste erst mal im englischen Steuerkanon nachlesen, was der Unterschied zwischen „resident“ und „ordinary residence“ ist. Optimalfall war aber, alles mit einem Nein zu beantworten.

Dann waren aber doch noch einige Telefonate nötig, als nach dieser Onlinebewerbung und der Abgabe meiner Daten das Display titelte: „We cannot process your application until you have provided us with further document“. Aber die Dokumente, die ich ausfüllen sollte, enthielten Fragen über meine britische Staatsbürgerschaft und der meiner Eltern sowie deren Einkünfte. „Sie bekommen einfach in den nächsten Monaten Post von uns und dann war’s das auch!“ half mir die Auskunft weiter. Ich bin gespannt.

Autor: Manuel  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  May 27, 2011
Autor: Manuel
Rubrik: auszeit nach dem abi
May 27, 2011