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Master live

Antirassismus-Training

Autor:
Franca

Rubrik:
studium

20.12.2016

Der Verein Phoenix bietet Antirassismus-Trainings an, in denen Menschen sich mit dem Thema Rassismus auseinandersetzen können. Vor etwas mehr als einem Jahr habe ich schon einmal bei einem solchen Training mitgemacht, damals in Leipzig. Dieses Jahr durfte ich in Würzburg am Aufbautraining teilnehmen. Vor einem Jahr, also im Grundtraining, haben wir verschiedenen Gedankenexperimente und -spiele gemacht, in denen uns in der Gruppe bestimmte rassistische Denkstrukturen verdeutlicht wurden. Es ging um Prägung in der frühen Kindheit, wie Schwarzen zum Beispiel in manchen Kinderbüchern bestimmte Eigenschaften zugesprochen werden und wie durch die Einseitigkeit der Darstellung Stereotypen und Vorurteile entstehen. Im Folgetraining haben wir unsere Erfahrungen geteilt und mit Hilfe einer Methode namens „Theater der Unterdrückten“ versucht, uns Handlungskonzepte gegen rassistische Diskriminierung zu erarbeiten.
Das Theater der Unterdrückten ist eine Idee von Augusto Boal, der im 20. Jahrhundert hauptsächlich in Brasilien gelebt und gewirkt hat. Dieses Theaterkonzept beinhaltet eine Miteinbeziehung des Publikums in das Theatergeschehen. So sollen Szenen nachgespielt werden, die eine Person erlebt hat und mit deren Ausgang sie unzufrieden war. Durch das wiederholte Durchspielen der Szene kann die Person verschiedene Handlungsstrategien testen und nach jedem Durchgang beurteilen, ob die Situation sich für sie gelöst hat und ob sie sich nun gut fühlt. Wenn nicht, wird die Szene noch einmal anders gespielt, bis eine zufriedenstellende Lösung gefunden wurde. Durch wiederholtes Rückbesinnen auf die eigenen Gefühle und durch die intensive Auseinandersetzung mit den Szenen hat dieses Wochenende beim Verein Phoenix bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen und mir viel Stoff zum Nachdenken gegeben.

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