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Medizin studieren

Glück im Unglück

Autor:
Johannes

Rubrik:
studium

10.10.2013

Seit über einer Woche bin ich mittlerweile wieder in Deutschland. Ich habe den Rückweg alleine mit meinem Bus zurückgelegt. Zunächst kam ich gut voran – ohne Staus, Baustellen oder irgendwas dergleichen. Dass ich wieder in Deutschland angekommen war, merkte ich weniger an dem Grenzschild, sondern vielmehr daran, dass der Verkehr innerhalb eines Kilometers um Welten chaotischer, vor allem jedoch aggressiver wurde. Rollt man in Frankreich einigermaßen entspannt über hunderte von Kilometern konstant vor sich hin, muss man in Deutschland tatsächlich wesentlich wachsamer sein. Dazu fallen mir spontan zwei Zitate ein. Tom Hanks hat über deutsche Autobahnen mal Folgendes gesagt: „No matter how fast you drive, there‘s always someone driving faster!“ Und mein australischer Austauschpartner meinte: „Autofahren in Deutschland sieht aus, als würden sich alle gegenseitig umbringen wollen!“

Und dann – kurz vor meinem Ziel – passierte es. Da fährt man 1.450 Kilometer durch Mitteleuropa, ohne einmal anhalten zu müssen und dann krachen 15 Autos auf der A6 ineinander. Ich stand dann eineinhalb Stunden, es ging keinen Millimeter vorwärts. Zahllose Rettungswägen, Notärzte und Feuerwehrzüge kamen vorbei. Nach 90 Minuten: endlich, Meter für Meter ging es weiter. Alle drei Spuren waren zwar gesperrt, glücklicherweise jedoch gibt es noch den Standstreifen.

Letztlich bin ich einfach nur überglücklich, nicht in den Unfall verwickelt gewesen zu sein! Ich stand knapp dahinter, 100 Meter trennten mich von der Katastrophe, zehn Autos sahen nach Totalschaden aus. Wer weiß, was passiert wäre, wenn die Pause bei McDonalds nur ein paar Minuten kürzer ausgefallen wäre?!

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