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Medizin studieren

Ein ganz anderer Erste-Hilfe-Kurs

Autor:
Maja

Rubrik:
studium

01.07.2014

Sicherlich erinnert ihr euch alle noch an den grässlich langweiligen Erste-Hilfe-Kurs, der für den Führerscheinerwerb verpflichtend ist. Acht Stunden Powerpoint und dann mäßig motiviertes Ersthelfersituationen-Nachstellen. Um zum ersten Staatsexamen in Medizin zugelassen zu werden, benötigt man einen 16-stündigen Erste-Hilfe-Kurs. Als ich das gehört habe, habe ich mich nicht direkt gefreut, zumal ich früher als Rettungsschwimmerin gearbeitet habe und deswegen schon gefühlt tausend dieser Kurse über mich ergehen ließ. Die sind aber leider alle nicht mehr aktuell genug.

Bei uns an der Uni wird ein Erste-Hilfe-Kurs von Medizinstudenten angeboten, die sich AG-Med nennen. Bei diesem Kurs gab es endlich mal kaum Powerpoint-Folien, sondern Kurzvorträge und Gruppenarbei. Außerdem wurde alles medizinisch gut erklärt, sodass man es sich dann auch gut merken konnte. Zum Beispiel vergesse ich immer wieder, dass man bei Bewusstlosen den Hals überstrecken muss. Wenn einem aber klar ist, dass bei einem Bewusstlosen der normale Muskeltonus nicht mehr vorhanden ist und die Zunge ein Muskel ist, dann kann man sich eher vorstellen, dass die Zunge die Atemwege verstopft und dies durch Überstrecken verhindert werden kann. Das ist vielleicht ein triviales Beispiel, aber bei komplizierteren Sachverhalten, helfen mir diese Erklärungen einfach.

Das Beste am Kurs war aber, dass es ganz viele praktische Übungen gab. Augenscheinlich hatten die Medizinstudenten viel Spaß am Theaterspielen und auch am Verkleiden und Schminken. Jedenfalls wirkten die Fallbeispiele sehr realistisch. Ich habe mich jedenfalls ernsthaft erschreckt, als ich aufs Klo gegangen bin, und da das Mädchen entdeckt hab, das offensichtlich gerade an einer Überdosis Drogen fast gestorben ist.

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