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Medizin studieren

Ein ganz anderer Erste-Hilfe-Kurs

Sicherlich erinnert ihr euch alle noch an den grässlich langweiligen Erste-Hilfe-Kurs, der für den Führerscheinerwerb verpflichtend ist. Acht Stunden Powerpoint und dann mäßig motiviertes Ersthelfersituationen-Nachstellen. Um zum ersten Staatsexamen in Medizin zugelassen zu werden, benötigt man einen 16-stündigen Erste-Hilfe-Kurs. Als ich das gehört habe, habe ich mich nicht direkt gefreut, zumal ich früher als Rettungsschwimmerin gearbeitet habe und deswegen schon gefühlt tausend dieser Kurse über mich ergehen ließ. Die sind aber leider alle nicht mehr aktuell genug.

Bei uns an der Uni wird ein Erste-Hilfe-Kurs von Medizinstudenten angeboten, die sich AG-Med nennen. Bei diesem Kurs gab es endlich mal kaum Powerpoint-Folien, sondern Kurzvorträge und Gruppenarbei. Außerdem wurde alles medizinisch gut erklärt, sodass man es sich dann auch gut merken konnte. Zum Beispiel vergesse ich immer wieder, dass man bei Bewusstlosen den Hals überstrecken muss. Wenn einem aber klar ist, dass bei einem Bewusstlosen der normale Muskeltonus nicht mehr vorhanden ist und die Zunge ein Muskel ist, dann kann man sich eher vorstellen, dass die Zunge die Atemwege verstopft und dies durch Überstrecken verhindert werden kann. Das ist vielleicht ein triviales Beispiel, aber bei komplizierteren Sachverhalten, helfen mir diese Erklärungen einfach.

Das Beste am Kurs war aber, dass es ganz viele praktische Übungen gab. Augenscheinlich hatten die Medizinstudenten viel Spaß am Theaterspielen und auch am Verkleiden und Schminken. Jedenfalls wirkten die Fallbeispiele sehr realistisch. Ich habe mich jedenfalls ernsthaft erschreckt, als ich aufs Klo gegangen bin, und da das Mädchen entdeckt hab, das offensichtlich gerade an einer Überdosis Drogen fast gestorben ist.

Autor: Maja  |  Rubrik: studium  |  Jul 1, 2014
Autor: Maja
Rubrik: studium
Jul 1, 2014

Medizin studieren

Heimaturlaub

Nach ein paar Monaten ist es endlich mal wieder soweit: Ich reise in meine Heimat. Die sechsstündige Fahrt kommt mir ewig vor wie immer, aber dafür erwartet mich selbst nachts um halb zwölf noch ein bestens gefüllter Kühlschrank und ein gemachtes Bett. Dann heißt es natürlich Verwandtschaft abklappern, Freunde besuchen und, ganz wichtig, gutes Essen genießen!

Irgendwie kommt das mit dem Essen in meinem Leben leider immer etwas zu kurz. Entweder ist die Zeit, der Geldbeutel oder die Motivation, gut zu kochen, sehr knapp bemessen. Abgesehen davon dürfte es in Münster auch schwer werden, ein gutes, fränkisches Schäuferla auf den Teller zu bekommen! Und nachdem ich in den nächsten sechs Monaten vermutlich eh wieder nicht nach Nürnberg kommen werde, ist das schon mal ganz schön, sich durch sämtliche Spezialitäten durchfressen zu können.

Minimal getrübt wird mein Heimaturlaub allerdings vom Wetter. Keine Frage, Sommer ist eine echt schöne Jahreszeit, aber 35 Grad im Schatten tun mir einfach kein bisschen gut. Aber okay, das sind dann wahrscheinlich die drei heißen Tage im Jahr, spätestens im Juli fluchen wir wieder alle über einen verregneten und außerdem viel zu kalten Sommer. Perfekt ist eben ein äußerst schwierig zu erreichender Zustand!

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Jun 27, 2014
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Jun 27, 2014

Medizin studieren

Die Trauerfeier

Um unsere Dankbarkeit und Ehrerbietung gegenüber den Angehörigen der Körperspender würdig zeigen zu können, wurde vergangene Woche von unserer medizinischen Fakultät, besonders natürlich dem anatomischen Institut, eine Trauerfeier organisiert. Studenten, Lehrende sowie die Angehörigen versammelten sich auf einem schönen Waldfriedhof, um der Toten zu gedenken und ihnen die letzte Ehre zu erweisen. Zum Programm gehörten ein Auftritt des Studenten-Orchesters und -Chores, Fürbitten und konfessionsfreie Predigten. Zentrales Thema war die Dankbarkeit den Verstorbenen gegenüber, die unter Aufbietung einiger Entbehrungen, Ängste und Zweifel ihre Körper der Forschung zur Verfügung gestellt hatten. Und, dem Wortlaut eines Pfarrers zufolge, so dem „sinnlosen Tod einen Sinn gegeben“ hatten.

Nach der sehr schönen, wenn auch traurigen Gedenkfeier konnten die Angehörigen an den Gräbern der Körperspender Abschied nehmen. Danach suchten wir Studierende den Dialog mit ihnen. Die Resonanz war überwältigend: Den Allermeisten gefiel die Feier enorm gut, viele bedankten sich bei den studentischen Organisatoren. Und auch den Zweifelnden, die mit der Entscheidung ihrer Angehörigen nicht unbedingt einverstandenen waren, schien die Feier Trost gespendet zu haben. Für uns war es eine sehr schöne, wichtige Erfahrung. Viele waren den Tränen sehr nahe und das, obwohl uns aus datenschutztechnischen Gründen noch nicht einmal Name, Alter und sonstige Infos über die Körperspender mitgeteilt worden waren.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Jun 24, 2014
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Jun 24, 2014