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Medizin studieren

Total erwachsen

Autor:
Johannes

Rubrik:
studium

09.10.2015

Diese Woche habe ich mich sehr oft gefragt: So jung waren wir alle mit 18 Jahren? Als ich in der zwölften Klasse und das Abitur kein halbes Jahr mehr entfernt war, habe ich mich gefühlt, als wäre ich alles andere als ein Kind und total erwachsen. Nun haben wir gerade eine Schulklasse hier im Surf-Camp – 12. Klasse Sport-Leistungskurs – und zusammen mit fünf anderen Teamleitern betreue ich sie. Ich bin gerade einmal 21 und man könnte meinen, 17- bis 18-Jährige seien alterstechnisch noch sehr nah an mir dran. Und um ehrlich zu sein, fühle ich mich auch kein bisschen erwachsener als noch vor drei Jahren. In der Zwischenzeit ist zwar viel passiert, aber eigentlich hatte ich nie den Eindruck, dass ich mich groß verändert haben könnte. Aber das muss ich wohl, denn wenn ich mir jetzt ansehe, wie sich diese Klasse verhält, kann ich mir kaum vorstellen, auch so gewesen zu sein.

Die Dinge, die sie beschäftigen, sind einfach komplett anders als alles, was einen als Student interessiert: Pausenstreiche, Rivalitäten zwischen Klassenclowns, Lehrer ärgern und lästern. Die Jugendlichen stecken noch in der Schule fest, die einen riesigen Anteil ihres Lebens ausmacht. Das sind zwei Welten, die wirklich komplett unterschiedlich sind – Uni und Schule. Und ich finde es wirklich spannend, wie sich das innerhalb eines halben Jahres komplett ändern kann, wenn man Abitur geschrieben, die Schule verlassen und die erste eigene WG gegründet hat.

Aber momentan hängen diese Kursteilnehmer einfach noch vollkommen im System fest, müssen fünf Euro fürs Zuspätkommen an die Klassenkasse abtreten – eine einvernehmlich festgelegte Regelung – bis spätestens ein Uhr nachts vom Strand zurück sein, in ihre Zelte kriechen und sich bei ihren beiden betreuenden Lehrern abmelden, wenn sie einkaufen gehen wollen. Es fällt mir schwer, mir vorzustellen, dass ich vor gerade einmal drei Jahren auch noch in diesem System festgesteckt habe.

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