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Medizin studieren

Von den Tücken des Blutabnehmens

Autor:
Thilo

Rubrik:
studium

17.12.2015

Ich mache im Rahmen meines Studiums gerade zwei Praktika in Chemie und Physik, für die ich mich regelmäßig vorbereiten muss, weil sogenannte An- und Abtestate anstehen. Im Chemie-Praktikum muss ich am Ende ein Antestat in Form eines Kolloquiums bestehen. Bemerkt der Tutor, dass ich wenig bis gar nichts weiß, so kann er mich wieder nach Hause schicken, ohne dass ich den Tag anerkannt bekomme. Unser erster Praktikumstag drehte sich rund um die Titration. Entscheidend ist, dass alles formgerecht in einem Protokoll festgehalten werden muss. Dieses bildet das sogenannte Abtestat, das zum vollständigen Bestehen des Tages notwendig ist. Ich muss alle An- und Abtestate bestehen, um am Ende den Schein für das Praktikum zu erhalten und die Klausur antreten zu können.

Wenngleich es Stress bedeutet, sich fortwährend auf die Tests vorzubereiten, so erzielen sie doch, dass ich kontinuierlich lerne. Damit kann ich gut Prioritäten setzen und den Lerninhalt sinnvoll einteilen, wodurch ich ihn auch besser verstehe. Ich muss nur aufpassen, dass Anatomie und Biologie nicht zu kurz kommen. Außerdem habe ich noch ein Projektfach, in dem ich kürzlich eine grundlegende Fertigkeit eines jeden Arztes erlernte: das Blutabnehmen.

Hierfür braucht man Desinfektionsmittel, Tupfer, eine Butterfly-Nadel mit angeschlossener Leitung, einen Stauschlauch, Handschuhe und Pflasterband. Mithilfe des Stauschlauches wird der Rückfluss des Blutes durch die Venen erschwert, sodass diese deutlicher hervortreten und viel Blut in sich tragen. Wenn man leicht auf die Stelle am Arm schlägt, kann dieser Effekt noch verstärkt werden, was es leichter macht, die Vene zu treffen. Hierbei gilt, dass lieber laterale, also außen liegende, als mediale, mittlere, Venen genommen werden, um nicht zu riskieren, Nerven oder Sehen zu treffen. Nach Desinfektion der Einstichstelle wird die Butterfly-Nadel in einem Winkel von maximal 30 Grad eingeführt, an ihr wird dann eine Kanüle befestigt, in die das Blut fließen soll. Sobald sie gefüllt ist, wird der Stauschlauch entfernt und die Nadel wieder gezogen – und zwar genau in dieser Reihenfolge, sonst gibt es eine wirkliche Sauerei!

Meine Partnerin hat mich beim Üben ein wenig malträtiert. Während ich beim ersten Versuch einen Treffer landete, stach sie erst zwei Mal in meinen rechten Arm, um sich dann doch dem linken zuzuwenden und es dort zu versuchen, was zu meinem Glück auch direkt gelang. Im Endeffekt ist das wohl eine einfache Fertigkeit, aber ich finde es wirklich klasse, dass ich das bereits so früh gelernt habe!

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