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Medizin studieren

Labortiefpunkt

Autor:
Johannes

Rubrik:
studium

28.04.2017

Wenn ich überschlagen sollte, zu wieviel Prozent ich im Labor zufrieden und zu wieviel ich eher unzufrieden bin, käme ich auf 5 zu 95Prozent. Das sind harte Zahlen. Jetzt wo ich sie schreibe, noch härter. Aber es ist leider Fakt, dass wenig klappt, alles extrem lange dauert und der Zuwachs an Daten alles andere als schnell und befriedigend vonstattengeht.
Besonders deutlich wird mir das, da ich gerade meinen nächsten „Progress Report“ vorbereiten muss. Der vorige liegt drei Monate zurück und seitdem habe ich gerade einmal drei bis vier zusätzliche Grafiken produzieren können, mit zwei statistisch signifikanten Effekten. Und über diese drei Grafen kann ich kaum 15 Minuten sprechen.
Zum Glück geht das vielen so. Letzten Endes merkt das Publikum davon auch nicht so viel davon, weil sie mein Projekt nicht so deutlich vor Augen haben und dadurch nicht genau wissen, was ich das letzte Mal schon alles wusste. Aber für mich selbst ist es kein schönes Gefühl. Besonders, da ich demnächst wieder ein Gespräch mit meinem Doktorvater habe, dem ich erklären muss, dass kaum etwas Verwertbares geschehen ist in den vergangenen Monaten. Das ist insofern ärgerlich, als ich persönlich das Gefühl habe, Daten nicht nur für mich, sondern auch für das ganze Projekt produzieren zu müssen, insbesondere, weil ich dafür bezahlt werde.
Aber naja, so ist das halt in der Wissenschaft: Ab und zu klappt mal was – aber manchmal eben nicht.
Ich weiß jedenfalls schon, dass es mich in diesem Berufsfeld nicht hält. Zwar macht mir die Arbeit Spaß, aber ein bisschen mehr Erfolge wären schon cool!

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