interaktiv

Zwischen Studium und Beruf

Bewerbungszeit geht an die Substanz

Autor:
Mia

Rubrik:
studium

09.04.2019

Nach meinem Abstecher in die Altenpflege beschloss ich, mein Studium nicht gleich an den Nagel zu hängen. Wenigstens sieben Monate wollte ich nach einem Job in meiner Branche suchen, bevor ich aufgab, um eventuell doch eine alternative Ausbildung zu beginnen.
Ich finde es wirklich schrecklich, seine Zeit nur noch in Bewerbungen zu investieren. Zuerst einmal braucht man ja einen tollen Lebenslauf und Bewerbungsschreiben, das jedem Arbeitgeber klarmachen soll, dass man das Beste ist, was es auf dem Markt gibt. Das allein erinnert ja schon sehr an Viehversteigerung und ist mir deshalb schon zuwider. Wenn man dann noch ein wenig ausgeprägtes Selbstvertrauen hat, macht das die Selbstbeweihräucherung nicht einfacher.
Es ist frustrierend, das Internet nach Stellenanzeigen zu durchkämmen. Da fragt man sich oft: Welche Übermenschen gibt es auf dem Arbeitsmarkt, die sich qualifiziert genug fühlen, diese Stellen auszufüllen? Junge, berufserfahrene, mobile und gesunde Menschen sind gesucht, die mit irgendwelchen flachen Hierarchien gelockt werden, aber bitte keine Festanstellung erwarten sollten. Da ich ja verheiratet bin und mit meinem Mann gerade erst näher zu seiner Arbeit gezogen bin, kommt für mich ein Arbeitsplatz außerhalb der Pendlerreichweite nicht in Frage. Geoökologen sind nun mal oft Globetrotter und eher unstet und flüchtig. Ich kann euch sagen, ich bin regelmäßig verzweifelt auf meiner Jobsuche.
Nach etwa acht Bewerbungen wurde ich erstmals zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen. Das freute mich zwar, nur leider lief die Vorstellung dann doch nicht so rosig. Nach einer zweimonatigen Auszeit stand noch eine Rückmeldung aus Bayreuth aus. Ja, ich hatte es tatsächlich gewagt, mich nochmal in Bayreuth zu bewerben, zwar nicht an der Uni, das hätte ich nicht mehr gewollt, aber im Rathaus als Fachkraft für Naturschutz und Landschaftspflege. Ich hatte eigentlich keine Lust mehr auf Bayreuth. Aber meine Freunde motivierten mich sehr, es doch wenigstens zu probieren, absagen könne man ja immer noch. Und als ich dann tatsächlich etwa ein halbes Jahr nach Bewerbungsschluss zu einem Vorstellungsgespräch eigeladen wurde, freute ich mich doch sehr.

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