interaktiv

Zwischen Schule & Beruf

Abschied

Autor:
Bo

Rubrik:
orientieren

16.09.2015

In Wochentakt kommen momentan Einladungen für Abschiedsfeiern bei mir an. Eine meiner Freundinnen ist im australischen Outback ein Jahr lang in der Wildnis unterwegs, eine andere arbeitet ein Jahr lang in Amerika als Au-pair. Jetzt ist wohl die Zeit gekommen, um Tschüss zu sagen. Natürlich versprechen sich alle, sich spätestens nach der Rückkehr so früh wie möglich zu treffen, aber eigentlich ist allen Beteiligten klar, dass das nur eine Floskel ist. Ich möchte wirklich nicht generalisieren, aber ich habe schon sehr oft erlebt, dass ein Treffen nicht ganz so leicht zu organisieren ist. Auf der einen Seite sind die meisten über ganz Deutschland verstreut und auf der anderen Seite ist man an ganz verschiedenen Punkten im Leben. Für die einen stehen Klausuren und Hausarbeiten an, was auch ein Großteil des Lebens ausmacht. Daneben schwelgen die "Zurückgekehrten" noch in Auslandserinnerungen und es wirkt auf sie befremdlich, wie sehr sich der Lebensschwerpunkt der anderen verändert hat.

Natürlich vermisse ich jetzt die Leute, die weg sind. Wann werden wir uns wiedersehen? Beim Altschülerinnentreff, wo eigentlich niemand so wirklich hin will? Wenn die Leute einen tatsächlich besuchen, und man zwar die Lust aber nicht die Energie und Zeit hat, ihnen die Stadt zu zeigen und wie früher nächtelang zu quatschen? Vielleicht habe ich momentan auch einfach zu wenig Stress und mache mir deshalb solche Gedanken.

Was momentan wirklich schwierig ist, ist Abschied von meinen Eltern zu nehmen. Ich hatte nie Heimweh oder das Bedürfnis, ewig lange zu Hause zu wohnen, aber es ging alles so schnell! Die letzten achtzehn Jahre kommen mir vor wie ein Jahr! Das sind die Menschen, mit denen ich den größten Teil meines Lebens verbringen durfte! Wen soll ich in blanker Panik rufen, wenn sich eine Spinne in mein Zimmer verirrt hat? Wer soll für mich den nervigen Papierkram übernehmen? Ich schätze mal, dass jetzt das gemütliche Leben aufhört und stattdessen die Realität beginnt.

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