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Studentenleben live

Fahrrad-Selbsthilfewerkstatt — Studenten schrauben selber

Es ist Hochfrühling hier in Leipzig, ja, es fühlt sich schon wie Sommer an. Und in der ganzen Stadt ein Gewusel von Fahrrädern. Selbst jene, die schon im Herbst auf die Straßenbahn umstiegen und eigentlich nur im Sommer fahren wollen, haben ihre Räder endlich aus dem Keller geholt. Doch ein Fahrrad will gepflegt werden und muss ab und an auch repariert werden. Kein Problem! Das Studentenwerk der Leipziger Hochschulen hat in der Stadt zwei wunderbare Selbsthilfewerkstätten eingerichtet. Hier gibt es einfach alles, was man für ein gutes Fahrrad braucht – Werkzeug vom einfachen Schraubenschlüssel über den alten Gepäckträger bis hin zu Flex und Schweißgerät. Außerdem sind immer ein paar nette Kerle da, die hier einen Teil ihrer Lehre als Fahrradmechaniker absolvieren und hilfsbereit bei der Suche nach den Fehlern und der Reperatur helfen. Dabei haben sie immer im Hinterkopf, dass wir keine normalen Kunden, sondern Studenten mit kleinem Budget sind. Bevor sie mir epfehlen, gleich ein neues Lager einzubauen oder den alten Schlauch mit dem kleinen Loch wegzuwerfen, schauen sie ob nicht schon der ein oder andere Handgriff oder ein einfacher Flicken es auch tut. So komme ich auch gerne öfter in die Selbsthilfewerkstatt, um mein Fahrrad aufzubocken und hier und dort etwas zu ölen, fetten, auszutauschen, zu reinigen und Tipps für die bessere Einstellung der Gangschaltung oder den richtigen Winkel für den Sattel zu bekommen.

Diese Selbsthilfewerkstatt ist ein wunderbares Element des Studentenlebens. So braucht sich nicht jeder eigenes Werkzeug zu kaufen, dass er eh nur einmal im Jahr benutzt, und hier bekommen wir eben Hilfe zur Selbsthilfe. Inzwischen habe ich so viel über Fahrräder gelernt, dass ich auch anderen bei Problemen mit ihren Fahrrädern helfen kann. Das Studium gewinnt so für mich etwas umfassenderes – das gefällt mir.  

Autor:   |  Rubrik: studium  |  May 11, 2011
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May 11, 2011

Studentenleben live

Raus aus dem Korsett

Das neue Semester hat begonnen, es ist mein sechstes. Ich belege nur zwei Module – für die Regelstudienzeit eines zu wenig. Aber die Regelstudienzeit kann mich mal. Dann studiere ich eben sieben Semester. Vielleicht wird das Geld knapp, was soll‘s. Das enge Bachelorkorsett habe ich ein wenig gelockert. Jetzt atme ich wieder frei. Das Studium kann doch nicht zu einer Zeit verkommen, die nur stressig ist und die man deshalb möglichst schnell rumkriegen will. Einen wesentlichen Teil meines Studiums kann ich nur im Eigenstudium außerhalb der Universität betreiben. Dafür bekomme ich jedoch keine Creditpoints. Studium heißt für mich eben nicht nur lesen und lernen, sondern auch ausprobieren, suchen und vielleicht dabei auch finden.

Es geht mir nicht darum zu helfen, dass Deutschland Exportweltmeister wird, ich strebe nicht danach, irgendwann einmal zwei Autos und zwei Kinder zu haben. Überfluss strengt an. Ich suche das, was vergessen wurde und was verloren gegangen ist. Ich hoffe zu finden. Ich glaube nicht, dass unsere Eltern und Großeltern in solch geistiger Armut gelebt haben, wie wir es tun. Ich vermisse hitzige Debatten und Streit, ich vermisse Idealisten und Dogmatiker. Keine Charaktere, weder Kanten noch Ecken, keine Typen, nur Dozenten und Studenten. Niemand, der sich streiten will – schade. Es ist nicht tabu, über Dinge zu reden, aber es ist tabu eine andere Meinung zu vertreten. Deshalb schweigen wir.

 

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Apr 29, 2011
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Apr 29, 2011

Studentenleben live

Der Aha-Effekt

Im Rahmen meines Ergänzungsmoduls führten wir vor Kurzem einen Persönlichkeitstest durch. Natürlich war der Spaßfaktor extrem groß, aber noch größer war der erstaunte Ausdruck, der uns Teilnehmern ins Gesicht geschrieben stand.

Laut Test gibt es vier verschiedene Temperamente. In unserem Kurs waren jedoch nur drei davon vertreten: der Rationale, der Hüter und der Idealist. Daneben gibt es noch den Freigeist. Ich selbst bekenne mich offen zum Idealisten. Nach der Ergebnisverkündung sahen wir uns einen Film an, in dem anhand der Charaktere unterschiedliche Verhaltensweisen in der Kindererziehung, Schulausbildung, Berufs- und Partnerwahl erläutert wurden. Ich muss ehrlich sagen, dass ich wirklich sehr überrascht war, wie viele dieser Thesen auf mich zutrafen. Nehmen wir beispielsweise das Kindesalter: Für kleine Idealisten gibt es im Kindergarten nichts Schöneres als Märchen zu hören oder selbst mit viel Fantasie Geschichten zu erfinden, in denen es nur so vor Sonne, Regenbogen und Schlaraffenland strotzt. In der College-Phase fallen Idealisten vor allem durch ihr enthusiastisches Engagement auf – sowohl bei Kommilitonen als auch bei Professoren. Bei der Partnerwahl setzen Idealisten vorwiegend auf das Motto „Gegensätze ziehen sich an!“ Laut Film nämlich lernen sich gerade Rationale und Idealisten kennen und lieben. Hinsichtlich der Berufswahl fielen besonders Berufe auf, bei denen Idealisten anderen Menschen helfen, selbst Fortschritte zu machen und ihre Ziele zu erreichen, zum Beispiel als Grundschullehrer.

Mein Professor war nicht sonderlich überrascht, dass ich mit diesem Berufswunsch bis vor einiger Zeit geliebäugelt habe – angeblich bin ich ein Idealist, wie er im Buche steht…

Autor: Jacqueline  |  Rubrik: studium  |  Apr 28, 2011
Autor: Jacqueline
Rubrik: studium
Apr 28, 2011