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Studentenleben live

Von der Raupe zum Schmetterling

Ich bin eine Raupe. Jedenfalls jetzt im Moment, was das Berufliche betrifft. Dadurch, dass ich direkt nach dem Abitur mit dem Studium begonnen habe und auch sonst weiter keinen Nebenjob ausgeübt habe, habe ich in etwa so viel Berufserfahrung gesammelt wie eben eine Raupe Erfahrungen mit dem Fliegen hat. Doch so langsam rückt das Praxissemester immer näher: Dann heißt es erst einmal für einige Monate „Bye bye Hörsaal und hello Arbeitswelt!“ Bei diesem Gedanken macht sich bei mir eine Mischung aus Spannung, Freude, aber auch Angst und Unbehagen breit.

In der letzten Zeit wurde ich immer häufiger vor dem „Haifischbecken“ Werbewelt gewarnt. „Du kommst als erstes und gehst als letztes!“ war ein oft genannter Satz- genauso wie „Du wirst bis aufs Innerste ausgenommen!“ Pfiffige Gedanken entstehen nun einmal im Inneren, und zwar im Gehirn. Natürlich, alles immer in Maßen, wie man so schön sagt. So wie ich mich allerdings kenne, kann ich relativ gut mit Druck und Stresssituationen umgehen (bisher zumindest).

Seit mehreren Jahren träume ich nun schon davon in der Werbewelt mitzumischen. Vor Kurzem habe ich entdeckt, dass meine für das Praxissemester favorisierte Werbeagentur für meinen absoluten Lieblingswerbespot verantwortlich ist – wenn das mal kein gutes Zeichen ist! Jedenfalls werde ich nach dem Prinzip „Der frühe Vogel fängt den Wurm!“ verfahren und mich demnächst um Bewerbungen kümmern. Ehrlich gesagt habe ich ein wenig Bammel, dass man mich aufgrund mangelnder Berufserfahrung schon gleich zu Anfang aussortieren könnte, ohne vorher mein ganzes „präberufliches“ Potenzial zu begutachten. Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt – so what…

Autor: Jacqueline  |  Rubrik: studium  |  May 18, 2011
Autor: Jacqueline
Rubrik: studium
May 18, 2011

Studentenleben live

Fahrrad-Selbsthilfewerkstatt — Studenten schrauben selber

Es ist Hochfrühling hier in Leipzig, ja, es fühlt sich schon wie Sommer an. Und in der ganzen Stadt ein Gewusel von Fahrrädern. Selbst jene, die schon im Herbst auf die Straßenbahn umstiegen und eigentlich nur im Sommer fahren wollen, haben ihre Räder endlich aus dem Keller geholt. Doch ein Fahrrad will gepflegt werden und muss ab und an auch repariert werden. Kein Problem! Das Studentenwerk der Leipziger Hochschulen hat in der Stadt zwei wunderbare Selbsthilfewerkstätten eingerichtet. Hier gibt es einfach alles, was man für ein gutes Fahrrad braucht – Werkzeug vom einfachen Schraubenschlüssel über den alten Gepäckträger bis hin zu Flex und Schweißgerät. Außerdem sind immer ein paar nette Kerle da, die hier einen Teil ihrer Lehre als Fahrradmechaniker absolvieren und hilfsbereit bei der Suche nach den Fehlern und der Reperatur helfen. Dabei haben sie immer im Hinterkopf, dass wir keine normalen Kunden, sondern Studenten mit kleinem Budget sind. Bevor sie mir epfehlen, gleich ein neues Lager einzubauen oder den alten Schlauch mit dem kleinen Loch wegzuwerfen, schauen sie ob nicht schon der ein oder andere Handgriff oder ein einfacher Flicken es auch tut. So komme ich auch gerne öfter in die Selbsthilfewerkstatt, um mein Fahrrad aufzubocken und hier und dort etwas zu ölen, fetten, auszutauschen, zu reinigen und Tipps für die bessere Einstellung der Gangschaltung oder den richtigen Winkel für den Sattel zu bekommen.

Diese Selbsthilfewerkstatt ist ein wunderbares Element des Studentenlebens. So braucht sich nicht jeder eigenes Werkzeug zu kaufen, dass er eh nur einmal im Jahr benutzt, und hier bekommen wir eben Hilfe zur Selbsthilfe. Inzwischen habe ich so viel über Fahrräder gelernt, dass ich auch anderen bei Problemen mit ihren Fahrrädern helfen kann. Das Studium gewinnt so für mich etwas umfassenderes – das gefällt mir.  

Autor:   |  Rubrik: studium  |  May 11, 2011
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Rubrik: studium
May 11, 2011

Studentenleben live

Raus aus dem Korsett

Das neue Semester hat begonnen, es ist mein sechstes. Ich belege nur zwei Module – für die Regelstudienzeit eines zu wenig. Aber die Regelstudienzeit kann mich mal. Dann studiere ich eben sieben Semester. Vielleicht wird das Geld knapp, was soll‘s. Das enge Bachelorkorsett habe ich ein wenig gelockert. Jetzt atme ich wieder frei. Das Studium kann doch nicht zu einer Zeit verkommen, die nur stressig ist und die man deshalb möglichst schnell rumkriegen will. Einen wesentlichen Teil meines Studiums kann ich nur im Eigenstudium außerhalb der Universität betreiben. Dafür bekomme ich jedoch keine Creditpoints. Studium heißt für mich eben nicht nur lesen und lernen, sondern auch ausprobieren, suchen und vielleicht dabei auch finden.

Es geht mir nicht darum zu helfen, dass Deutschland Exportweltmeister wird, ich strebe nicht danach, irgendwann einmal zwei Autos und zwei Kinder zu haben. Überfluss strengt an. Ich suche das, was vergessen wurde und was verloren gegangen ist. Ich hoffe zu finden. Ich glaube nicht, dass unsere Eltern und Großeltern in solch geistiger Armut gelebt haben, wie wir es tun. Ich vermisse hitzige Debatten und Streit, ich vermisse Idealisten und Dogmatiker. Keine Charaktere, weder Kanten noch Ecken, keine Typen, nur Dozenten und Studenten. Niemand, der sich streiten will – schade. Es ist nicht tabu, über Dinge zu reden, aber es ist tabu eine andere Meinung zu vertreten. Deshalb schweigen wir.

 

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Apr 29, 2011
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Rubrik: studium
Apr 29, 2011