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Studentenleben live

Ein Arbeitstag in der Stadtverwaltung

Es ist halb neun. Der Himmel grau, ein bisschen Schneeregen, typisches Wetter im Département Nord an der französisch-belgischen Grenze. Die Sonne scheint hier im Herzen anstatt am Himmel. Na gut, wenn das so ist. Eine etwas heitere Wetterlage hätte meinem Gemüt auch nicht geschadet, aber die Leute sind wirklich herzlich zu mir, also nehme ich das kleine Übel des Regenwetters gern in Kauf.
Um viertel vor neun hat in der Regel jeder Franzose seinen Arbeitskollegen mit Küsschen und allem drum und dran begrüßt und es könnte eigentlich losgehen. Schnell noch einen Kaffee und dann an die Arbeit. Während der PC hochfährt, ist noch Gelegenheit, der Kollegin aus der Abteilung gegenüber vom Wochenende zu erzählen, aber dann wirklich an den Schreibtisch, schließlich klingelt das Telefon jetzt schon zum zehnten Mal. „Mairie de Ronchin, bonjour?“ Niemand sagt jemals seinen Namen am Telefon, aber das ist auch nicht schlimm, da der Anrufer fast immer an jemand anderen weitergeleitet wird – man ist schließlich nicht für alles zuständig. Jetzt aber schnell die ersten Anträge und Formulare bearbeitet! Obwohl? Da ist ja noch die Praktikantin, die hätte sicher gerne auch etwas zu tun. Wie war denn noch gleich das Passwort für den User „Praktikant“? Na, das wäre doch gelacht, wenn die Technik-Abteilung keinen Rat wüsste und nebenbei könnte man sich doch gleich bei dem Kollegen für das nette Feierabendbierchen (natürlich ein belgisches!) bedanken. Oh, der Vormittag ist schon vorbei? Super, dann gibt’s ja gleich Mittagessen!

 

Autor: Inga  |  Rubrik: studium  |  Apr 15, 2013
Autor: Inga
Rubrik: studium
Apr 15, 2013

Studentenleben live

Frühlingserwachen

Die Sonne scheint, in unserem Hof spielen und toben lauter Kinder. Einige Studenten sitzen oder liegen auf der Sachsenbrücke im Clarapark. Als ich beim Radeln dort zufällig einen Freund wiedertreffe, geselle mich hinzu und strecke mich, es ihm gleich tuend, sonnen-durstig den schon wärmenden Strahlen entgegen. Sein Schnupfen ist plötzlich weg, als ob es nur am Sonnenmangel gelegen hätte. Wir unterhalten uns über den Semesterbeginn und die Stadt. Es scheint uns, als kämen immer mehr Studenten an die Uni –Hörsaalgebäude, Mensa und Bibliothek sind gerammelt voll.

Für die nächsten Wintersemesterferien planen wir, in den Süden zu trampen. Dabei denken wir gar nicht so sehr an Urlaub. Vielmehr wollen wir den Laptop und einige Bücher mitnehmen und einfach dort die Hausarbeiten schreiben. Das geht doch auch. Wie die Zugvögel eben.

Plötzlich kommen zwei lustige Studenten angerannt, ziehen sich, niemanden beachtend, aus und springen von der Brücke in den Fluss. Sie kreischen quietschfidel, das Wasser ist noch ziemlich kalt, schwimmen schnell ans Ufer, schlüpfen in ihre Sachen und sind gleich wieder auf und davon.

Jetzt habe ich wieder Energie, um meine letzte Hausarbeit, die ich eigentlich schon hätte abgeben müssen, in Angriff zu nehmen. Ich kann mich ja erst mal auf den Balkon in die Sonne setzen und dort mit dem Lesen anfangen. Auf dem Nachhauseweg fahre ich noch bei der Fahrradselbsthilfewerkstatt vorbei, um meinen Drahtesel sommertauglich zu machen. Doch ich bin nicht der einzige, bei dem gutem Wetter kommen alle auf diesen Gedanken. Naja, die Sonne scheint ja, da macht das Warten gar nichts aus. Und morgen ist hoffentlich wieder ein Sonnentag.

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Apr 15, 2013
Autor:
Rubrik: studium
Apr 15, 2013

Studentenleben live

Gastfahrräder, Fahrradautobahnen und die Polizei

Die erste Woche in Münster ist rum und was soll ich anderes sagen als: Ich bin begeistert!

Hier ist es total normal Gast-Fahrräder für Besucher im Keller stehen zu haben. Das ist allerdings auch echt nötig, denn ohne die Drahtesel ist man eben doch etwas länger unterwegs. Münster ist, wie viele Städte Deutschlands, radialkonzentrisch aufgebaut, das heißt, dass die Straßen um den Altstadt-Kern ringförmig verlaufen. Gleichzeitig führen allerdings auch Straßen direkt ins Zentrum.

Das Besondere hier in Münster ist jedoch, dass es einmal um die komplette City herum einen „Fahrrad-Ring“ gibt, auf dem man mit dem Drahtesel wie auf einer Autobahn vorankommt! Grundsätzlich bin ich für die gleichen Entfernungen wie in Nürnberg – wo Fahrradwege immer dort, wo es gerade gefährlich wird, im Nichts zu enden scheinen –bestimmt fünf bis zehn Minuten kürzer unterwegs!

Die Kehrseite der Medaille ist jedoch etwas gewöhnungsbedürftig: Um die Radfahrer-Massen in den Griff zu bekommen, greift die Polizei etwas härter durch als woanders, gerade zu Semesterbeginn. Fahren auf der falschen Straßenseite, Fahren ohne funktionstüchtige Beleuchtung oder das sichere Verstauen der eigenen Hände in wärmenden Hosen- bzw. Jackentaschen während der Fahrt (der April ist hier leider genauso kalt wie überall sonst) wird gerne geahndet. Bisher konnte ich mich dem glücklicherweise noch entziehen, aber ich bin mir relativ sicher, dass sich hinter Bäumen versteckende Polizisten noch den einen oder anderen Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung bei mir entdecken werden.

Die Leute, die mit mir anfangen zu studieren, entpuppen sich als sehr nett, das Zusammengehörigkeitsgefühl unter den Studenten scheint echt ausgeprägt zu sein und auch die Uni bzw. Fachschaft macht nach den ersten Einführungsveranstaltungen einen echt guten Eindruck. Am Montag beginnen die ersten Veranstaltungen, in denen auch tatsächlich Inhalte vermittelt werden – ich bin gespannt!

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Apr 12, 2013
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Apr 12, 2013