interaktiv

Studentenleben live

Ein Arbeitstag in der Stadtverwaltung

Autor:
Inga

Rubrik:
studium

15.04.2013

Es ist halb neun. Der Himmel grau, ein bisschen Schneeregen, typisches Wetter im Département Nord an der französisch-belgischen Grenze. Die Sonne scheint hier im Herzen anstatt am Himmel. Na gut, wenn das so ist. Eine etwas heitere Wetterlage hätte meinem Gemüt auch nicht geschadet, aber die Leute sind wirklich herzlich zu mir, also nehme ich das kleine Übel des Regenwetters gern in Kauf.
Um viertel vor neun hat in der Regel jeder Franzose seinen Arbeitskollegen mit Küsschen und allem drum und dran begrüßt und es könnte eigentlich losgehen. Schnell noch einen Kaffee und dann an die Arbeit. Während der PC hochfährt, ist noch Gelegenheit, der Kollegin aus der Abteilung gegenüber vom Wochenende zu erzählen, aber dann wirklich an den Schreibtisch, schließlich klingelt das Telefon jetzt schon zum zehnten Mal. „Mairie de Ronchin, bonjour?“ Niemand sagt jemals seinen Namen am Telefon, aber das ist auch nicht schlimm, da der Anrufer fast immer an jemand anderen weitergeleitet wird – man ist schließlich nicht für alles zuständig. Jetzt aber schnell die ersten Anträge und Formulare bearbeitet! Obwohl? Da ist ja noch die Praktikantin, die hätte sicher gerne auch etwas zu tun. Wie war denn noch gleich das Passwort für den User „Praktikant“? Na, das wäre doch gelacht, wenn die Technik-Abteilung keinen Rat wüsste und nebenbei könnte man sich doch gleich bei dem Kollegen für das nette Feierabendbierchen (natürlich ein belgisches!) bedanken. Oh, der Vormittag ist schon vorbei? Super, dann gibt’s ja gleich Mittagessen!

 

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