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Studentenleben live

Blick zurück nach der Halbzeit

Mittlerweile habe ich über die Hälfte meines Studiums in Koblenz abgeschlossen! Die Zeit geht zwar zum einen sehr schnell rum, aber ich habe auch langsam das Gefühl (und so geht es hier einigen), auf der Stelle zu treten. Die Zeit der großen neuen Einblicke ist vorbei, und man hört in einigen Vorlesungen Dinge, die man schon mal gehört hat. Aber dafür folgt ja auch nur noch das fünfte Semester und im sechsten schreibt man eh an seiner Bachelorarbeit. Nichtsdestotrotz macht es mir immer noch Spaß.

Mir fehlt aber deutlich der Praxisbezug. Wir haben zwar ein Modul von insgesamt 18, das sich Medienpraxis nennt, sowie eines, in dem die Studierenden in je eigenen Projektgruppen Veranstaltungen organisieren können oder den Social-Media-Auftritt des Instituts betreuen dürfen, der Großteil bleibt aber Theorie. Deshalb können wir leider kaum praktische Fähigkeiten aufweisen und sind bei unseren potenziellen Chefs darauf angewiesen, einen Vertrauensvorschuss zu erhalten. Nach diesem Bachelor ist es deshalb meiner Meinung nach definitiv wichtig, sich durch den Master zu spezialisieren und weiter zu qualifizieren. Denn so schön es auch sein mag, dass wir hier eine breite Allgemeinbildung erhalten, es ist doch auch wichtig, sich auf manchen Gebieten noch besser auszukennen.

Zu den Prüfungen kann ich inzwischen sagen, dass schriftliche und mündliche Prüfungen viel seltener als in anderen Fächern sind, dafür müssen viele Hausarbeiten (je 15 Seiten) geschrieben werden und auch in den Seminaren werden immer wieder kleinere Ausarbeitungen oder Referate gefordert. Wer sich also für den Bachelor in Koblenz entscheidet, sollte definitiv gerne viel und selbstständig schreiben. Man lernt dadurch, wie man eigenständig wissenschaftlich arbeitet und schreibt, mögliche Fragestellungen erarbeitet und diese sinnvoll, d. h. durch einen logischen Aufbau der Arbeit und haltbare Argumente, bearbeitet. Toll daran ist, dass man es trotz des Rahmenthemas eines Seminars immer schafft, die Seminararbeit nach eigenen Interessen auszurichten.

Autor: Miriam  |  Rubrik: studium  |  Jul 30, 2013
Autor: Miriam
Rubrik: studium
Jul 30, 2013

Studentenleben live

Auf der Suche nach "X" und "Y"

Meine Bachelor-Zeit nähert sich so langsam ihrem Ende. Bevor ich aber meine Abschlussarbeit schreiben kann, ist ein extra Kurs vorgesehen, der alle Absolventen auf die Arbeit vorbereiten soll: das sogenannte Bachelor-Kolloquium. Meins ist dabei in zwei Blockveranstaltungen aufgeteilt. An diesen Tagen präsentieren dabei alle Teilnehmer die Themen ihrer Arbeiten und stellen sich anschließend der Kritik des Kurses und des Dozenten.

Dass so eine Bachelor-Thesis nicht irgendeine Hausarbeit ist, war mir schon vorher klar. Der erste Kolloquiums-Tag hielt trotzdem ein paar kryptische Äußerungen parat. So diskutierten wir beispielsweise bei jeder Arbeit, ob die Fragstellung nun x- oder y-zentriert sei – alles klar?! Gemeint ist damit Folgendes: Ein Untersuchungsgegenstand (y) (z.B. das Bundestagswahlergebnis) kann von unterschiedlichen Faktoren (x) beeinflusst werden (z.B. Ereignissen wie der Fukushima-Katastrophe). Jetzt muss man sich als Schreiber also entscheiden, ob, und wenn ja, welchen der Gründe man untersuchen möchte, bzw. welcher Teil der Fragestellung denn nun das „Y“ ist und welches das „X“. Kling kompliziert, ich weiß. Es ist aber relativ entscheidend für den Verlauf einer Arbeit.

Bei der nächsten Sitzung soll ich dann mein Thema vorstellen (noch geheim!). Bis dahin muss ich mich allerdings nochmal auf die Suche machen, was in meiner Fragestellung eigentlich das X“ bzw. „Y“ ist. Ich halte euch auf dem Laufenden, ob die Suche erfolgreich war!

Autor: Leon  |  Rubrik: studium  |  Jul 30, 2013
Autor: Leon
Rubrik: studium
Jul 30, 2013

Studentenleben live

Von manischen Zählfreaks

In diesem Semester ist mir zum ersten Mal bewusst geworden, woher die Pädagogische Hochschule ihr Bastel-Uni-Image hat. Bisher hatte ich immer relativ anspruchsvolle Vorlesungen – Psychologie, Pädagogik, Philosophie, Sprachwissenschaft, etc. In diesem Semester standen erstmals Didaktik-Veranstaltungen auf dem Plan. Und da ging es dann los. Irgendwie merkte ich zunehmend, wie Dozenten diese typische Lehrermentalität aufwiesen und versuchten, uns Vorlesungsgegenstände schmackhaft zu machen. Allein, dass unser Mathebuch „Erlebnis Arithmetik“ heißt und wir regelmäßig „Erkundungsaufgaben“ erhalten, fand ich albern. Als eine Aufgabe im Thema Kombinatorik dann auch noch mit „Jana ist Eisfan und manischer Zählfreak“ begann, merkte ich wieder, wie lächerlich es ist zu versuchen, aus abstrakten Sachverhalten irgendwelche Anwendungsaufgaben abzuleiten. Und um studentischen Einwänden à la„Wer zählt denn bitte, wieviele Kombinationen von Eiskugeln es gibt? Man nimmt die, die man mag und fertig.“ gleich etwas entgegensetzen zu können, erfindet man dann „manische Zählfreaks“, alles klar.

In Deutschdidaktik schrieben wir währenddessen Steckbriefe über Braunbären und Maikäfer, um diese wertvolle Methode für den Unterricht in der Primarstufe noch einmal zu verinnerlichen. Highlight hier war der Kommentar unserer Dozentin: „Sie sehen hier dann, dass das Feld für den Beruf beim Braunbären nun nicht so relevant ist!“ - ich war sprachlos. Als wir irgendwann von ebendieser Dozentin eine Mail bekamen, in der wir aufgefordert wurden, zur nächsten Sitzung bitte Schere und Kleber mitzubringen, wunderte mich bereits nichts mehr.

Das Erschreckende an diesem Phänomen ist jedoch etwas ganz anderes: Ein paar meiner Kommilitonen scheinen eine solche Behandlung offensichtlich nötig zu haben. Wenn ich mitbekomme, dass manche ihre Online-Aufgaben wörtlich aus Wikipedia kopieren, obwohl es eine zur Verfügung gestellte Literaturquelle gibt, anhand derer es wirklich ein Leichtes ist, die Fragestellungen zu bearbeiten, oder wenn ich erfahre, dass es Personen gibt, die sich beschweren, wenn in einem Fach nicht exakt die Klausur vom Vorjahr, auf die sie sich vorbereitet haben, drankommt, dann kann ich einfach nur den Kopf schütteln.

Vielleicht kennen die Dozenten ihre Studierenden einfach gut genug, um zu wissen, dass ein großer Teil noch viel zu sehr Schüler ist und zu wenig Student. Ich frage mich nur immer, wie diejenigen, die schon mit der Selbstständigkeit im Studium Probleme haben, auf die Idee kommen, Lehrer werden zu wollen.

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  Jul 29, 2013
Autor: Hannah
Rubrik: studium
Jul 29, 2013